4 Leser testeten neue Ducatis: Testeindrücke nach 4 Wochen mit der Multistrada V4 Rally

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Testeindrücke der MOTORRAD-Leser nach 4 Wochen

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 24.08.2026
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Vom 24. Juli bis 21. August 2026 testeten 4 MOTORRAD-Leserinnen und -leser die neue Ducati Multistrada V4 Rally im Rahmen der Ducati Multistrada V4 Rally Leser Experience 2026. Hier lest ihr, was die 4 Tester und Testerinnen mit der Multi erlebten und welche Eindrücke das Testbike bei ihnen hinterließ.

Die letzten 2 Wochen mit der Ducati Multistrada V4 Rally

Testeindrücke von Denise

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Denise Wohlrab

Denise, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

Wetterbedingt bin ich die letzte Woche leider nicht mehr so viel gefahren. Die Woche davor habe ich aber einen 600-km-Roadtrip zu meiner Familie gemacht und bin mit einer Freundin als Sozius rund 130 Kilometer durch den Odenwald getourt. Außerdem habe ich auch etwas Schotterstraße fahren können.

Was hat dich überzeugt?

Auch mit Sozius ist sie sehr gut handelbar, was ich nicht gedacht hätte. Ich fahre nicht gerne mit Sozius, aber muss sagen, dass ich da tatsächlich kaum einen Unterschied bemerkt habe. Auch Koffer merkt man bei der Multistrada kaum. Der Schwerpunkt ist sehr ausgeglichen und das Fahrwerk passt sich immer optimal an. Außerdem mag ich sehr, dass sie bei niedriger Geschwindigkeit, vorallem in der Stadt, nicht ruckelt und sich im 2. bis 3. Gang fahren lässt.

Auf Schotter hat sie sich auch sehr gut gemacht. Zu viel habe ich aufgrund der Straßenreifen nicht probiert, aber ich denke, sie hat definitiv Potenzial. Auf dem Schotter habe ich mich wohl gefühlt mit ihr, egal ob er etwas tiefer war oder ob ich engere Kehren gefahren bin. Im Enduro Modus klappt das Fahren hier super und verbremsen oder zu viel Gas geben ist quasi nicht möglich. Man muss nicht viel darauf Acht geben und das Motorrad nimmt dem Fahrer sehr viel ab. Das Gleiche gilt übrigens bei Regen: Auch hier habe ich mir tatsächlich kaum Gedanken darüber machen müssen, zu viel oder zu wenig Gas zu geben oder zu stark Bremsen.

Was hat dich überrascht?

Positiv überrascht haben mich das Handling auf den Schotterwegen und mit Sozius. Man würde es nicht denken, aber sie lässt sich einfach fahren und das in allen Lebenslagen. Ich denke, viele Fahrer würden diese Mischung aus Performance und Vereinfachung schätzen. Das Motorrad nimmt dem Fahrer viel ab und ich würde schätzen, selbst Anfänger oder Wiedereinsteiger würden durch die Modi und Assistenzsysteme gut mit ihr zurechtkommen und sogar von ihr lernen. Einzig bei sehr niedriger Geschwindigkeit oder bei Rutschen im Gelände merkt man ihr das Gewicht an.

Weniger wichtig, aber weiterhin überrascht bin ich davon, wie viele Leute positiv auf das Motorrad reagieren. Ich muss jedes Mal aufs Neue schmunzeln, wie oft ich wegen der Multistrada bisher angesprochen wurde.

Negativ überrascht hat mich leider, dass der Schlüssel beim ganz normalen Tanken abgebrochen ist, ohne große Krafteinwirkung. Stören tut mich hier auch, dass der Tank relativ schwer zugeht. Ein weiterer Punkt ist, dass sie bei 50 km/h beginnt zu flattern. Das zieht sich bis ca 100 km/h durch und fängt ab 230 km/h wieder an. Ich konnte nicht herausfinden, woran es lag. Luftdruck, Fahrergewicht und Heckbelastung haben es nicht beeinflusst. Was mich ebenso negativ überrascht hat, war, dass bei Regen die Armaturknöpfe (vor allem der Multifunktionsknopf) ausgefallen sind.

