Tod einer Rennlegende

Trauer um Angel Nieto

Foto: 2snap

Der 13fache Weltmeister Angel Nieto ist tot. Die spanische Rennlegende erlag am Donnerstag den Folgen eines Verkehrsunfalls in Ibiza.

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Am Mittwoch, 26. Juli, war Angel Nieto in seiner Wahlheimat Ibiza mit einem Quad-Bike unterwegs, als er beim Bremsen und Rechtsabbiegen an einer Kreuzung von einer Autofahrerin übersehen und von hinten gerammt wurde. Bei dem Sturz verlor der 70jährige den Helm und erlitt ein Schädeltraume, weshalb er in der Poliklinik Nuestra Senora del Rosario von Ibiza in ein künstliches Koma versetzt wurde. In den ersten Tagen wurde sein Zustand als ernst, aber nicht kritisch betrachtet, worauf die Ärzte allmählich die Dosierung der entsprechenden Schlafmittel verringerten und das baldige Erwachen Nietos ankündigten. Die Wende zum Schlechten kam erst jetzt am Donnerstag mit einem Gehirnödem, die trotz einer Notoperation an der Schädeldecke zur Druckverminderung schwere Gehirnschäden hervorrief.

Mit Angel Nieto verliert der Motorradsport nicht nur einen seiner erfolgreichsten Vertreter, mit 90 Siegen und 13 Titeln in der 50 ccm- und der 125 ccm-Klasse, sondern eine Lichtgestalt, die stets auf der Sonnenseite des Lebens stand, jeden Tag in vollen Zügen genoss und feiern konnte wie ein Rockstar. Als Rennfahrer war er berühmt für die Katz' und Maus-Spiele, die er aus Schabernack mit seinen klar unterlegenen Herausforderern spielte. Nach dem Ende der eigenen Karriere und der eigenen Serie von Titeln, die der abergläubische Spanier stets als "12+1" aufzuzählen pflegte, wurde er zunächst zum erfolgreichen Teamchef und machte Emilio Alzamora zum 125 ccm-Champion - unter anderem dadurch, dass er seinen Sohn Gelete Nieto beim entscheidenden Rennen zurückpfiff und Alzamora auf diese Weise den letzten noch fehlenden WM-Punkt zuschanzte. Anschließend wurde Angel Nieto zu einem kompetenten und witzigen Fernsehkommentator, einer ebenfalls langjährigen, zweiten Karriere, die er erst in dieser Saison unterbrach, um sich seinem jüngsten Sohn Hugo aus zweiter Ehe widmen zu können, der sich mit 16 Jahren in der Schule von Rafael Nadal in Mallorca auf eine Laufbahn als Tennis-Profi vorbereitet.

Schon zuvor hatte er seine älteren Söhnen Gelete und Pablo sowie seinen Neffen Fonsi bei deren Rennfahrerkarrieren unterstützt. Während Fonsi Nieto die Branche wechselte und als Disc-Jockey erfolgreich wurde, arbeiten die Söhne bis heute im Fahrerlager, Gelete als Riding Coach von Héctor Barberá, Pablo als Manager des Sky-Teams von Valentino Rossi in der Moto3- und der Moto2-Klasse. "Er war ein großartiger Vater, ein großartiger Freund und ein großartiger Sportler. Wir sind alle sehr traurig", erklärte Gelete.

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