Motorrad fahren und Fußball spielen – da gibt es Parallelen: Tempo, Präzision, Körpergefühl, Adrenalin. Trotzdem sieht man im Spitzenfußball nur selten Spieler, die offen als Motorradfahrer auftreten. Das hat weniger mit mangelnder Leidenschaft zu tun, sondern mit dem Geschäft: Ein Profi ist für seinen Verein nicht nur Sportler, sondern ein Millionen-Asset.
Und genau deshalb ist das Motorrad im Fußball oft weniger Fortbewegungsmittel als Vertragsfrage. Eine Muskelverletzung kostet Spiele; ein Sturz kostet im Zweifel eine Saison. Das Risiko ist für den Club – und damit für den Spieler – finanziell und sportlich schwer zu rechtfertigen.
Dürfen Fußball-Profis generell kein Motorrad fahren?
Ein generelles, überall gleiches Motorradverbot gibt es nicht. In der Praxis läuft es meist über drei Ebenen:
1) Vertrag & Versicherung:
Viele Profiverträge enthalten Klauseln zu "riskanten Aktivitäten". Das Wort "Motorrad" steht nicht zwangsläufig drin – aber Formulierungen wie "unnötige Gefährdung", "gefährliche Sportarten" oder "motorisierter Rennsport" sind typisch. Das reicht, um das Thema im Zweifel abzuklemmen: Wer sich beim "vermeidbaren Risiko" verletzt, hat schnell Ärger – von Regressfragen bis zu leistungsbezogenen Kürzungen.
Motoball statt FußballMotoball ist eine Motorsportart, die Fußball und Motorradfahren kombiniert: Zwei Teams treten auf einem Platz gegeneinander an und versuchen, einen übergroßen Ball mit den Motorrädern ins gegnerische Tor zu befördern. Pro Mannschaft sind typischerweise vier Fahrer und ein Torwart dabei; der Torwart steht meist zu Fuß im Strafraum. Gespielt wird in mehreren Spielabschnitten, mit Regeln ähnlich dem Fußball (Anstoß, Aus, Freistöße).
2) Vereinsregeln (Team-/Verhaltenskodex):
Selbst wenn der Vertrag nicht explizit ist, können Clubs intern klare Leitplanken setzen: keine Rennstrecke, kein Offroad, keine leistungsstarken Aktivitäten außerhalb des Trainings. Manchmal ist Motorradfahren faktisch nicht verboten, aber "unerwünscht" – und das ist oft ähnlich wirksam.
3) Realität des Profialltags:
Wer ohnehin Fahrer, Clubwagen und einen eng getakteten Kalender hat, steigt seltener aufs Bike. Dazu kommt: Jeder Unfall wäre eine Schlagzeile. Viele halten das Thema deshalb bewusst privat – auch wenn sie fahren.
Prominente Beispiele: David Beckham und Mario Balotelli
Gerne mit und auf Motorrädern zeigt sich der – allerdings nicht mehr aktive – englische Fußball-Star David Beckham. Und Mario Balotelli aus Italien war es sogar vertraglich untersagt, seiner Leidenschaft fürs Kartfahren nachzugehen, während er beim AC Mailand unter Vertrag war (2013 – 2014). Bekannt wurde das, weil er – um die Vertragsklausel nicht zu verletzen – statt mit einem kleinen Kart-Flitzer mit seinem Ferrari 450 auf der Kartbahn fuhr.

Die Mannschaft des MSC Puma Kuppenheim in Aktion. 2027 hat der Verein die Ehre, als Ausrichter der Motoball-Europameisterschaft fungieren zu dürfen. Die EM findet vom 14. bis 18. Juli 2027 statt.
Bundestrainer Julian Nagelsmann fährt Motorrad
Was für Spieler gilt, muss nicht für Trainer gelten. Julian Nagelsmann wurde im Laufe der Jahre unter anderem auf einer Custom-Harley-Davidson auf Softail-Basis gesichtet. Zudem besitzt er wohl eine Triumph Speed Triple sowie aktuelle Modelle von Ducati und eine Vespa.





