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MotoGP 2018 in Valencia (Spanien)

Rennen in Valencia: Ducati mit krönendem Saisonfinale

In einem extrem spannenden Saisonfinale fährt Andrea Dovizioso zum letzten Sieg des Jahres. Pol Espagaro beweist Kämpferherz und beschert KTM trotz Sturz das erste MotoGP-Podium. Rossi verspielt erneut Topergebins.

Während das Qualifying am Samstag auf trockener Strecke ausgetragen wurde, mussten die Fahrer am Sonntag wieder mit einem komplett nassen Kurs vorliebnehmen. Hatten die Rennen der Moto3 und Moto2 im Vorfeld der MotoGP für weniger Wasser auf der Strecke gesorgt und waren viel MotoGP-Teams auf Regenreifen in der Medium-Mischung in die Startaufstellung gefahren, führte wiedereinsetzender Regen kurz vor Rennstart noch zu hektischen Wechseln auf die soften Reifen und zu einem Start als Wet Race.

Am besten kam Alex Rins mit den Bedingungen zurecht. Der spanische Suzuki-Pilot übernahm von Platz zwei kommend schon vor Kurve eins die Führung von Maverick Vinales und setzte sich direkt ab. Dahinter machte Pol Espagaro ebenfalls Druck nach vorne und kämpfte mit Andrea Dovizioso um Platz drei. Auch Valentino Rossi, der sich nur für Startplatz 16 qualifiziert hatte, nutzte die widrigen Umstände perfekt und fuhr am Ende der ersten Runde schon auf Platz 10.

Hinter Rins übernahm in der zweiten Runde erst Andrea Dovizioso von Maverick Vinales Platz zwei, kurz darauf gingen auch Marc Marquez und Pol Espagaro am Spanier vorbei. In Runde vier überholten dann auch Danilo Petrucci und Jack Miller den Yamaha Piloten. Besser lief es zu diesem Zeitpunkt für Vinales Teamkollegen Valentino Rossi und in Runde fünf verdrängte Vale den zweiten Yamaha-Piloten auf Platz acht.

Regen sorgt für Rennabbruch

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Pol Espagaro stürzte in der ersten Rennhälfte und profitierte vom Rennabbruch

Ab Runde fünf war es dann der immer heftigere Regen, der die Geschehnisse prägte. Erstes Opfer war der auf Platz sechs liegende Jack Miller, der seine Ducati im spanischen Kies versenkte. Der Pramac-Fahrer eröffnete aber nur eine Sturzserie, der im Anschluss auch Millers Teamkollege Danilo Petrucci, Pol Espagaro (KTM) und auch Marc Marquez zum Opfer fielen. Während Espagaro die Fahrt auf seiner KTM fortsetzen konnte, war für den Weltmeister das Rennen beendet.

Profiteur war Valentino Rossi, der durch die Stürze auf der teilgefluteten Strecke nicht nur auf Platz drei nach vorne gespült wurde, sondern auch die Lücke zu Andrea Dovizioso und Alex Rins an der Spitze schließen konnte. Auch für Maverick Vinales und Franco Morbidelli sah es kurz danach aus, als könnten sie zur Spitze aufschließen. Kurz vor Rennmitte gingen dann aber auch diese beiden zu Boden. Infolge der vielen Stürze wurde das Rennen anschließend abgebrochen. Da erst die gut die Hälfte der Renndistanz gefahren war, wurde der Grand Prix als Sprint-Rennen über dreizehn Runden erneut gestartet.

Die Startaufstellung zum Restart entsprach dann dem Rennstand zum Ende von Runde dreizehn mit Alex Rins, Andrea Dovizioso und Valentino Rossi in Startreihe eins. Alex Rins gelang vor Andrea Dovizioso erneut der beste Start und auch Pol Espagaro, der im ersten Rennen noch gestürzt war, nutzte den Neustart und kam auf Platz fünf liegend aus der ersten Kurve.

