Zehn Akku-Booster im Produkttest

Zurück ins Leben

Die MOTORRAD-Endwertung.APA Mini Lithium PowerpackLieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit vier Adaptern, acht (Laptop-)Adapter mit KabelBC Booster K120025 Bilder

Zugegeben, Opa Pasulkes Herzkasper ist schon etwas dramatischer als die Startprobleme des geliebten Zweirads. Doch die Problemlösung ist in beiden Fällen ziemlich ähnlich: Strom hilft. Der Defibrillator für schwächelnde Starterbatterien heißt Akku-Booster. Zehn Stück im Test.

Klack, klack, klack – dieses hässliche Geräusch aus dem Anlasserbereich ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögert. Zumindest dann, wenn kein Kickstarter vorhanden ist und Anschieben auch keine Option sein kann. Fremdstarthilfe ist angesagt, aber ob im entscheidenden Moment Mann und Gerät – also der Nachbar samt Starthilfekabel und Spenderbatteriebestücktem Fahrzeug – zur Verfügung stehen, ist auch oft fraglich. Wie praktisch ist es dann, wenn man als Selbstversorger auf einen handlichen, fahrzeugunabhängigen Saftspender zurückgreifen kann. Solche Kompakt-Stromer treten unter verschiedenen Kampfnamen an: Powerpack, Powerbank, Jump Starter, Akku-Booster oder aber auch – sehr deutsch – Schnellstartsystem.

Die für den privaten Anwender gedachten Geräte sind meist nicht größer als ein dickes Taschenbuch, die kleinsten Vertreter dieser Klasse haben das Format einer Tafel Schokolade. Ihr Grundaufbau ist fast immer gleich: In einem Kunststoffgehäuse steckt ein Lithium-Ionen-Akku, der übers 230-Volt-Netz, via Bordsteckdose oder aber (was deutlich länger dauert) über einen 5-Volt-USB-Eingang aufgeladen werden kann. Über einen 12-Volt-Ausgang lassen sich die in einem Doppelstecker vereinten und fast immer ziemlich kurzen Starthilfekabel anschließen. Damit wäre der kleine Starthelfer eigentlich schon komplett.

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Gravierende Unterschiede bei der Ausstattung

Da aber Startprobleme gemäß Murphys Gesetz nie tagsüber und bei Sonnenschein, sondern immer in stockdunkler Nacht auftreten, halten es die meisten Akku-Booster-Hersteller für eine prima Idee, dem Gerät auch eine LED-Lampe zu spendieren, die wahlweise einfach nur so leuchtet, wild flackert oder aber SOS blinkt – alle hier getesteten Geräte sind damit bestückt. Bei allen weiteren Ausstattungs-Features gibt es zum Teil gravierende Unterschiede.

Die Bandbreite reicht vom Nur-Starthilfe-Gerät bis zur Eier legenden Wollmilchsau, die über unzählige Adapter praktisch alles versorgen kann, was nach 5, 12, 16 oder 19 Volt Gleichstrom verlangt, also Smartphones, Notebooks, Laptops, Radios oder Reise-Kettensägen. Dabei gilt die Faustregel: Je mehr Funktionen, desto größer und schwerer ist der Akku-Booster.

Bedienungsanleitungen gründlich durchlesen

In der Werbung für die Stromspender werden neben dem mehr oder weniger sinnvollen Zusatznutzen auch gern die vermeintlich eindrucksvollen technischen Daten herausgestellt. Vergessen Sie es! Denn ob ein Gerät nun versprochene (und rein rechnerisch ermittelte) 8.000 oder 12.000 mAh Kapazität hat, spielt nach den MOTORRAD-Testerfahrungen in der Praxis kaum eine Rolle. Da zogen vermeintlich weniger leistende Geräte den Anlasser deutlich munterer durch als größere Wettbewerber. Und da gab es bei Geräten, die laut Papierform in der gleichen Leistungsklasse spielen, gravierende Unterschiede. Entscheidend ist auf dem Platz!