Testeindrücke von Hans-Peter

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Hans-Peter Hausladen

Hans-Peter, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

Tour in den Böhmerwald nach Stozec, Naturpark Bayer. Wald, Hohenbogen-Schönblick, Tour mit Tochter Perlsee, Drachensee, Neunußberg, Eck, Zwiesel, Auerkieler Winkel, Buchenau. Super und ein bisschen stolz war ich als Tourguide für den Ski-Rennfahrer Gerd Schönfelder mit seinen drei Freunden, der bei den Paralympischen Spielen insgesamt 22 Medaillen, davon 16 goldene  gewonnen hat und 14-facher Weltmeister war – sagenhaft, wie er mit seiner Behinderung Motorrad fährt. Die Tour führte über schöne verkehrsarme Strecken im Bayerischen und Böhmischen Wald (ca. 300 km). Mit meiner Frau eine Kaffeefahrt über Voithenberg nach Althütte. Die letzten 3 Tage war ich mit einem Freund in der Steiermark, die Anreise war zwar aufgrund Dauerregen kein Genuss, aber die Tour am 2. Tag war absolut super: Murau-St.Lambrecht-Klippitztörl-Handalpe-Deutschlandsberg-Hebalpe-Packsattel-"Hundertwasserkirche" Bärnbach-Piber(Lipizzaner)-Highlight der Pass "Gaberl". Heimfahrt über Sölkpass-Schladming-Postalm-Traunsee – insgesamt 1.271 km. Am 21.08.26 die Multistrada sauber gewaschen und bei Ducati in Straubing (leider) abgegeben.

Was hat dich überzeugt?

Im Sport-Modus mit Fahrwerk auf Automatic hatte ich den meisten Spaß, das Schalten bei hohen Drehzahlen, der brachiale Vortrieb ist ein absoluter Genuss! Man kann sehr zügig fahren und trotzdem sparsam. Überholen ist kein Problem, auch mehrere Fahrzeuge am Stück. Abstandstempomat auch bei viel Verkehr auf Bundesstraße gut. Die Ducati Multistrada V4 Rally fährt sich insgesamt extrem vielseitig, stabil und vor allem agil. Auch bei Tour mit einem Tag Dauerregen (mit Koffer) guter Wetterschutz und Spritzschutz (Hinterradkotflügel), der große 30 l-Tank schirmte meine Beine gut ab und die Griff- und Sitzheizung wärmte mich optimal bei dieser Nässe.

Was hat dich überrascht?

Überrascht hat mich der relativ niedrige Spritverbrauch: Im normalen Verkehr, den viel zu vielen Geschwindigkeitsbeschränkungen fährt man i. d. R. von z.B. 400 km evtl. 50-100 km richtig flott mit zahlreichen Vollgasattacken, den Rest mehr oder weniger normales Tempo. Mein durchschnittlicher Verbrauch aller 5.216 gefahrenen Kilometer liegt bei 5,65 l/100 km. Der Wahnsinn war eigentlich die von mir geführte 300 km-Tour über zahlreiche Höhenmeter: 4,3 l/100 km! Das hat mich tatsächlich sehr überrascht. Für meine Sozias brachte der Wechsel von den normalen Haltegriffen zu den Tragegriffen der Alu-Koffer eine entscheidende Entlastung, sie fühlten sich damit erheblich wohler.

