Vom 24. April bis 22. Mai 2026 testen 4 MOTORRAD-Leserinnen und -leser die neue Ducati Monster im Rahmen der Ducati Monster Leser Experience 2026. Hier lest ihr, welche Eindrücke die vier während ihrer Zeit mit der Testmaschine sammeln und was sie erleben.
Die ersten 2 Wochen mit der Ducati Multistrada V4 Rally
Testeindrücke von Denise

Denise Wohlrab: "Egal, ob in kleinen Gassen, spitzen Kehren, engen Kurvenkombis oder Stop-and-Go im Stau. Sie ist wandelbar, unterstützend und vermittelt mir Sicherheit. Man merkt einfach, dass dieses Motorrad ein guter Allrounder ist."
Denise, was hast du mit der Ducati Monster in diesen Wochen unternommen und erlebt?
In den letzten zwei Wochen bin ich sie hauptsächlich auf Tagestouren, Alltagsfahrten und Langstrecke gefahren – insgesamt 1.657 km. Auf einer langen Autobahnetappe mit Koffern bin ich zum Geburtstag meiner Oma gefahren, aber auch eine entspannte 350-km-Tagestour durch den Bayrischen Wald direkt nach Erhalt des Motorrads war drin. Über Pendelfahrten zur Arbeit und Einkaufsfahrten im Alltag bis hin zur sportlicheren Feierabendrunde war fast alles dabei, was man mit einem Motorrad machen kann. Nächste Woche ist geplant mit ihr einige Wege abseits der Straße zu erkunden und ich bin sehr gespannt, wie sie sich dabei schlägt.
Was hat dich überzeugt?
Bisher bin ich im Großen und Ganzen positiv überrascht. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie ein so modernes Motorrad gefahren bin und sehr gespannt auf die Funktionen und Fahrweise war. Seit ich Motorrad fahre, bin ich selbstverständlich auch schon aktuellere Modelle über längere Zeit gefahren, wie zum Beispiel eine Honda CBR 650 R und eine BMW R NineT Urban G/S. Jedoch verfügte keines dieser Bikes über Fahrmodi, Radarsystem, elektrisch einstellbares Fahrwerk oder sonstige Ausstattung.
Bei den meisten meiner aktuellen Maschinen darf ich wohl eher froh sein, wenn sie überhaupt anzuspringen. Spaß bei Seite: Bei der ersten langen Fahrt mit der Multistrada, die insgesamt 600 km über Landstraße und Autobahn zum Geburtstag meiner Oma führte, hab ich mich sehr mit dem großen Tank, dem höhenverstellbaren Windschild und dem Abstandstempomat angefreundet. Dieser hat sehr gut funktioniert, meinen Freund vor mir auf dem Motorrad erkannt, beim Gasgeben trotz eingeschaltetem Tempomat Kollisionswarnungen angezeigt und bei Überholvorgängen nach dem Blinker setzen direkt von selbst Gas gegeben, um einen sicheren Überholvorgang zu gewähren.
Ducati Connect mit Navi im TFT Display sind mitgelaufen, das Handy währenddessen im belüfteten Fach an der Ladebuchse. Auch die Griff- und Sitzheizung wurden am Morgen bei 12° C eingeschaltet und von mir kleinen Frostbeule, als sehr gut befunden (auch der Sozius würde sich freuen). Die Reaktion meiner Oma bei Ankunft war: "Lieb Mäd, sowas fährst du? Die ist doch viel zu schwer für dich". Diesen Satz habe ich in den vergangenen Tagen tatsächlich öfter gehört und den Gedankengang kann man nicht verübeln, denn die Ducati wiegt betankt und mit Koffern locker das sechsfache von mir. Dieses Gewicht merkt man ihr allerdings durch den optimalen Schwerpunkt, vor allem beim Fahren, nicht an. Auch beim Rangieren oder Schieben hatte ich nicht mehr oder weniger Schwierigkeiten, wie mit meiner BMW R 100 GS. Hierbei überzeugt mich, dass sich das Fahrwerk bei niedriger Geschwindigkeit absenkt. Bei meiner Größe von 1,7 m ist das sehr hilfreich, denn ich komme dann problemlos mit beiden Füßen auf den Boden.
Was hat dich überrascht?
Tatsächlich wurde ich lange nicht mehr so oft angesprochen auf ein Motorrad, wie mit der Multistrada. Es mag an der ungewöhnlichen Kombination einer jungen 26-jährigen Solo-Fahrerin auf einer Reiseenduro liegen. Jedoch verging bisher keine Autobahnfahrt oder Tour, kein Tankstellenbesuch ohne ein Gespräch oder mindestens einen Daumen nach oben. Ich muss dazu sagen, ich bin in den zwei Wochen nahezu täglich gefahren und es verging wirklich kein einziger Tag, ohne eine Konversation oder Interaktion über das Motorrad. Sonst passiert mir das nur mit meinen Oldtimern.