Und damit dort alles möglichst unfallfrei abgeht, sei dringend empfohlen, die Bedienungsanleitungen sehr genau zu studieren. In denen geht es unter anderem um die korrekte Anschluss- und Abklemm-Reihenfolge der Starthilfekabel, um die Länge der Startversuche und um die zwingend notwendigen Abkühlphasen dazwischen. Da aber – Murphys Gesetz, zweiter Teil – der typische Hobbyschrauber Bedienungsanleitungen nur für ein lästiges Übel und deren Lektüre für reine Zeitverschwendung hält, ist es durchaus sinnvoll, wenn clevere Schutzschaltungen die bösen Folgen massiver Fehlbedienungen verhindern. Die Geräte von Dino, Einhell und Kunzer überzeugten dabei vollauf, alle anderen sollten in Sachen Verpolungs- und Kurzschlussschutz noch mal ran.

Zwei Testversuche

Was passieren kann, wenn man ohne ausreichende Schutzschaltung zusammenbringt, was nicht zusammengehört, probierte MOTORRAD nach Abschluss der Praxistests aus. Ergebnis der grob fahrlässigen Zusammenführung von Plus- und Minusklemme: ein munteres Feuerwerk und ein innerhalb weniger Sekunden komplett zerstörter Akku-Booster. Noch schlimmer können die Folgen einer Verwechslung an der Fahrzeugbatterie sein.

Mit etwas Pech segnet nämlich dabei die Motorelektronik das Zeitliche. In einem zweiten Versuch probierte MOTORRAD aus, was passieren kann, wenn man die Startversuche über die empfohlene Höchstdauer hinaus ausdehnt. Nach 30 Sekunden Anlasser-Dauerorgeln verabschiedeten sich infolge massiver Hitzeentwicklung die nur angelöteten Verbindungen der Starthilfekabel, und parallel dazu gingen der Kunststoffstecker und das Gehäuse eine untrennbare Verbindung ein.

Foto: mps-Fotostudio
APA Mini Lithium Powerpack.
APA Mini Lithium Powerpack.

APA Mini Lithium Powerpack

Anbieter: EAL, Tel. 02 02/4 29 28 30, www.eal-vertrieb.com

Preis: 65,03 Euro (plus 4,95 Euro Versand), gekauft bei Voelkner

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit vier Adaptern, acht (Laptop-)Adapter mit Kabel

Ausstattung: Ladeeingang 12 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, Ausgang 12 V/2 A, Ausgang 19 V/3,5 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über fünf LED

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 158 x 75 x 31 mm

Gewicht: 422 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 12.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit k. A., Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: sehr gut bestanden, keine Erwärmung von Gerät und Zubehör
  • Auffälligkeiten: kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz; Gehäuse dem BC-Gerät ähnlich

Fazit: Ausreichend kompaktes, aber im Vergleich recht schweres Gerät, das sich beim Starthilfe-Test keine Blöße gibt und auch größere Pkw-Motoren zum Leben erwecken kann. Sehr umfangreiche Ausstattung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, an einer narrensicheren Schutzschaltung wurde aber leider gespart. Der Verkaufspreis geht in Ordnung.

MOTORRAD-Urteil: gut


APA Mini Lithium Powerpack

*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: mps-Fotostudio
BC Booster K1200.
BC Booster K1200.

BC Booster K1200

Anbieter: BC Battery Controller, Tel. 00 39/02 90 38 50 59 (Italien), www.batterycontroller.it

Preis: 149,95 Euro, gekauft bei Polo

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit vier Adaptern, acht (Laptop-)Adapter mit Kabel, Aufbewahrungstasche

Ausstattung: Ladeeingang 12 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, Ausgang 12 V/10 A, Ausgang 19 V/3,5 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über fünf LED

Herstellungsland: k. A. (vermutlich China)

Abmessungen (L x B x H): 158 x 75 x 28 mm

Gewicht: 394 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 8.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit ca. 2,5 Stunden, Lebensdauer drei bis fünf Jahre
  • Bedienung: ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: sehr gut bestanden, leichte Erwärmung von Gerät und Zubehör
  • Auffälligkeiten: kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz; Gehäuse dem APA-Gerät ähnlich; lt. Hersteller Lithium-Eisenphosphat-Akku

Fazit: Die auffallende Ähnlichkeit zum APA Powerpack spiegelt sich auch im Test wider. Gibt sich beim Starthilfe-Test keine Blöße und kann auch größere Pkw-Motoren zum Leben erwecken. Sehr umfangreiche Ausstattung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, aber keine narrensichere Schutzschaltung. Im Vergleich zum APA ein sehr ambitionierter Verkaufspreis.