Testeindrücke von Peter

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Peter Autsch

Peter, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

Vom 10 bis 14. August standen nur kleinere Fahrten zur Arbeitsstelle und mal eine Feierabendrunde auf dem Programm. Ab dem 15. August ging es dann los Richtung Italien. 8 Tage Gardasee und Umgebung und wieder zurück. Über Nürnberg, München; Innsbruck; den Brenner; Penser Joch; Bozen; Rovereto am Gardasee; an den nächsten Tagen versch. Tagestouren zwischen 250 und 300 Kilometer. Alle wunderschönen Orte, Straßen und Pässe kann ich gar nicht aufzählen. Nur ein kleiner Auszug: Lago d Idro, Lago d Iseo, Brescia, Monte Baldo, Monte Tomba, Passo delle Fittanze della Sega, Monte Mazze, Passo Popj, Passo della Borcola, die James Bond Straße am Gardasee Strada della Forra (Ein Quantum Trost), Giogo del Maniva, Passo dell Ampola, Riva del Garda, Torbole, Passo di Valbona, Passo Manghen, Monte Campomolon, Lago di Caldonazzo, Passo di Gavia, Stilfserjoch, Reschenpass, Fernpass. Gesamt ca. 2.500 km.

Was hat dich überzeugt?

Optik, Fahrwerk usw. einfach ein Gedicht. Die Multi könnte DIE Reiseenduro sein, wenn diese Zylinderabschaltung nicht wäre.

Was hat dich überrascht?

Auch hier hat sich meine Einschätzung nicht verändert. Motorrad: Top, top, top. Bis auf meine Wahrnehmung mit der Abschaltung der hinteren Zylinderbank. Benzinverbrauch zwischen 5 und 6 Liter.

Testeindrücke von Sebastian

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Sebastian Sladek

Sebastian, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

In den letzten zwei Wochen bin ich 2.319 km gefahren, hauptsächlich mit Sozia und Gepäck. Dafür habe ich extra eine passende Gepäckbrücke für mein Topcase besorgt. Über Autobahn und zahlreiche Pässe ging's zum Gardasee, weiter in die Dolomiten mit der Sella-Runde und über viele weitere Pässe, unter anderem das Stilfserjoch, wieder nach Hause. Dazu bin ich auch Solo und auf unbefestigten Straßen gefahren.

Was hat dich überzeugt?

Auf der Autobahn bietet die Kombination aus "Comfort" und der Fahrwerkseinstellung "Auto-Leveling" ein sänftenartiges Dahingleiten. Das automatische Niveauregulieren hat sich über die gesamte Tour hinweg als die mit Abstand beste Einstellung erwiesen. Während mir erst nach einer harten 8-stündigen Fahrt der Hintern ein wenig wehtat, meldete sich meine Sozia allerdings schon spürbar früher. Auf den Pässen war die Dämpfung im "Auto-Leveling" auf "Dynamik" oder "Low Grip" im "Sport-Modus" eine absolute Wucht! Das gesamte Motorrad lässt sich überlegen, präzise und spielerisch leicht – selbst voll beladen – durch die Kehren manövrieren. Dank der genialen Geometrie kann man selbst mit Sozia und komplettem Gepäck extrem viel Schräglage fahren. In Kombination mit der brachialen Power des V4-Motors führt das dazu, dass man auf den Pässen extrem zügig, sicher und völlig mühelos an anderen vorbeiziehen kann.

Im Sport-Modus hebt sich beim harten Beschleunigen aus den Kehren auch gerne mal das Vorderrad. Selbst bei einer harten Bremsung am Pass sackt die Rally nicht weg. Als ein Radlader in einer Rechtskurve auftauchte, blieb die Multi bei der Vollbremsung mit einem schnellen Ausweichmanöver nach links absolut spurstabil. Das automatische Absenken des Fahrwerks gibt beim Anhalten am Berg mit Sozia und vollem Gepäck maximale Sicherheit. Der Abstandstempomat lief sowohl auf der Autobahn als auch auf den Landstraßen einwandfrei. Man muss allerdings etwas mit dem Abstand spielen, damit der Verkehrsfluss flüssig bleibt.

Das Handyfach auf dem Tank hat mich voll überzeugt: Es ist absolut wasserdicht, sodass das Smartphone selbst nach stundenlangen Güssen im Starkregen komplett trocken blieb.