Die Freude über die Führung währte bei Rins aber nur kurz. Bereits in Runde zwei ging Andrea Dovizioso am Suzuki-Piloten vorbei und gab die Führung anschließend auch nicht mehr her.

Während sich die Dreiergruppe aus Dovizioso, Rins und Rossi an der Spitze absetzen konnte und Pol Espagaro und Dani Pedrosa (Honda) um Platz vier kämpften, arbeitete sich mit Testfahrer Michele Pirro ein zweiter Ducati-Pilot durch die Top Ten nach vorne und schnappte sich in Runde sieben den auf Platz fünf liegenden Dani Pedrosa. Zeitgleich wurde Alvaro Bautista zurückgereicht und stürzte zur Rennmitte auf Platz zehn liegend. Kurz darauf ging auch Valentino Rossi zu Boden. Der Italiener konnte sich zwar auf Platz dreizehn wieder einreihen, machte mit seinem Sturz aber den Weg frei für das erste Podium von Pol Espagaro auf KTM in der MotoGP.

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Stefan Bradl fuhr als Ersatz für Cal Crutchlow beim Team LCR und beendete das Rennen auf Rang dem neun.

Auch Michele Pirro profitierte vom Missgeschick Rossis und wurde hinter Pol Espagaro Vierter. Platz fünf ging am Ende an Dani Pedrosa, der seine Karriere nach einer schwachen zweiten Saisonhälfte mit einem versöhnlichen Ergebnis beendet. Ebenfalls mehr als zufrieden dürfte Takaaki Nakagami sein, der vor Johan Zarco (Tech3 Yamaha) und Bradley Smith (KTM) mit Platz sechs sein bestes Saisonergebnis einfahren konnte. Die Top Ten komplettieren Cal-Crutchlow-Ersatz Stefan Bradl (LCR) und Hafiz Syharin (Tech3 Yamaha).

Position  Nr. Fahrer Motorrad Team Punkte
1 #04 Andrea Dovizioso Ducati Ducati 25
2 #42 Alex Rins Suzuki Suzuki 20
3 #44 Pol Espagaro KTM KTM 16
4 #51 Michele Pirro Ducati Ducati 13
5 #26 Dani Pedrosa Honde Repsol Honda 11
6 #30 Takaaki Nakagami Honda LCR 10
7 #5 Johann Zarco Yamaha Tech 3 6
8 #38 Bradley Smith KTM KTM 8
9 #6 Stefan Bradl Honda LCR 7
10 #55 Hafizh Syahrin Yamaha Tech 3 6
11 #45 Scott Redding Aprilia Aprilia 5
12 #99 Jorge Lorenzo Ducati Ducati 4
13 #46 Valentino Rossi Yamaha Yamaha 3
14 #17 Karel Abraham Ducati Aspar 2
15 #81 Jordi Torres Ducati Reale Avintia 1
Out #25 Maverick Viñales Yamaha Yamaha 0
Out #9 Danilo Petrucci Ducati Pramac 0
Out #43 Jack Miller Ducati Pramac 0
Out #12 Thomas Lüthi Honda Marc VDS 0
Out #93 Marc Marquez Honda Repsol Honda 0
Out #29 Andrea Iannone Suzuki Suzuki 0
Out #41 Aleix Espargaro Aprilia Aprilia 0
Out #21 Franco Morbidelli Honda Marc VDS 0
Out #19 Alvaro Bautista Ducati Ducati 0

Qualifying

Die Trainings zum Saisonfinale im spanischen Valencia wurden überraschenderweise vom Wetter und teils heftigem Regen geprägt. Nachdem am Freitag die erste Session noch abgebrochen werden mussten, waren die Bedingungen am Samstag etwas besser, auf der abtrocknenden Strecke am Ende des dritten freien Trainings gelang aber nicht alle Top-Fahrer der Direkteinstieg in Q2.

So mussten mit Valentino Rossi und Maverick Vinales nicht nur beide Yamaha-Werkspiloten im ersten Qualifying antreten, mit Andrea Iannone (Suzuki) und Jorge Lorenzo (Ducati) konkurrierten noch zwei weitere Werksfahrer um die letzten beide Plätze für das Abschluss-Qualifying mit.