MOTORRAD-Urteil: gut


*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: mps-Fotostudio
DBPower DJS40.
DBPower DJS40.

DBPower DJS40

Anbieter: DBPOWER, keine Telefon-Angabe, www.dbpower.co.uk

Preis: 35,99 Euro, gekauft über Amazon bei Unicstar Official

Lieferumfang: Akkupack, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel

Ausstattung: Micro-USB-Ladeeingang 5 V/2 A, USB-Ausgang 5 V/2,1 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über vier LED

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 136 x 79 x 22 mm

Gewicht: 242 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 8.000 mAh, Startstrom 12 V/150 A, Spitzenstrom 12 V/300 A, Ladezeit ca. fünf Stunden, Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: etwas knappe deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: nicht bestanden, Pkw-Anlasser dreht kaum
  • Auffälligkeiten: falsche Input-Angabe in Bedienungsanleitung (15 V/1 A), kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz, Herstellerhinweis auf „maximal 2,5 Liter Benzinmotoren, keine Diesel“

Fazit: Sehr kompaktes und leichtes Gerät, das beim Motorrad gute Dienste leisten kann, das bei Diesel- und größeren Benzinmotoren aber absolut überfordert ist – siehe Herstellerhinweis. Verarbeitung überdurchschnittlich gut, Ausstattung aber mager und Nutzungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Attraktiver Preis.

MOTORRAD-Urteil: befriedigend


*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: mps-Fotostudio
Dino Kraftpaket 400-12V.
Dino Kraftpaket 400-12V.

Dino Kraftpaket 400-12V

Anbieter: R.D.I. Deutschland, Tel. 0 23 30/80 50, www.dino-kraftpaket.de

Preis: 62,59 Euro, gekauft bei Amazon

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit drei Adaptern, Aufbewahrungstasche

Ausstattung: Ladeeingang 14 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über vier LED

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 132 x 76 x 25 mm

Gewicht: 278 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 9.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit ca. vier Stunden, Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: sehr gut bestanden, minimale Erwärmung des Geräts
  • Auffälligkeiten: sehr gute Schutzschaltung inklusive Verpolungs- und Kurzschlussschutz, lässt sich an tiefentladenen Akkus bei Bedarf überbrücken; Gehäuse dem Einhell-Gerät sehr ähnlich

Fazit: Kompaktes, relativ leichtes und sehr gut verarbeitetes Gerät, das sich beim Starthilfe-Test keine Blöße gibt. Lässt sich schnell laden, ist größenmäßig noch motorradtauglich und kann auch schlappen Pkw-Motoren auf die Sprünge helfen. Dazu eine narrensichere Bedienung und ein fairer Preis – das reicht für den Testsieg.

MOTORRAD-Urteil: gut


Dino Kraftpaket 400-12V

*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: mps-Fotostudio
Einhell CC-JS 8.
Einhell CC-JS 8.

Einhell CC-JS 8

Anbieter: ISC, Tel. 0 99 51/9 59 20 00, www.einhell.com

Preis: 89,95 Euro (plus 5,95 Euro Versand), gekauft bei Conrad Electronic

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit zwei Adaptern

Ausstattung: Ladeeingang 15 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über vier LED

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 132 x 76 x 25 mm

Gewicht: 306 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 27,75 Wh (ca. 8.000 mAh), Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit zirka drei Stunden, Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: sehr ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: sehr gut bestanden, minimale Erwärmung des Geräts
  • Auffälligkeiten: sehr gute Schutzschaltung inklusive Verpolungs- und Kurzschlussschutz, lässt sich an tiefentladenen Akkus bei Bedarf überbrücken; Gehäuse dem Dino-Gerät sehr ähnlich

Fazit: Kompaktes, relativ leichtes und sehr gut verarbeitetes Gerät, das sich beim Starthilfe-Test keine Blöße gibt. Lässt sich schnell laden, ist größenmäßig noch motorradtauglich und kann auch schlappen Pkw-Motoren auf die Sprünge helfen. Dem Dino-Testsieger auffallend ähnlich, aber teurer und etwas magerer ausgestattet.