Auch auf unbefestigten Schotterwegen im Enduro-Modus arbeitet das System sehr gut. Der Spritzschutz ist klasse: Meine Sozia wurde selbst nach 3 Stunden Dauerregen an den Beinen kaum nass und blieb gut vor Spritzwasser geschützt. Der Verbrauch geht völlig in Ordnung: Voll beladen über die Pässe verbraucht die Multi extrem faire 5,7 Liter auf 100 km, Solo im Sportmodus können es auch mal 7,5 Liter sein.

Was hat dich überrascht?

Absolut positiv überrascht hat mich die Performance im Hochgebirge: Selbst oben auf der Passhöhe des Stilfser Jochs marschierte der V4 völlig unbeeindruckt durch – ganz im Gegenteil zu dem, was ich von anderen Motorrädern in dieser extremen Höhe an Trägheit kenne! Im harten Langzeittest sind mir lediglich noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen: Elektronik & Konnektivität: Die USB-Steckdose im an sich genialen Handyfach ist extrem fummelig zu bedienen. Zudem gab es massive Probleme mit Ducati Connect – das System hat sich in den letzten Tagen oft aufgehängt oder ließ sich gar nicht erst mit dem Smartphone verbinden. Das Verbundbremssystem: Im "Touring-Modus" ist die Funktionsweise der Kombibremse gewöhnungsbedürftig. Betätigt man erst die Fußbremse und nimmt dann die Vorderradbremse dazu, ändert sich der Hebelweg des Handhebels spürbar – er fühlt sich dann sofort viel fester an und hat kaum noch Weg, was anfangs echt ungewohnt ist.Fahrverhalten & Dämpfung: Beim harten Anbremsen vor Kurven im Solo-Betrieb fängt das Heck manchmal leicht das Flattern an. Das ist im Alltag keineswegs schlimm oder ein Grund zur Panik. Zudem bügelt das Fahrwerk zwar fast alles perfekt glatt, gibt aber ganz seltene, extrem harte und eckige Schläge wie sehr tiefe Gullydeckel ungedämpft an Fahrer und Sozia weiter.

Die ersten 2 Wochen mit der Ducati Multistrada V4 Rally

Testeindrücke von Denise

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Ducati

Denise, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

In den letzten zwei Wochen bin ich sie hauptsächlich auf Tagestouren, Alltagsfahrten und Langstrecke gefahren – insgesamt 1.657 km. Auf einer langen Autobahnetappe mit Koffern bin ich zum Geburtstag meiner Oma gefahren, aber auch eine entspannte 350-km-Tagestour durch den Bayrischen Wald direkt nach Erhalt des Motorrads war drin. Über Pendelfahrten zur Arbeit und Einkaufsfahrten im Alltag bis hin zur sportlicheren Feierabendrunde war fast alles dabei, was man mit einem Motorrad machen kann. Nächste Woche ist geplant mit ihr einige Wege abseits der Straße zu erkunden und ich bin sehr gespannt, wie sie sich dabei schlägt.

Was hat dich überzeugt?

Bisher bin ich im Großen und Ganzen positiv überrascht. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie ein so modernes Motorrad gefahren bin und sehr gespannt auf die Funktionen und Fahrweise war. Seit ich Motorrad fahre, bin ich selbstverständlich auch schon aktuellere Modelle über längere Zeit gefahren, wie zum Beispiel eine Honda CBR 650 R und eine BMW R NineT Urban G/S. Jedoch verfügte keines dieser Bikes über Fahrmodi, Radarsystem, elektrisch einstellbares Fahrwerk oder sonstige Ausstattung.

Bei den meisten meiner aktuellen Maschinen darf ich wohl eher froh sein, wenn sie überhaupt anzuspringen. Spaß bei Seite: Bei der ersten langen Fahrt mit der Multistrada, die insgesamt 600 km über Landstraße und Autobahn zum Geburtstag meiner Oma führte, hab ich mich sehr mit dem großen Tank, dem höhenverstellbaren Windschild und dem Abstandstempomat angefreundet. Dieser hat sehr gut funktioniert, meinen Freund vor mir auf dem Motorrad erkannt, beim Gasgeben trotz eingeschaltetem Tempomat Kollisionswarnungen angezeigt und bei Überholvorgängen nach dem Blinker setzen direkt von selbst Gas gegeben, um einen sicheren Überholvorgang zu gewähren.