In Q1 war es dann auf fast komplett trockener Strecke aber Bradley Smith, der die erste, valide Bestzeit vorlegte. Von den Favoriten war es zu Beginn einzig Maverick Vinales, der Topzeiten fahren konnte und stand zur Halbzeit mit einer 1:32,418 Minuten ganz oben auf der Zeitliste.

Im zweiten Durchgang überschlugen sich dann die Ereignisse. Franco Morbidelli legte die nächste Bestzeit vor, wurde dann aber erst von Maverick Vinales unterboten, kurz darauf drehte dann Andrea Iannone die schnellste Runde. Der Italiener konnte im folgenden Umlauf nochmal nachlegen und machte mit einer 1:31,382 Minuten den Einzug vor Vinales ins Abschlussqualifying fix. Nicht so gut lief es für Jorge Lorenzo und Valentino Rossi. Während Lorenzo den Einzug in Q2 knapp verpasste und nur von Position 13 ins Rennen gehen wird, reichte es für Vinales Teamkollegen nur für Startplatz 16.

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Marc Marquez stürzte zu Beginn des Qualifying und fuhr trotz kurzzeitig ausgekugelter Schulter im Anschluss auf Startplatz 5.

Zu Beginn des Abschlussqualifying war es dann keine Bestzeit, sondern ein Sturz von Marc Marquez im ersten Umlauf, der das Geschehen prägte. Der Spanier stürzte in Kurve 4, kugelte sich dabei die Schulter aus, schaffte es aber, kurz vor Ende des Qualifyings wieder auf dem Motorrad zu sitzen. Den Kampf um die Spitzenposition auf der Zeitenlisten fochten in der Zwischenzeit mit Andrea Dovizioso, Jack Miller und Danilo Petrucci fast ausschließlich Ducati-Piloten untereinander aus. Einzig Alex Rins (Suzuki) konnte hier mitmischen und stand bis fünf Minuten vor Schluss hinter Danilo Petrucci auf Platz zwei.

Den Schlusskampf um die Pole eröffnete dann mit einer 1:31,359 Minuten Maverick Vinales. Während Jack Miller und Johan auf Topzeiten-Kurs stürzten, sicherte sich Alex Rins vor Andrea Dovizioso Startplatz drei. Marc Marquez fuhr unter Schmerzen hinter Danilo Petrucci auf Startplatz 5. KTM-Pilot Pol Espagaro komplettiert die zweite Startreihe und geht am Sonntag von einem starken sechsten Startplatz ins Rennen.

Position  Nr. Fahrer Motorrad Team
1 #25 Maverick Viñales Yamaha Yamaha
2 #42 Alex Rins Suzuki Suzuki
3 #04 Andrea Dovizioso Ducati Ducati
4 #9 Danilo Petrucci Ducati Pramac
5 #93 Marc Marquez Honda Repsol Honda
6 #44 Pol Espagaro KTM KTM
7 #29 Andrea Iannone Suzuki Suzuki
8 #41 Aleix Espargaro Aprilia Aprilia
9 #26 Dani Pedrosa Honde Repsol Honda
10 #43 Jack Miller Ducati Pramac
11 #5 Johann Zarco Yamaha Tech 3
12 #51 Michele Pirro Ducati Ducati
13 #99 Jorge Lorenzo Ducati Ducati
14 #30 Takaaki Nakagami Honda LCR
15 #21 Franco Morbidelli Honda Marc VDS
16 #46 Valentino Rossi Yamaha Yamaha
17 #12 Thomas Lüthi Honda Marc VDS
18 #17 Karel Abraham Ducati Aspar
19 #19 Alvaro Bautista Ducati Ducati
20 #6 Stefan Bradl Honda LCR
21 #55 Hafizh Syahrin Yamaha Tech 3
22 #38 Bradley Smith KTM KTM
23 #81 Jordi Torres Ducati Reale Avintia
24 #45 Scott Redding Aprilia Aprilia

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