MOTORRAD-Urteil: gut


*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: mps-Fotostudio
IXS Jump Starter SKF8000-12.
IXS Jump Starter SKF8000-12.

IXS Jump Starter SKF8000-12

Anbieter: Hostettler, Tel. 07631/1 80 40, www.ixs-motorradbekleidung.de

Preis: 119,00 Euro, gekauft bei Biker Fashion Arena Hamburg

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit acht separaten Adaptern, Aufbewahrungstasche

Ausstattung: Ladeeingang 12 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, Ausgang 12 V/10 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über fünf LED

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 158 x 75 x 28 mm

Gewicht: 370 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 8.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit 2,5 Stunden, Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: noch ausreichend ausführliche, aber rein englische Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: bestanden, deutliche Erwärmung von Gerät und Zubehör
  • Auffälligkeiten: kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz, deutsche Bedienungsanleitung fehlt, lt. Hersteller Lithium-Eisenphosphat-Akku

Fazit: Ausreichend kompaktes, aber im Vergleich etwas schwereres Gerät, das beim Starthilfe-Test recht ordentlich abschnitt, bei den Test-Motoren aber Grenzen erahnen ließ. Relativ umfangreiche Ausstattung, aber keine narrensichere Schutzschaltung. Preis liegt im Vergleich an der oberen Schmerzgrenze.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Kunzer Multi Pocket Booster Louis Special Edition.
Kunzer Multi Pocket Booster Louis Special Edition.

Kunzer Multi Pocket Booster Louis Special Edition

Anbieter: Louis, Tel. 0 40/73 41 93 60, www.louis.de

Preis: 99,99 Euro (plus 4,95 Euro Versand), gekauft bei Louis

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit vier Adaptern, acht (Laptop-)Adapter mit Kabel, Aufbewahrungstasche

Ausstattung: Ladeeingang Micro-USB 5 V/1 A und 12 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, Ausgang 19 V/3,5 A, zwei LED-Lampen (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über vier LED

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 171 x 84 x 33 mm

Gewicht: 404 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 12.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit fünf Stunden, Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: relativ ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel ausreichend lang
  • Starthilfe-Test: hervorragend bestanden, keine Erwärmung von Gerät und Zubehör
  • Auffälligkeiten: sehr gute Schutzschaltung inklusive Verpolungs- und Kurzschlussschutz, in Sachen Anschlussreihenfolge bei tiefentladener Batterie etwas missverständliche Bedienungsanleitung

Fazit: Nur mäßig kompaktes und im Vergleich recht schweres Gerät, das dafür beim Starthilfe-Test absolut überzeugt und auch größere Pkw-Motoren problemlos zum Leben erwecken kann. Gute Verarbeitung, umfangreiche Ausstattung inklusive narrensicherer Schutzschaltung und viele Nutzungsmöglichkeiten sorgen für reichlich Punkte und den (geteilten) Testsieg.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Loadchamp Energiestation LC8-ES.
Loadchamp Energiestation LC8-ES.

Loadchamp Energiestation LC8-ES

Anbieter: Loadchamp, Tel. 06 21/46 09 85 33, www.loadchamp.de

Preis: 38,90 Euro, gekauft über Amazon bei Winner Batterien

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit drei Adaptern

Ausstattung: Ladeeingang 12 V/1 A, USB-Ausgang 5 V/2 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über vier LED

Herstellungsland: k. A. (vermutlich China)

Abmessungen (L x B x H): 138 x 78 x 16 mm

Gewicht: 220 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 8.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/350 A, Ladezeit zirka drei Stunden, 1.500 Ladezyklen
  • Bedienung: relativ ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: Benzinmotor knapp bestanden, starke Erwärmung von Gerät und Zubehör, Dieselmotor nicht bestanden
  • Auffälligkeiten: kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz, Herstellerhinweis auf „nur Benzinfahrzeuge bis 2,0 Liter“

Fazit: Sehr kompaktes und sehr leichtes Gerät, das beim Motorrad sehr gute Dienste leisten kann, das bei Diesel- und großen Benzinmotoren aber sehr schnell überfordert ist – siehe Herstellerhinweis. Verarbeitung überdurchschnittlich gut. In Anbetracht des günstigen Preises erstaunlich kompletter Lieferumfang. Top für Nur-Motorradnutzung.