Ducati Connect mit Navi im TFT Display sind mitgelaufen, das Handy währenddessen im belüfteten Fach an der Ladebuchse. Auch die Griff- und Sitzheizung wurden am Morgen bei 12° C eingeschaltet und von mir kleinen Frostbeule, als sehr gut befunden (auch der Sozius würde sich freuen). Die Reaktion meiner Oma bei Ankunft war: "Lieb Mäd, sowas fährst du? Die ist doch viel zu schwer für dich". Diesen Satz habe ich in den vergangenen Tagen tatsächlich öfter gehört und den Gedankengang kann man nicht verübeln, denn die Ducati wiegt betankt und mit Koffern locker das sechsfache von mir. Dieses Gewicht merkt man ihr allerdings durch den optimalen Schwerpunkt, vor allem beim Fahren, nicht an. Auch beim Rangieren oder Schieben hatte ich nicht mehr oder weniger Schwierigkeiten, wie mit meiner BMW R 100 GS. Hierbei überzeugt mich, dass sich das Fahrwerk bei niedriger Geschwindigkeit absenkt. Bei meiner Größe von 1,7 m ist das sehr hilfreich, denn ich komme dann problemlos mit beiden Füßen auf den Boden.

Was hat dich überrascht?

Tatsächlich wurde ich lange nicht mehr so oft angesprochen auf ein Motorrad, wie mit der Multistrada. Es mag an der ungewöhnlichen Kombination einer jungen 26-jährigen Solo-Fahrerin auf einer Reiseenduro liegen. Jedoch verging bisher keine Autobahnfahrt oder Tour, kein Tankstellenbesuch ohne ein Gespräch oder mindestens einen Daumen nach oben. Ich muss dazu sagen, ich bin in den zwei Wochen nahezu täglich gefahren und es verging wirklich kein einziger Tag, ohne eine Konversation oder Interaktion über das Motorrad. Sonst passiert mir das nur mit meinen Oldtimern.

Egal, ob in kleinen Gassen, spitzen Kehren, engen Kurvenkombis oder Stop-and-Go im Stau. Sie ist wandelbar, unterstützend und vermittelt mir Sicherheit. Man merkt einfach, dass dieses Motorrad ein guter Allrounder ist. Morgens, noch halb verschlafen, mit reduzierter Leistung und einem komfortabel abgestimmten Fahrwerk zur Arbeit? Kein Problem. Abends den Sportmodus aktivieren, straff abgestimmtes Fahrwerk, die volle Leistung abrufen und mit Freunden eine sportliche Runde drehen? Ebenfalls kein Problem. Selbst hier hat sie mich überrascht: Die Power Nakeds mussten sich ranhalten, um in Kurven mitzukommen. Und ja, zu meiner Verwunderung setzen auch bei der Multistrada Rallye die Fußrasten auf, weil man nicht erwartet, dass man doch mehr im Hang Off fahren sollte, als man meinen würde. Die Ducati vermittelt beim Fahren meiner Meinung nach ein hohes Maß an Vertrauen und das mit Leichtigkeit und Sportlichkeit. Ich bin sehr gespannt, was die nächsten zwei Wochen bringen und freue mich, auf meine erste Fahrt abseits der Straßen mit ihr.

