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Das versprechen die Hersteller

Einige Hersteller bieten Garantien über die gesetzliche Gewährleistung hinaus. Zumindest bezüglich der Laufzeit. Eine Übersicht über die Garantielaufzeiten der großen Motorradhersteller.

Wenn das neue Bike plötzlich einen Schaden hat, obwohl es nur ganz normal gefahren wurde, ist das extrem ärgerlich. Zum Glück gibt es die Garantie. Oder die Gewährleistung? Oder ist das das Gleiche?

Garantie und Gewährleistung

Nein. Garantie ist nicht gleich Gewährleistung. Auch wenn diese beiden Begriffe häufig synonym verwendet werden, grenzen sie sich doch klar voneinander ab.

Gewährleistung

Die Gewährleistung, auch Sachmängelhaftung genannt, ist gesetzlich geregelt und muss von jedem Verkäufer gegenüber dem Kunden eingeräumt werden. Dementsprechend kann der Gewährleistungsanspruch auch nur gegenüber dem Verkäufer geltend gemacht werden, also beispielsweise nicht gegenüber einem anderen Händler der gleichen Marke.

Bei neuen Motorrädern beträgt der gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistungszeitraum zwei Jahre. In diesen zwei Jahren haftet der Verkäufer für alle Mängel, die nachweislich bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestanden haben. Ab dem sechsten Monat muss der Käufer allerdings beweisen, dass der Mangel bereits zu diesem Zeitpunkt bestand.

Garantie

Garantie ist dagegen das freiwillige Versprechen eines Garantiegebers, dass eine Sache bestimmte Eigenschaften über einen bestimmten Zeitraum behält. Hört sich erstmal sehr abstrakt an. Die Garantievereinbarung zwischen Käufer und – aufgepasst – Hersteller beinhaltet deshalb eine genaue Beschreibung, welche Leistungen unter welchen Bedingungen geltend gemacht werden können. Wenn der Hersteller den Mangel nicht anerkennt, kann der Kunde seine gesetzlichen Ansprüche gegenüber dem Verkäufer geltend machen.

Bei Motorrädern gilt die Garantie normalerweise auf so ziemlich alle Teile. Vor allem der Motor, das Getriebe und die elektrische Anlage sind häufig Garantiefälle. Verschleißteile sind normalerweise nicht Bestandteil der Garantie. Üblich sind in der Motorradbranche Garantiezeiten, die kaum über die Zeit der gesetzlichen Gewährleistung hinausgehen.

Ducati
Ducati gibt auf alle Modelle zwei Jahre Garantie.

In der Garantieerklärung von Ducati heißt es beispielsweise: „Die Garantie erlischt, wenn das Motorrad von anderen repariert oder gewartet wird, wie auch beim Einbau von Nicht-Originalersatzteilen. Außerdem deckt die Garantie keine Schäden aus Unfällen, durch Überladung, missbräuchlicher oder fahrlässiger Verwendung.“ Ähnliche Formulierungen finden sich auch in den Erklärungen der anderen Hersteller. Beim Neukauf eines Motorrads ist es daher sinnvoll, sich über Garantiebedingungen zu informieren, um (gegebenenfalls bösen) Überraschungen vorzubeugen. ACHTUNG: Garantiezeiten gelten meist nur für Straßen- und nicht für Wettbewerbsmotorräder.

Um einen Gewährleistungsanspruch geltend machen zu können, muss das Bike übrigens nicht beim Vertragshändler gewartet worden sein.

Das sind die Standardlaufzeiten der Hersteller

Alle bekannten Marken bieten den Kunden eine Herstellergarantie. Bei einigen ist auch eine weitere Verlängerung der Garantiezeit gegen Aufpreis möglich. Standardmäßig gewähren die Hersteller folgende Garantiezeiten (Stand 08/2019):

  • Honda: 2 Jahre
  • Yamaha: 2 Jahre
  • Kawasaki: 2 Jahre
  • Suzuki: 2 Jahre
  • BMW: 3 Jahre (sogenannte 2+1 Gewährleistung)
  • KTM: 2 Jahre
  • Husqvarna: 2 Jahre
  • Triumph: 4 Jahre
  • Ducati: 2 Jahre
  • MV Agusta: 3 Jahre
  • Aprilia: 2 Jahre
  • Moto Guzzi: 2 Jahre
  • Harley-Davidson: 4 Jahre
  • Indian: Scout und FTR 2 Jahre, alle anderen Modelle 5 Jahre

Garantieverlängerungen sind fast immer möglich. Über Bedingungen informieren die Händler.

Fazit

Für Autos sind Herstellergarantien bis zu sieben Jahren keine Seltenheit. In den Garantievereinbarungen finden sich dann aber auch viele Schlupflöcher, durch die sich die Hersteller dann im Schadensfall oft der Haftung entziehen können. Dass die Garantiezeiten bei Motorrädern deutlich kürzer ausfallen, ist trotzdem schade.

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