Motorradlärm
Debatte um Lautstärke von Motorrädern
Lärmradar Medusa

Wo stehen aktuell Lärmblitzer?

Immer öfter sind Lärmradar-Systeme im Einsatz Wo stehen aktuell Lärmblitzer?

Lärmblitzer werden immer beliebter und öfter eingesetzt. MOTORRAD zeigt, wo Lärmradar-Geräte stehen.

Lärm ist weiterhin eine der Hauptursachen für Stress. In Städten ist der Verkehr die Hauptquelle von Lärm, wobei im Gegensatz zur teils überspitzten Betrachtung von Lärmquellen das Motorrad hier eine Nebenrolle spielt. Trotzdem sind Zweiräder nicht ausgenommen, wenn Städte und Kommunen sich immer öfter entscheiden, mit automatisierten Systemen den Verkehrslärm Fahrzeug-genau zu orten und zu hohe Emissionen zu sanktionieren. Wo Motorräder von sogenannten Lärm-Blitzern bereits kontrolliert werden, zeigt MOTORRAD in einer Übersicht.

Frankreich

Startschuss des mittlerweile internationalen Rennens, um das erste voll eingesetzte Lärmradar machte im Herbst 2019 Paris. Zunächst, um Lärmquellen zu erkennen und zuzuordnen. Seit 2022 ist der Feldversuch des Medusa genannten Systems auf mehrere Städte und Regionen ausgeweitet. Geräte stehen neben Paris in Nizza, Toulouse, Bron, Villenueve le Roi, Rueil Malmaison und den Gemeinden des Haute Vallée des Chevreuse im Südwesten Paris. Am und um den Cole de la Schlucht in den Vogesen sind ebenfalls Medusa-Systeme testweise im Einsatz.

Lärmradar Medusa
So sieht die aktuelle Version der Medusa aus. Strafen gibt es bisher noch keine.

England

300.000 britische Pfund investiert die britische Regierung in ein Pilotprojekt in vier, noch zu suchenden, Regionen Englands, um den Einsatz und den Effekt von Lärm-Kameras zu testen. Wortgewandt wie die Briten meist sind, sprechen sie dabei von "rowdy motorist" und "boy racers", die gebannt werden sollen. Das Testprogramm ist aktuell auf drei ausgelegt und soll helfen, die Belastung von Verkehrslärm auf das nationale Gesundheitssystem von jährlich geschätzten 10 Milliarden Pfund zu mindern. Hauptreaktionen auf Verkehrslärm sind laut des britischen Verkehrsministeriums Schlafstörungen, Herzprobleme, Schlaganfälle und Demenz.

Spanien

In Barcelona sind seit kurzem zwei Lärmradar-Anlagen im Test. Wo genau, ob mobil oder stationär, ist nicht bekannt und soll geheim bleiben. Die Testphase in Barcelona ist auf drei Monate angesetzt, um Daten zu sammeln, auf Basis derer künftige Maßnahmen definiert werden.

USA

Erst seit 2019 steht zumindest im Bundesstaat Kalifornien das Fahren mit zu lauten Fahrzeugen unter einer Strafe. Für noch mehr Durchschlagskraft plant die Regierung den Einsatz von Lärmkameras in sechs noch zu nennenden Städten. Versuchszeitraum soll zwischen Januar 2023 und Dezember 2027 mit den automatisierten Systemen laufen.

Das grundlegende Problem

Von den großen technischen Hürden, ein System so fein zu entwickeln, dass es unter vielen Fahrzeugen das zu laute zu orten, stehen die Lärmblitzer vor rechtlichen Hürden: Es besteht derzeit in Europa kein absoluter Grenzwert für Geräuschemissionen von Fahrzeugen, sondern ist meist sehr modellabhängig. Bevor das nicht klar geregelt ist, dürften diese Systeme über die Testphase nicht hinauskommen.

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Fazit

Immer mehr Städte, Kommunen und Länder nutzen oder testen automatische Systeme, um zu laute Fahrzeuge zu identifizieren und Strafen auszusprechen.

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