Testeindrücke von Hans-Peter

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Ducati

Hans-Peter, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

Mit km-Stand 682 km geholt, km-Stand aktuell: 3.052 km, bis dto. 2.370 km gefahren. In diesen 15 Tagen die schönsten Touren u. Pässe im Bayerischen Wald gefahren (Gr. Arber, Bretterschachten, Schareben, Eck, Sankt Englmar, Zwiesel, Bodenmais. Bayr. Eisenstein) sowie Naturpark Sumava/Böhmerwald in Tschechien. Ferner: 2 Tagestouren mit Sozia nach Waldsassen, Franzensbad, Cheb, Hansl-Hütte, Bogenberg. Weitere Tour nach München (ab Landshut auf Autobahn), schöne kleine Nebenstraßen im Landkreis Cham sowie Landkreis Regen. Ermittelte Verbräuche: 5,9 l, 5,66 l, 6,3 l, 6,2 l, 5,3 l. Ermittelter Gesamtverbrauch: 6,03 l/100 km.

Was hat dich überzeugt?

  • Quickshifter: Schalten macht großen Spaß. Beschleunigung: top ab 5.000/6.000 Touren.
  • Handlichkeit: top bei kurvigen Pässen – da geht einem das Herz auf! Absenken beim Anhalten sehr gut, da sicherer Stand. Abstandstempomat und Totwinkelassistent, insbesondere auf Autobahn hervorragend.
  • Bei größerer Schräglage, z.B. Bei 42-47 Grad schleift die Sohle des Stiefels bei meiner BMW R1250 GS Adventure regelmäßig am Teer (habe Schuhgröße 46), das ist bei der Ducati nicht so.
  • Sieht von vorn sehr schön aus, hat irgendwie einen "bösen Blick"
  • Restreichweiten-Anzeige gut, bei Ansage 0 km sind immer noch ca. 4 l Sprit drin, so dass man nicht nervös werden muss, wenn nicht sofort eine Tankstelle kommt.
  • Geht relativ gut zu waschen.
  • Bremst bei Gaswegnahme sehr gut ab (Motorbremse auf Stufe 1) und man schont damit die Bremsen bzw. man braucht vor der Kurve nicht immer bremsen.
  • Hochschalten ab 4.000 Touren gut, ab 5.000 sehr gut, ab 6.000 Touren gigantisch (giert nach Drehzahlen – hat echte Rennsport-Gene!).
  • Abstandstempomat reduziert auch vor mittleren und stärkeren Kurven die Geschwindigkeit, finde ich gut.
  • Auf guten Schotterstrecken kein Problem, für groben Schotter aufgrund Straßenreifen und Gewicht nur für Profis.

Was hat dich überrascht?

  • Koffer und Tankdeckel kann man nur mit Schlüssel öffnen.
  • Tempomat einschalten funktioniert leider nicht immer.
  • Bei "anständiger" Fahrweise – sprich, man fährt nur so schnell wie erlaubt und schaltet früh – ist ein Spritverbrauch von 4,8 l/100 km locker möglich (Solo mit Koffer).
  • Ohne Topcase für Sozia äußerst unangenehm und keinesfalls tourentauglich (wäre mit jedem anderen Motorrad genauso)
  • Habe die Apps Ducati und Sygic geladen und mehrere Male geplante Routen damit gefahren: Sehr gut finde ich, dass das Navi auch mittlere bis starke Kurven ankündigt (+rechts, links), nicht so gut finde ich, dass ich nach jedem Halt, wo ich den Motor abstelle, mich immer wieder neu anmelden muss.
  • Motorsound finde ab 5.000/6.000 Touren super, vorher nicht unbedingt.
  • Fühlt sich auch im Stand nicht so schwer an wie sie wiegt, bei vollem Tank auf den Hauptständer ist mühsam, beim Fahren merkt man das Gewicht überhaupt nicht.
  • Habe sämtliche Einstellungen probiert, am besten für mich ist Touring, habe die volle Leistung und ist komfortabler.
  • Musste erstmals in meinem Motorradleben Kette schmieren.

