Nachhaltigkeit
Alternative Antriebe

Kawasaki EV und HEV voll- und teil-elektrisch

Elektro-Entwicklungen bei Kawasaki Überraschungsgäste und Publikum elektrisiert

Kawasaki hat ein moderates Elektro-Konzept angekündigt und unterstreicht das mit Homologationsdaten in den USA. Beim 8-Stunden-Rennen in Suzuka surrten plötzlich zwei elektrische Kawasakis über die Strecke.

2022 Suzuka Kawasaki EV und HEV Kawasaki/Autoby/Minami/Sekino
2022 Suzuka Kawasaki EV und HEV
2022 Suzuka Kawasaki EV und HEV
2022 Suzuka Kawasaki EV und HEV
2022 Suzuka Kawasaki EV und HEV 35 Bilder

Kawasaki sendet laufend Signale zur Entwicklung elektrischer Konzepte. Überraschend wurden zwei Prototypen in Suzuka präsentiert: Am Vorabend des legendären 8-Stunden-Rennens surrten sie vor dem staunenden Publikum hin und her. Das Konzept EV rein elektrisch im Format einer Z 400 und das Konzept HEV als Hybrid-Ninja mit Reihenzweizylindermotor zwischen 400 und 650 Kubik.

Zwei Modelle amtlich angemeldet

Eine Patentanmeldung ist nie ein Garant dafür, dass die patentierte Technik auch eines Tages in Serie kommen wird. Zumindest bieten solche Patente aber Raum für Spekulationen, so wie im Fall von Kawasaki, die sich ein Batteriewechselsystem haben schützen lassen, wie ein erstmals im April 2019 aufgetauchtes Patent zeigt. Homologations- und Zulassungsdaten aus dem August 2022 zeigen zwei neuen Kawasaki-Modelle mit den Modellkürzeln NX011SP und NR011AP in den Kategorien Supersports und Sports. Das Besondere: Die werden ohne Hubraum, Zylinder und Arbeitstakten gelistet, was auf einen elektrischen Antrieb hinweist.

Kawasaki mit Wechselakku

Diese Patentschrift zeigte ein Motorrad im Format der Ninja 300/400 mit einem Gitterrohrrahmen, der sich seitlich öffnen lässt, um die komplette Batterieeinheit tauschen zu können. Dazu wurde der linksseitige Rahmenteil so gestaltet, dass er sich zwischen Lenkkopf und Schwingenlager komplett abnehmen lässt. Das komplette Akkupaket lässt sich dann mit einem Spezialschlitten, der unter das Motorrad geschoben wird, andocken und anheben. Der Elektromotor an sich sitzt darunter und verbleibt im Fahrzeug. Das Batteriepaket wird aus dem Fahrzeug gehoben und durch ein geladenes Paket auf dem gleichen Weg ersetzt. Abgeleitet aus diesem Konzept scheint Kawasaki beim Thema Elektromotorrad über ein Wechselakkusystem nachzudenken, das beim Thema Ladezeiten Entspannung bringen kann. Das verbaute Batteriepaket lässt sich aber auch in der verbauten Form laden. Bereits zuvor hatte sich Kawasaki einen flüssigkeitsgekühlten Elektroantrieb schützen lassen.

Ram-Air zur Kühlung

Um ihre optimale Leistung zu bringen, benötigen Antriebe ein bestimmtes Temperaturarbeitsfenster, da geht es Elektro- wie Verbrennungsmotoren ähnlich. Besonders gut regulieren lässt sich der Temperaturhaushalt über eine Flüssigkeitskühlung. Genau hier setzt das Kawasaki-Patent an. Das Patent zeigt ein konventionell gezeichnetes Motorrad, das unter einer Tankattrappe und zwischen den Hauptrahmenrohren Batteriepakete aufnimmt. Der Elektromotor sitzt samt einer Getriebeeinheit darunter.

Während das Kawasaki-Patent für die Batterien eine Luftkühlung vorsieht, die den Energiespeichern über eine Art Ram-Air-Schlund vorbei am Lenkkopf kühlenden Fahrtwind zuführt, wird die Motor-Getriebe-Einheit von kühlendem Öl umspült. Ein entsprechend groß dimensionierter Ölkühler sitzt vor dem Aggregat.

Triumph TE-1 Prototyp
Elektro

Prototyp auf der EICMA 2019

Konkreter wurde das Elektromotorrad von Kawasaki dann auf der EICMA 2019, wo die Japaner einen Prototyp ausstellten. Das geschah allerdings ohne viel Tam-Tam. Der als EV Project betitelte Prototyp eines Rolling Chassis stand ohne weitere Informationen auf dem Messestand. Die Japaner betonten damals aber, dass der Prototyp, an dem schon seit dem Jahr 2000 entwickelt wird, voll fahrfähig sei und in Japan etliche Tests auf Rennstrecken und öffentlichen Straßen absolviert hätte – im Anschluss veröffentlichte Videos bestätigten diese Aussagen dann auch. Der verbaute Elektromotor soll eine Dauerleistung von 10 kW und eine Spitzenleistung von 20 kW bieten. Die Reichweite beziffert Kawasaki mit rund 100 Kilometer. Detaillierte Informationen wollen sie aber nicht herausrücken.

Am Prototyp sind dennoch einige Merkmale klar zu erkennen. Der Endantrieb erfolgt über eine konventionelle Kette. Vorgeschaltet ist dabei ein Viergang-Getriebe. Über dem Motor sitzt das Batteriepaket, direkt dahinter die CHAdeMO-Ladesteckdose sowie weitere Steckdosen für andere Systeme. Auffällig ist noch eine Daumenbremse am linken Lenkerende, mit der sich die Rekuperation beeinflussen lässt. Als Cockpit fungiert ein großes LCD.

Modellbezeichnung EV Endeavor

Ende April 2020 bestätigte Kawasaki die neue Modellbezeichnung. Das Elektromotorrad der Grünen hört auf den Namen EV Endeavor. Endeavor bedeutet auf Englisch sinngemäß Bemühung, Anstrengung. Ob es sich dabei um die finale Bezeichnung eines potenziellen Serienmodells handelt, ist allerdings unklar. Abgesehen davon publiziert Kawasaki auf dem offiziellen YouTube-Channel gelegentlich neue Kurzvideos zur neuen Elektro-Kawa. Einige davon haben wir für Euch zusammengestellt.

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Fazit

Schon bald, vielleicht für 2023 könnte sie schön leise an den Start rollen, die erste Elektro-Kawa. Ob sie dann wirklich Endeavor heißt und wie angekündigt bei moderaten 20 kW (27 PS) bleibt ist nicht bekannt. Unterstrichen wird der nahende Marktstart durch Homologationsdaten in den USA, die zwei völlig neue Modellkürzel ohne Hubraum und Zylinderzahl listen. Beim 8-Stunden-Rennen in Suzuka gab es einen überraschenden Schaulauf der Kawasaki-Prototypen EV und HEV, rein elektrisch und hybrid.

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