Egal, ob in kleinen Gassen, spitzen Kehren, engen Kurvenkombis oder Stop-and-Go im Stau. Sie ist wandelbar, unterstützend und vermittelt mir Sicherheit. Man merkt einfach, dass dieses Motorrad ein guter Allrounder ist. Morgens, noch halb verschlafen, mit reduzierter Leistung und einem komfortabel abgestimmten Fahrwerk zur Arbeit? Kein Problem. Abends den Sportmodus aktivieren, straff abgestimmtes Fahrwerk, die volle Leistung abrufen und mit Freunden eine sportliche Runde drehen? Ebenfalls kein Problem. Selbst hier hat sie mich überrascht: Die Power Nakeds mussten sich ranhalten, um in Kurven mitzukommen. Und ja, zu meiner Verwunderung setzen auch bei der Multistrada Rallye die Fußrasten auf, weil man nicht erwartet, dass man doch mehr im Hang Off fahren sollte, als man meinen würde. Die Ducati vermittelt beim Fahren meiner Meinung nach ein hohes Maß an Vertrauen und das mit Leichtigkeit und Sportlichkeit. Ich bin sehr gespannt, was die nächsten zwei Wochen bringen und freue mich, auf meine erste Fahrt abseits der Straßen mit ihr.
Testeindrücke von Hans-Peter

Hans-Peter Hausladen: "Top bei kurvigen Pässen – da geht einem das Herz auf! Absenken beim Anhalten sehr gut, da sicherer Stand. Abstandstempomat und Totwinkelassistent, insbesondere auf Autobahn hervorragend."
Hans-Peter, was hast du mit der Ducati Monster in diesen Wochen unternommen und erlebt?
Mit km-Stand 682 km geholt, km-Stand aktuell: 3.052 km, bis dto. 2.370 km gefahren. In diesen 15 Tagen die schönsten Touren u. Pässe im Bayerischen Wald gefahren (Gr. Arber, Bretterschachten, Schareben, Eck, Sankt Englmar, Zwiesel, Bodenmais. Bayr. Eisenstein) sowie Naturpark Sumava/Böhmerwald in Tschechien. Ferner: 2 Tagestouren mit Sozia nach Waldsassen, Franzensbad, Cheb, Hansl-Hütte, Bogenberg. Weitere Tour nach München (ab Landshut auf Autobahn), schöne kleine Nebenstraßen im Landkreis Cham sowie Landkreis Regen. Ermittelte Verbräuche: 5,9 l, 5,66 l, 6,3 l, 6,2 l, 5,3 l. Ermittelter Gesamtverbrauch: 6,03 l/100 km.
Was hat dich überzeugt?
- Quickshifter: Schalten macht großen Spaß. Beschleunigung: top ab 5.000/6.000 Touren.
- Handlichkeit: top bei kurvigen Pässen – da geht einem das Herz auf! Absenken beim Anhalten sehr gut, da sicherer Stand. Abstandstempomat und Totwinkelassistent, insbesondere auf Autobahn hervorragend.
- Bei größerer Schräglage geht der Siefel nicht so schnell auf wie bei meiner GS.
- Sieht von vorn sehr schön aus, hat irgendwie einen "bösen Blick"
- Restreichweiten-Anzeige gut, bei Ansage 0 km sind immer noch ca. 4 l Sprit drin, so dass man nicht nervös werden muss, wenn nicht sofort eine Tankstelle kommt.
- Geht relativ gut zu waschen.
- Bremst bei Gaswegnahme sehr gut ab (Motorbremse auf Stufe 1) und man schont damit die Bremsen bzw. man braucht vor der Kurve nicht immer bremsen.
- Hochschalten ab 4.000 Touren gut, ab 5.000 sehr gut, ab 6.000 Touren gigantisch (giert nach Drehzahlen – hat echte Rennsport-Gene!).
- Abstandstempomat reduziert auch vor mittleren und stärkeren Kurven die Geschwindigkeit, finde ich gut.
- Auf guten Schotterstrecken kein Problem, für groben Schotter aufgrund Straßenreifen und Gewicht nur für Profis.
Was hat dich überrascht?
- Koffer und Tankdeckel kann man nur mit Schlüssel öffnen.
- Tempomat einschalten funktioniert leider nicht immer.
- Bei "anständiger" Fahrweise – sprich, man fährt nur so schnell wie erlaubt und schaltet früh – ist ein Spritverbrauch von 4,8 l/100 km locker möglich (Solo mit Koffer).
- Ohne Topcase für Sozia äußerst unangenehm und keinesfalls tourentauglich (wäre mit jedem anderen Motorrad genauso)
- Habe die Apps Ducati und Sygic geladen und mehrere Male geplante Routen damit gefahren: Sehr gut finde ich, dass das Navi auch mittlere bis starke Kurven ankündigt (+rechts, links), nicht so gut finde ich, dass ich nach jedem Halt, wo ich den Motor abstelle, mich immer wieder neu anmelden muss.
- Motorsound finde ab 5.000/6.000 Touren super, vorher nicht unbedingt.
- Fühlt sich auch im Stand nicht so schwer an wie sie wiegt, bei vollem Tank auf den Hauptständer ist mühsam, beim Fahren merkt man das Gewicht überhaupt nicht.