Testeindrücke von Peter

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Ducati

Peter, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

Als erstes natürlich die Abholung in Neuburg a. D. mit ca. 230 Kilometer Rückfahrt. Danach häufige Fahrten zur Arbeitsstelle. Feierabendrunden mit Freunden und Wochendausflüge. Eine Tagestour ca. 300 km nach Thüringen an den Rennsteig. Besuch Oberhof (Grenzadler; Biatlonstadion; Schiesprunganlage Kanzlersgrund). Zudem Fahrten zur Arbeitsstelle mit Vorbereitung zur Urlaubstour über Österreich nach Italien (Gardasee) und wieder über Österreich zurück.

Was hat dich überzeugt?

Die Multi ist für mich optisch ein wunderschönes Motorrad. Das Fahrwerk ist ein Gedicht! Der Motor geht oben raus wie die Sau.

Was hat dich überrascht?

Positiv: Der Benzinverbrauch ist mit ca. 5,5 Liter auf 100 km (bisher knapp 900 km unterwegs) im akzeptablen Bereich. Dabei wurde die Multi nicht unbedingt geschont. Viele Kurzstrecken zur Arbeit. Autobahn auch richtig Gas gegeben. Auf Landstraßen die Beschleunigung richtig ausgenutzt.

Negativ: Was mich negativ überrascht hat, ist das Motorverhalten im niedrigen Drehzahlbereich. Mit dieser Zylinderabschaltung bis 4.000 Umdrehungen ist mir ein Cruisen/Dahingleiten auf der Landstraße bei 70/80 km/h im 5. oder 6. Gang nicht möglich. Dieses Konstantfahrruckeln ist unangenehm; und nur im 4. Gang zu fahren mit hoher Drehzahl widerstrebt mir. Das Gleiche in Ortschaften: Ortsdurchfahrten im 3./4. Gang sind mir nicht entspannt möglich. Und nur im 2. Gang wegen der benötigten Drehzahl nervt auf Dauer.

Testeindrücke von Sebastian Sladek

Ducati Multistrada V4 Rally Leser-Experience 2026
Ducati

Sebastian, was hast du mit der Ducati Multistrada in diesen Wochen unternommen und erlebt?

Bis jetzt bin ich 1.536 km mit der Rally gefahren. Dabei habe ich sie genauso genutzt wie meine eigenen Motorräder: für den Arbeitsweg, zum Einkaufen und auf meinen Hausstrecken im Allgäu und Lautertal. Um die verschiedenen Fahrmodi unter möglichst gleichen Bedingungen intensiv zu vergleichen, bin ich diese Strecken mehrfach gefahren. Dazu kamen erste Passfahrten in Österreich, unter anderem das Hahntenjoch, um das Fahrverhalten auch im alpinen Terrain zu testen.

Was hat dich überzeugt?

Der V4-Motor ist eine Wucht, die Zylinderabschaltung arbeitet unmerklich und der Quickshifter schaltet perfekt. Selbst bei hoher Geschwindigkeit lässt sich das Windschild mühelos verstellen. Das übersichtliche Einstellen der Modi am Lenker ist top. Selbst bei Top-Speed liegt das Bike bombenfest auf der Straße. Auf Landstraßen überzeugt die Rally in Schräglage mit enormer Stabilität, sie lässt sich sehr, sehr gut sportlich bewegen. Der Spritzschutz ist top, und das LED-Kurvenlicht leuchtet die Kehren perfekt aus.

Was hat dich überrascht?

Völlig überrascht hat mich die Handlichkeit: Selbst mit ungleichmäßig beladenen Koffern bleibt die Rally extrem wendig. Ein Highlight ist das Fahrwerk: Dass man jeden Modus bei Vorspannung und Dämpfung separat feinjustieren kann, ist genial. Selbst bei falscher Fahrwerkseinstellung fährt das Motorrad super und sicher. Auch die Aero-Klappen verblüffen: Bei 15 Grad schützt das Schließen spürbar vor Kälte und Regen. Der Radar-Tempomat verzögert teils sehr stark, wenn das Tempo niedrig eingestellt wird oder der Vordermann bremst. Bei circa 46 km/h hört man das Zuschalten der Zylinder durch einen veränderten Sound, man merkt es aber absolut nicht.