Motoplaner hört auf

Routenplanungstool stellt Betrieb ein

www.motoplaner.de: Der übersichtliche Motoplaner fokussiert sich recht simpel auf die Routing-Funktionen ...

Auf motoplaner.de konnten Motorradfahrer kostenlos Routen planen und für die Nutzung auf ihrem Navi exportieren. Am 25. Mai 2018 schaltet der Entwickler das beliebte Portal ab. Neben einer wirklich ausführlichen Begründung liefert er aber auch einen Lösungsansatz für bisherige User.

Ein Online-Tourenplaner für Motorradfahrer, einfach zu bedienen und kostenlos – das war Ziel von Denny Rieche, Entwickler und Betreiber von motoplaner.de. Jetzt wird das Portal abgeschaltet und durch die Szene geht ein Aufschrei.

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Lösung und/oder Alternative für Nutzer

Die beruhigende Nachricht für alle Nutzer: Alle MPJS-Dateien (eigenes Format von Motoplaner) sowie Routen-Links, die bislang über die „Weitergeben“-Funktion erstellt wurden, sollen weiterhin nutzbar bleiben. Der Entwickler von motoplaner.de hat sich nach eigenen Aussagen nämlich wiederum mit einem der Betreiber von kurviger.de ausgetauscht und beschlossen, „den gesamten noch verbliebenen Traffic von motoplaner.de nach dessen Abschaltung auf kurviger.de weiterzuleiten“. Eine Import-Möglichkeit für MPJS-Dateien soll auf kurviger.de schon bereitstehen, an der „Weiterleitung + Auswertung der Motoplaner-Routen-Links“ arbeiten die beiden noch. „Bis zum Abschalten von Motoplaner am 25.05. soll die Funktionalität aber bereitstehen. Damit sollen Nutzern - abgesehen von der simplen und effizienten Bedienbarkeit von Motoplaner - keine Daten durch die Schließung von Motoplaner verloren gehen, so Denny Rieche von motoplaner.de auf seiner Seite.

Gründe für die Abschaltung

Gut dreieinhalb Word-Seiten werden es wohl sein, die der Betreiber von motoplaner.de gefüllt hat, um den Usern zu erklären, warum er sich für die Abschaltung entschieden hat:

1. Ab dem 11. Juni 2018 wird das Google-Kartenmaterial kostenpflichtig. „Für Motoplaner hieße dies (…) tägliche Kosten im 3-stelligen Bereich.“, schreibt der Betreiber. 

2. Die europäische DSGVO, die ab dem 25. Mai 2018 in Kraft tritt. Für einen Einzelkämpfer sorge die neue Datenschutz-Grundverordnung für „ein ernstzunehmendes zeitliches Problem“. Weiterhin heißt es auf motoplaner.de: „Ich werde ALLE durch meine Person kostenfrei zur Verfügung gestellten & gepflegten Online-Angebote einstampfen. Weiterhin werde ich meine Selbständigkeit an den Nagel hängen. Tabularasa. Der Tag hat nur 24 Stunden. Love it, change it or leave it.”

3. “Internet und die menschliche Distanz”, heißt die Überschrift zum dritten Grund für die Abschaltung. Ein Auszug der ausführlichen Erläuterung folgendermaßen:

Das unbewußte psychologische Experiment mit im Lauf der Jahre vielen tausenden Kontakten, die daraus gewonnenen persönlichen Einsichten, hinterlassen einerseits Unmengen an positiven Erlebnissen, erstaunliche Erfahrungen in jedweder Hinsicht. Andererseits führen sie dazu, daß ich mich aus dem Internet als Content-Produzent vollständig zurückziehen möchte.

Die Distanz im Internet ist für einige Menschen schlicht zu klein, um respektvoll und freundlich mit dem Gegenüber umzugehen. Nennt mich im regulären Leben jemand im übertragenen Sinne "Arschloch", dann wird es in den meisten Fällen wahrscheinlich dringend Zeit, das eigene Verhalten zu reflektieren. Im Internet ist die Distanz scheinbar so gering, daß solche Dinge manchen Menschen erstaunlich leicht über die Lippen - oder die Tastatur - gehen.

4. „Alte Technik“: Da motoplaner.de auf einer zehn Jahre alten Technik basiert, sieht der Entwickler in dem Bereich dringenden Handlungsbedarf, aber keine Zeit für die Umsetzung.

5. „Ellenbogen & Dreistigkeiten allenthalben“: Unter diesem Punkt wird abgehandelt, was der Entwickler und Betreiber von motoplaner.de zum Thema Ideenklau erlebt hat. Ein Auszug: „Die Selbstbedienungsmentalität mancher Anbieter im Netz (…) ist mir persönlich mittlerweile in ausreichendem Maße zuwider.“

6. Zeit: „Hierzu sagt der Betreiber: "Job + tägl. Fahrzeiten von bis zu 4h ließen wenig Raum für egal was. (...) Ich schaffe es aktuell nicht, Motoplaner die Zeit zu widmen, die notwendig wäre (am Stück 2-3 Monate Vollzeit).“

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