Kampfflugzeug von Kawasaki: Dicke Lippe statt zwei Räder

Mehr als Motorräder, ATVs und Jet Skis
Kampfflugzeug von Kawasaki

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.03.2026
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Kawasaki Motors ist die Sparte, die wir Motorradfahrer gut kennen: Sie baut Motorräder – von Einsteiger-Bikes bis zu Supersportlern und großen Tourern – sowie je nach Markt auch ATVs/Side-by-Sides, Jet Skis, Außenborder bzw. Marine-Produkte und diverse Motor-/Power-Products.

Doch auch wenn die Motorradsparte weltweit das bekannteste Aushängeschild ist, der große Industriekonzern dahinter – Kawasaki Heavy Industries (KHI) – ist ein breit aufgestellter Technologiekonzern, der u. a. in den Bereichen Luft- und Raumfahrt (z. B. militärische Flugzeuge/Komponenten), Schiffbau, Schienenfahrzeuge, Energieanlagen, Industrieanlagen und Robotik aktiv ist. In der Luftfahrt ist Kawasaki in Japan seit Jahrzehnten ein wichtiger Player.

Kawasaki EC-2 mit ungewöhnlichem Design

Die Kawasaki EC-2, Japans neues Flugzeug für elektronische Kampfführung, zeigt erstmals ihr ungewöhnliches Design. Die Luftselbstverteidigungsstreitkräfte veröffentlichten Fotos der modifizierten Kawasaki C-2. Auffällig ist die voluminöse Bugpartie, ergänzt durch Aufbauten auf dem Rumpfrücken und Verkleidungen am Heck. Wie diese Änderungen die Aerodynamik beeinflussen, bleibt vorerst geheim.

Hinter dem Design steckt Technik: Die EC-2 ersetzt die in die Jahre gekommene EC-1 als Störflugzeug. Nach vier Jahrzehnten Dienstzeit wurde die EC-1 2025 außer Dienst gestellt, was eine Lücke in Japans Electronic Warfare hinterließ, die nun geschlossen wird.

Fotos vom Entwicklungs- und Testkommando der JASDF zeigen die modifizierte Maschine auf dem Stützpunkt Gifu. Die Kennung 68-1203 am Heck deutet darauf hin, dass die Zelle* nicht neu ist: Sie ist neun Jahre alt und diente zuvor als C-2 im Transportdienst.

*Flugzeugzelle "Zelle" bedeutet in diesem Kontext die Flugzeugzelle (engl. airframe): also die Grundstruktur des Flugzeugs – im Wesentlichen Rumpf, Tragflächen, Leitwerk und tragende Strukturen inklusive Fahrwerkaufnahmen etc.

Bis zu vier EC-2-Maschinen geplant

Bis zu vier EC-2-Maschinen sind geplant, doch die genaue Anzahl steht bislang nicht fest. Die Beschaffungsbehörde ATLA prüft den Bedarf. Der Zeitplan sieht Tests im laufenden Jahr und die Indienststellung bis Mitte 2027 vor. Iruma, eine japanische Stadt in der Präfektur Saitama etwa 40 km von Tokio entfernt, wird als künftige Basis gehandelt.

Breite Nase könnte Platz für Antennen bieten

Welche Technik sich in der Verkleidung verbirgt, bleibt geheim. Vermutlich bietet die breite Nase Platz für Antennen des Störsystems J/ALQ-5 von Toshiba, das gegnerische Radarstationen stört. Weitere Ausbuchtungen könnten Komponenten für Signalstörung und gesicherte Satellitenkommunikation enthalten. Mehrere optische Sensoren am Rumpf könnten zu einem Selbstschutz- und Raketenwarnsystem gehören, doch auch hier fehlen bestätigte Angaben.

Fazit