MOTORRAD Safety League 2025: 8 Finalisten auf der Nordschleife

Finale der MOTORRAD Safety League 2025
8 Finalisten auf der Nürburgring Nordschleife

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.08.2025
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Hatzenbach, Adenauer-Forst, Brünnchen, Döttinger Höhe – selbst wer wenig Bezug zum Motorsport hat, kennt diese Namen und weiß: Es geht um die Nürburgring Nordschleife. 73 Kurven, verteilt auf über 20 Kilometer. Es ist die schnellste und längste Einbahnstraße Deutschlands und eine der legendärsten Rennstrecken der Welt, die die acht Finalisten der MOTORRAD Safety League 2025 genießen dürfen. Ein Goodie, das an Exklusivität noch gewonnen hat, seit Motorräder von den Touristenfahrten ausgeschlossen sind.

8 Teilnehmer schafften es ins Finale

Um hier hinzukommen, haben die Teilnehmer in den Vorrunden und den Halbfinals ihr fahrerisches Können unter Beweis gestellt. Sie punkteten bei Geschicklichkeitsübungen und Theoriefragen und ergatterten einen der acht begehrten Final-Plätze. Nicht nur die Teilnahme am Perfektionstraining des MOTORRAD action teams auf der Nordschleife zählte zum Preis, sondern auch die Hotelübernachtung sowie Verpflegung für zwei Tage.

Das Wichtigste jedoch, und das erklärte Ziel der Safety League, die von MOTORRAD und ADAC organisiert wird: mehr Sicherheit im Straßenverkehr. "Ich habe superviel gelernt und mich sehr wohlgefühlt", resümiert Ralf Montag die zwei Tage in der Eifel. Der 52-Jährige ist mit seiner BMW R 1200 GS aus der Nähe von Köln angereist und schnuppert – wie die meisten Finalisten – das erste Mal Nordschleifen-Luft. "Unser Instruktor Sven ist Runde für Runde die perfekte Linie vorgefahren und hat jeden von uns abgeholt", lobt er die Anleitung von Coach Sven Loll, der die acht Teilnehmer zusammen mit Kollege Dirk Müller sicher über die längste Achterbahn der Welt führte.

Vorbereitendes Sektionstraining auf dem Nürburgring

Zwischen den Turns gab es reichlich Tipps zur richtigen Fahrtechnik für die "Grüne Hölle". Doch auch für Straßen abseits der Nordschleife nehmen die Teilnehmer jede Menge mit, so ist sich Thomas Lilienthal sicher. "Gerade so etwas wie die richtige Blickführung kann man hier perfekt üben. Ich kann das Training und die Teilnahme an der Safety League nur jedem empfehlen", erklärt der Bayer die Benefits der zwei Finaltage und des vorangegangenen Sicherheitstrainings und Halbfinales.

Bevor es für die Finalisten auf eine komplette Runde um die Nordschleife ging, stand das Sektionstraining an. Die einzelnen Gruppen des Perfektionstrainings können dabei einen Abschnitt des langen Kurses intensiv trainieren. Bremspunkte, Einlenkpunkte, Kurvenscheitel werden so in kurzen Abständen immer wieder durchfahren und verinnerlicht. Thomas, der sich im Simulator auf das Nordschleifentraining vorbereitet hat, kommt sich direkt heimisch vor. "Das Kiesbett in der Arembergkurve – wo unser Sektionstraining stattfand – kenne ich wie meine Westentasche", lacht der 58-Jährige.

Teilnehmer jagen über die Eifelachterbahn

Einen anderen Ansatz verfolgt Manfred Henning. Der Franke war zwar auf den Tag genau vor 14 Jahren und 11 Monaten schon einmal auf der Nordschleife unterwegs, speziell vorbereitet habe er sich aber nicht. "Ich verlasse mich voll auf den Instruktor. Bleibt er auf dem Gas, folge ich. Da ist schon ein sehr großes Vertrauen", erklärt der 58-Jährige. "Ich kenne die Situation auch von der anderen Seite, denn ich instruiere selbst hin und wieder auf kleineren Kursen wie dem Spreewaldring oder Groß Dölln."

Dieses Vertrauen zum Vordermann wächst Runde um Runde, während die Teilnehmer immer sicherer und flotter über die Eifelachterbahn jagen. Die Gelegenheit, die legendäre Strecke hautnah zu erkunden, lässt sich auch BMW Motorrad Deutschland-Chef Mike Sommer nicht entgehen, der zusammen mit den Teilnehmern und weiteren Sponsoren von Held und Sas-Tec fleißig Kilometer auf der "Grünen Hölle" sammelt. Die Pausen werden genutzt, um über die perfekte Linie zu fachsimpeln.

Reichlich Spaß mit 60 PS-Klassiker

Während das BMW-Oberhaupt mit aktuellem Material aus der bayerischen Fahrzeugschmiede seine Runden dreht, scheucht Stefan Kordel einen echten Klassiker über den Kurs. Er beweist, dass man mit 60 PS aus einer BMW R100 GS, Baujahr 1991, nicht nur reichlich Spaß auf der Strecke haben kann, sondern sich auch keine Gedanken machen muss, den Anschluss an die Gruppe zu verlieren.

Mit dem Elektrobike auf der Nordschleife

60 PS, wenn auch nur kurzzeitig, liefert auch die Zero S von Siegfried Haslbeck. Der Münchener ist früher 125er gefahren und seit Kurzem Wiedereinsteiger auf dem Elektrobike. "So viel Leistung in dieser Klasse, das ist der blanke Wahnsinn", begründet er seine Entscheidung zum E-Antrieb. Die Fahrt auf der Nordschleife? Ein Experiment, das glückt. Die Ladezeiten zwischen den Turns reichen aus, um genug Saft nachzutanken für weiteren Höllenspaß.

Voller Erfolg der 4. Safety League Auflage

Die Safety League war auch in ihrer vierten Auflage ein voller Erfolg. Nächstes Jahr geht es definitiv in die fünfte Runde. Jeder, der ein ADAC-Fahrsicherheitstraining absolviert, kann sich anmelden und steht mit ein wenig Losglück und dem nötigen Geschick vielleicht auch schon bald im Finale.