MOTORRAD-Urteil: gut


Loadchamp Energiestation LC8-ES

*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: mps-Fotostudio
Performance Jump Starter PJS 8000.
Performance Jump Starter PJS 8000.

Performance Jump Starter PJS 8000

Anbieter: Hein Gericke, Tel. 02 11/9 89 88 88, www.hein-gericke.de

Preis: 79,95 Euro (plus 3,95 Euro Versand), gekauft bei Hein Gericke

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit vier Adaptern, Aufbewahrungskoffer, Schutzhülle für Booster

Ausstattung: Ladeeingang 15 V/1 A, zwei USB-Ausgänge 5 V/2,1 und 1 A, eine LED-Lampe (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige in Prozentangaben über LCD

Herstellungsland: China

Abmessungen (L x B x H): 135 x 77 x 33 mm

Gewicht: 318 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 8.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit vier Stunden, bis zu 3.000 Ladezyklen (laut Bedienungsanleitung nur 1.000)
  • Bedienung: relativ ausführliche englische Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen, Starthilfekabel etwas kurz
  • Starthilfe-Test: hervorragend bestanden, nur minimale Erwärmung des Geräts
  • Auffälligkeiten: kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz, deutsche Bedienungsanleitung fehlt

Fazit: Ausreichend kompaktes, im Gewichts-Mittelfeld liegendes Gerät, das sich beim Starthilfe-Test keine Blöße gibt und auch mit größeren Pkw-Motoren problemlos klarkommt. Die Ausstattung stimmt, die Verarbeitung geht in Ordnung, und der Preis ist durchaus fair. In Sachen Schutzschaltung geht aber mehr.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Revolt 5in1 Notebook-Powerbank.
Revolt 5in1 Notebook-Powerbank.

Revolt 5in1 Notebook-Powerbank

Anbieter: Pearl, Tel. 01 80/5 55 82, www.revolt-power.de

Preis: 79,90 Euro (plus 1,95 Euro Versand), gekauft bei Pearl

Lieferumfang: Akkupack, Netzteil-Ladegerät, 12-V-Ladekabel mit Zigarettenanzünder-Stecker, Batterieklemmen für Starthilfe, USB-Kabel mit drei Adaptern, acht (Laptop-)Adapter mit Kabel, Aufbewahrungskoffer

Ausstattung: Ladeeingang 14 V/1 A, zwei USB-Ausgänge 5 V/2 A, Ausgang 12 V/2,5 A, Ausgang 16 V/3,5 A, Ausgang 19 V/3,5 A, drei LED-Lampen (Dauerlicht, SOS, Stroboskop), Ladezustandsanzeige über fünf LED

Herstellungsland: k. A. (vermutlich China)

Abmessungen (L x B x H): 166 x 80 x 39 mm

Gewicht: 418 g

Technische Daten

  • Herstellerangaben: Kapazität 12.000 mAh, Startstrom 12 V/200 A, Spitzenstrom 12 V/400 A, Ladezeit sechs bis acht Stunden, Ladezyklen k. A.
  • Bedienung: ausführliche deutsche Bedienungsanleitung, Stecker und Adapter passgenau, Starthilfekabel aber mit zu viel Spiel und insgesamt zu kurz, einfaches Ein- und Ausschalten der LED-Lampe, Netzstecker- und Zigarettenanzünderkabel ausreichend lang, robuste Batterieklemmen
  • Starthilfe-Test: bestanden, leichte Erwärmung von Gerät und Zubehör
  • Auffälligkeiten: kein Verpolungs- und Kurzschlussschutz

Fazit: Nur mäßig kompaktes und im Vergleich recht schweres Gerät, das beim Starthilfe-Test eine ordentliche, aber nicht überragende Leistung zeigt. Großes Plus ist die sehr vielfältige Nutzungsmöglichkeit, die (zu) leichte Verstellung der Spannungsbereiche birgt aber etwas Fehlbedienungspotenzial. Eine umfangreichere Schutzschaltung wäre schön gewesen.