- Habe sämtliche Einstellungen probiert, am besten für mich ist Touring, habe die volle Leistung und ist komfortabler.
- Musste erstmals in meinem Motorradleben Kette schmieren.
Testeindrücke von Peter

Peter Autsch: "Die Multi ist für mich optisch ein wunderschönes Motorrad. Das Fahrwerk ist ein Gedicht! Der Motor geht oben raus wie die Sau."
Peter, was hast du mit der Ducati Monster in diesen Wochen unternommen und erlebt?
Als erstes natürlich die Abholung in Neuburg a. D. mit ca. 230 Kilometer Rückfahrt. Danach häufige Fahrten zur Arbeitsstelle. Feierabendrunden mit Freunden und Wochendausflüge. Eine Tagestour ca. 300 km nach Thüringen an den Rennsteig. Besuch Oberhof (Grenzadler; Biatlonstadion; Schiesprunganlage Kanzlersgrund). Zudem Fahrten zur Arbeitsstelle mit Vorbereitung zur Urlaubstour über Österreich nach Italien (Gardasee) und wieder über Österreich zurück.
Was hat dich überzeugt?
Die Multi ist für mich optisch ein wunderschönes Motorrad. Das Fahrwerk ist ein Gedicht! Der Motor geht oben raus wie die Sau.
Was hat dich überrascht?
Positiv: Der Benzinverbrauch ist mit ca. 5,5 Liter auf 100 km (bisher knapp 900 km unterwegs) im akzeptablen Bereich. Dabei wurde die Multi nicht unbedingt geschont. Viele Kurzstrecken zur Arbeit. Autobahn auch richtig Gas gegeben. Auf Landstraßen die Beschleunigung richtig ausgenutzt.
Negativ: Was mich negativ überrascht hat, ist das Motorverhalten im niedrigen Drehzahlbereich. Mit dieser Zylinderabschaltung bis 4.000 Umdrehungen ist mir ein Cruisen/Dahingleiten auf der Landstraße bei 70/80 km/h im 5. oder 6. Gang nicht möglich. Dieses Konstantfahrruckeln ist unangenehm; und nur im 4. Gang zu fahren mit hoher Drehzahl widerstrebt mir. Das Gleiche in Ortschaften: Ortsdurchfahrten im 3./4. Gang sind mir nicht entspannt möglich. Und nur im 2. Gang wegen der benötigten Drehzahl nervt auf Dauer.
Testeindrücke von Sebastian Sladek

Sebastian Sladek: "Der V4-Motor ist eine Wucht, die Zylinderabschaltung arbeitet unmerklich und der Quickshifter schaltet perfekt. Selbst bei hoher Geschwindigkeit lässt sich das Windschild mühelos verstellen. Das übersichtliche Einstellen der Modi am Lenker ist top."
Sebastian, was hast du mit der Ducati Monster in diesen Wochen unternommen und erlebt?
Bis jetzt bin ich 1.536 km mit der Rally gefahren. Dabei habe ich sie genauso genutzt wie meine eigenen Motorräder: für den Arbeitsweg, zum Einkaufen und auf meinen Hausstrecken im Allgäu und Lautertal. Um die verschiedenen Fahrmodi unter möglichst gleichen Bedingungen intensiv zu vergleichen, bin ich diese Strecken mehrfach gefahren. Dazu kamen erste Passfahrten in Österreich, unter anderem das Hahntenjoch, um das Fahrverhalten auch im alpinen Terrain zu testen.
Was hat dich überzeugt?
Der V4-Motor ist eine Wucht, die Zylinderabschaltung arbeitet unmerklich und der Quickshifter schaltet perfekt. Selbst bei hoher Geschwindigkeit lässt sich das Windschild mühelos verstellen. Das übersichtliche Einstellen der Modi am Lenker ist top. Selbst bei Top-Speed liegt das Bike bombenfest auf der Straße. Auf Landstraßen überzeugt die Rally in Schräglage mit enormer Stabilität, sie lässt sich sehr, sehr gut sportlich bewegen. Der Spritzschutz ist top, und das LED-Kurvenlicht leuchtet die Kehren perfekt aus.
Was hat dich überrascht?
Völlig überrascht hat mich die Handlichkeit: Selbst mit ungleichmäßig beladenen Koffern bleibt die Rally extrem wendig. Ein Highlight ist das Fahrwerk: Dass man jeden Modus bei Vorspannung und Dämpfung separat feinjustieren kann, ist genial. Selbst bei falscher Fahrwerkseinstellung fährt das Motorrad super und sicher. Auch die Aero-Klappen verblüffen: Bei 15 Grad schützt das Schließen spürbar vor Kälte und Regen. Der Radar-Tempomat verzögert teils sehr stark, wenn das Tempo niedrig eingestellt wird oder der Vordermann bremst. Bei circa 46 km/h hört man das Zuschalten der Zylinder durch einen veränderten Sound, man merkt es aber absolut nicht.





