Barni Racing Ducati Panigale V2 Test Barni Racing

Neue Regeln für Supersport-WM

Ab 2022 neue Motoren möglich

Derzeit dominieren in der Supersport-WM noch 600er-Vierzylinder. Viele Hersteller sind mit dem Reglement unzufrieden und wünschen sich neue Motoren-Konzepte. Barni Racing lotet bereits das Potenzial einer Ducati Panigale V2 aus. Auch die FIM prüft neue Konzepte.

Die Supersport-WM gilt auf Aufstiegsklasse für die Superbike-WM. Die von der Dorna ausgerichtete WSSP verliert aber immer mehr an Attraktivität. Der Markt-Erfolg der dort dominierenden 600er-Supersportkonzepte liegt lange zurück. Die Hersteller bedienen diese Klasse in der Serie kaum noch. Yamaha hat mit der R6 das aktuellste Modell am Start. Kawasaki setzt in der Serie schon lange auf die ZX-6R mit 636 cm³ Hubraum und Honda offeriert die aktuellste CBR 600 RR nur in Japan. MV Agusta bietet mit der F3 675 den Japanern als einziger mit einem Dreizylinder die Stirn – das Konzept ist aber ausgereizt, hört man aus Italien.

Um frischen Wind in die Supersport-WM zu bringen, wollen verschiedene Hersteller eine Reglementsänderung, die neue, vielfältiger Motorenkonzepte erlaubt. Die Japaner fahren mit dem aktuellen Reglement gut und würden gerne daran festhalten. Derzeit gilt: Vierzylinder-Modelle müssen zwischen 400 und 600 cm³ Hubraum haben, Dreizylinder-Aggregate müssen zwischen 500 und 675 cm³ liegen. Zweizylinder sind zulässig, wenn sie zwischen 600 und 750 cm³ liegen.

Erste Testfahrten mit Ducati Panigale V2

Wenn man aber auf die Serienmodelle der großen Hersteller blickt, findet man kaum passendes Material. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, möchte MV Agusta auf die F3 800 aufrüsten. Bei KTM und BMW finden sich in der Mittelklasse Reihenzweizylinder mit rund 900 cm³. Triumph beschickt die Moto2-Klasse schon mit 765 cm³ großen Dreizylindern. In Italien macht man sich Hoffnung, dass auch bis zu 1.000 cm² große Zweizylinder zum Zuge kommen könnten. Entsprechend hat das Team Barni Racing aktuell mit dem Segen von Ducati ein Testprogramm mit der Ducati Panigale V2 gestartet. Als Testfahrer fungiert Ex-Supersport-Weltmeister Randy Krummenacher.

FIM lässt neue Motorenformel prüfen

Wie die FIM am 9. November 2020 mitteilt, werden die internationalen Serienorganisatoren DWO und MSVR bei der zukünftigen Entwicklung der Supersport-Kategorie zusammenarbeiten. Die von der Produktion abgeleitete Zwischenklasse ist seit langem etabliert, aber im Zuge der Entwicklung des Motorradmarktes ist klar, dass Änderungen erforderlich sind, damit mehr Motorradmodelle zugelassen werden können.

Ausgehend von den jüngsten Erfahrungen aus der Junior Supersport 300-Kategorie, in der Motorräder mit unterschiedlichem Hubraum und unterschiedlicher Architektur ausgewogen sind, um die Wettbewerbsgleichheit zu gewährleisten, könnte dasselbe Prinzip auf die zukünftige Ausrichtung der größeren Supersport-Klasse angewendet werden, heißt es in einer FIM-Mitteilung.

Geplante neue Vorschriften könnten es ermöglichen, dass verschiedene Hersteller Maschinen homologieren, die derzeit nicht zur Teilnahme an der Supersport-Klasse berechtigt sind, was sowohl für die Teams als auch für den Serienorganisator einen Mehrwert darstellt.

Erste Tests in britischer Meisterschaft

MSVR als Organisator der British Supersport Championship wird die Entwicklung der Klasse im Jahr 2021 mit der Einführung einer Triumph 765-Dreizylindermaschine und später in der Saison einer Ducati 959-Zweizylindermaschine steuern, um zu bewerten, ob diese neuen technischen Vorschriften die Plattform sein könnte, für die von DWO organisierte FIM Supersport-Weltmeisterschaft 2022 verwendet wird.

Umfrage

Wünschen Sie sich mehr Vielfalt in der Supersport-WM?
88 Mal abgestimmt
Ja, unbedingt.
Nein, so wie es ist, ist es gut.

Fazit

Neue Motorenregeln könnten neue Hersteller in die Supersport-WM locken. Und auch bei den Fans dürfte der Kampf zwischen verschiedenen Konzepten gut ankommen. Der Ball liegt jetzt bei der Dorna.