Geschwindigkeitsmesser und Tracker in Motorrädern Großbritannien Jo Deleker

Britische Polizei verstärkt Einsatz gegen Biker

Britische Polizei verstärkt Einsatz gegen Biker GPS-Tracker und neue Enduros

Die Polizei der Region Northumbria in Großbritannien schlägt vor, alle Motorräder obligatorisch mit integrierten Geschwindigkeitsmessgeräten und Trackern auszustatten, die Polizei in Northamptonshire hingegen rüstet auf Yamaha WR 450 F auf.

Großbritannien scheint ein Problem mit rücksichtslosen Motorradfahrern zu haben. Die Polizei setzt bereits Drohnen ein, um illegale Off-Road-Fahrer zu erwischen und auch der Vorstoß Biker mittels Aufnahmen von Dashcams oder Helmkameras anzuzeigen, schlägt in diese Kerbe. Der Vorschlag der Polizei in Northumbria geht nun noch weiter: Alle Motorräder sollen mit Trackern und Geschwindigkeitsmessgeräten ausgestattet werden.

Beigeschmack des Generalverdachts

So soll jederzeit bei jedem Motorrad festgestellt werden können, wie schnell es ist und wo es sich befindet. Kriminalkommissarin Kim McGuinness aus der Region Northumbria erhofft sich mit diesen Mitteln, die steigende Zahl von Geschwindigkeitsüberschreitungen und das, was sie als "asoziales Verhalten" bezeichnet, unter Kontrolle zu bekommen.

Nicht überraschend: Die Mehrheit der Motorradfahrer in Großbritannien schreit laut auf und erhebt starke Einwände. Denn auch wenn das Vereinigte Königreich ein Thema mit rücksichtslosen Motorradfahrern hat, ist die Mehrheit gesetzestreu und rücksichtsvoll unterwegs. Und der Vorschlag der Northumbria-Polizei hat natürlich den Beigeschmack des Generalverdachts.

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Statement der British Motorcyclists Federation

Die British Motorcyclists Federation (BMF) äußerte sich bereits zu diesem Thema. Jim Freeman, der Vorsitzende der BMF: "Die obligatorische Verwendung eines Trackers ist normalerweise eine Strafe, die von den Gerichten nach einem ordnungsgemäßen Verfahren verhängt wird. Die vorgeschlagene Methode käme aber einer Kollektivstrafe gleich, die Hunderttausende von Unschuldigen zusammen mit der winzigen Minderheit der Schuldigen – ohne eine Untersuchung, einen Prozess oder ein Urteil – mit sich reißt."

Jim Freeman betonte auch, dass die meisten Motorradfahrer in Großbritannien gesetzestreue Bürger sind, die Sicherheit und Höflichkeit im Straßenverkehr über alles andere stellen. Die Einführung einer Geschwindigkeitsüberwachungspflicht würde alle Motorradfahrer als Kriminelle abstempeln.

Statement des National Motorcycle Council

Craig Carey-Clinch vom kürzlich gegründeten National Motorcycle Council kommentierte außerdem: "Dies ist leider eine schlecht durchdachte Idee, die negative Auswirkungen für gesetzestreue Fahrer garantieren würde, nicht zuletzt für ihre Privatsphäre. Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass sie sich auf Gesetzesbrecher auswirken wird – deren erste Aktion wäre wahrscheinlich, die Tracker einfach zu deaktivieren oder zu entfernen."

Im Moment ist noch nicht abzusehen, ob in Großbritannien oder in einzelnen Region eine derartige Geschwindigkeitsüberwachung und Tracker für alle Motorräder eingeführt werden oder nicht.

8 neue Yamaha-Crosser für Polizei

Ähnliche Probleme in Sachen "unsoziales Fahren im Gelände" scheinen die Grafschaft Northamptonshire zu beschäftigen, die circa 400 Kilometer entfernt von der Region Northumbria liegt. Der zuständige Polizeipräsident Nick Adderley teilte kürzlich mit: "Viel zu lange hat die Tatsache, dass Menschen ungestraft mit Motorrädern und Fahrzeugen abseits der Straße durch unsere Städte fahren, unsere Gemeinden in Angst und Schrecken versetzt – jetzt nicht mehr." Dabei bezieht er sich auf 8 neue Teammitglieder der Polizei von Northants, die alle auf den Namen Yamaha WR 450 F hören. 20 Polizeibeamte wurden für den Einsatz auf den Enduros geschult, denn die sind nur etwas wert, wenn das Fahrpersonal auch damit umgehen kann.

Die Cross-Motorräder sollen auch bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt werden. "Ich bin sicher, dass wir zusammen mit unseren Drohnen in der Lage sein werden, gefährdete Personen schneller als je zuvor zu finden und ihnen die nötige Unterstützung zukommen zu lassen.", so der Chief constable weiter.

Fazit

Auch wenn es die britische Polizei regelmäßig mit besonders rücksichtslosen Motorradfahrern zu tun hat, ist der Vorschlag, jedes Motorrad mit Geschwindigkeitsmessgeräten und Trackern auszustatten, schlicht unverhältnismäß. Vor allem weil – wie Craig Carey-Clinch erwähnte – besonders rücksichtslose Fahrer die Tracker deaktivieren oder entfernen würden.

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