MOTORRAD-Urteil: gut


Revolt 5in1 Notebook-Powerbank

*Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Foto: Klaus Herder
Funkenflug beim Kurzschluss-Test.
Funkenflug beim Kurzschluss-Test.

So testet MOTORRAD

Die Testgeräte kaufte MOTORRAD im September 2016 anonym und online bei Motorradzubehör- und Elektronik-Fachhändlern. Die genannten Preise sind die von MOTORRAD gezahlten Beträge und nicht die unverbindlichen Richtpreise. Nach dem Sichten von Ausstattung und Verarbeitungsqualität ging es mit den Testkandidaten zum renommierten Ladegerätehersteller M+S, der bereits vor drei Jahren einen ähnlichen Test durchgeführt, wegen damals noch massiver Sicherheitsmängel (fehlende Schutzschaltungen) aber abgebrochen hat. Nach Abgleich der Leistungsdaten und Vorversuchen war klar, dass alle Geräte mit dem Starten eines Motorradmotors keine Probleme haben würden und dass das Verifizieren der (rechnerisch ermittelten!) Kapazitätsangaben keine Aussagen über eine weitergehende Praxistauglichkeit zulassen würde. Somit musste etwas „schwereres Geschütz“ aufgefahren werden, um echte Leistungsunterschiede zu ermitteln.

Im ersten Schritt hatte der jeweilige Testkandidat die Aufgabe, den Anlasser des 3,5-Liter-Fünfzylinder-Benzinmotors eines Chevrolet Colorado (Baujahr 2005) in Wallung zu bringen. Die 36-Ah-Starterbatterie des Chevys war dabei auf 6 V tiefentladen. Nach drei erfolgreich absolvierten, jeweils fünf Sekunden langen Anlasserläufen mit Abkühlphasen von je 15 Sekunden galt dieser Prüfpunkt als bestanden. Es folgte Prüfpunkt zwei, der „Bulldog-Test“ – eine ungleich schwerere Aufgabe: Der 1631 cm³ große Dreizylinder-Dieselmotor eines IHC ­McCormick D-320 (Baujahr 1962) mit einer altersschwachen 80-Ah-Batterie sollte mithilfe des Akku-Boosters zum Laufen gebracht werden. Vorglühen, hohe Kompression – ein Stresstest für jeden Starthelfer. Abschließend beurteilten MOTORRAD-Tester und M+S-Profis die Bedienungsfreundlichkeit der Geräte und interessierten sich ausführlich für die Betriebssicherheit – Stichwort Verpolungs- und Überspannungsschutz.

Foto: M+S
Jürgen Osterkamp (59): „Innerhalb von zehn Sekunden aufgeladen“
Jürgen Osterkamp (59): „Innerhalb von zehn Sekunden aufgeladen“

Interview mit Jürgen Osterkamp von der Firma M+S

Jürgen Osterkamp (59), Maschinenbau-Ingenieur, Elektronik-Tüftler und Geschäftsführer der Firma M+S, beschäftigt sich bereits mit der Zukunft der Starthilfegeräte.

MOTORRAD: Warum haben wir Sie nicht auf der diesjährigen INTERMOT in Köln getroffen?

Jürgen Osterkamp: Ich habe mich lieber unmittelbar davor auf der Automechanika in Frankfurt umgesehen, der Leitmesse für die Automobilbranche. Dort gibt es ab und an Dinge zu entdecken, die auch für Motorradfahrer von großem Interesse sein können.

MOTORRAD: Was gab es dort Neues in Sachen Starthilfegeräte zu sehen?

Jürgen Osterkamp: Geräte, die sich „Batterielose Starter“ nennen und die anstelle eines Lithium-Ionen- oder Lithium-Eisenphosphat-Akkus, der zum Fremdstarten verwendet wird, einen Kondensator haben.

MOTORRAD: Was ist der Vorteil dieser Geräte?

Jürgen Osterkamp: Der Kondensator lässt sich aus den unterschiedlichsten Quellen in extrem kurzer Zeit aufladen – also auch erst unmittelbar vor dem Fremdstarten. Das kann über die Restspannung der Starterbatterie, über einen Zwölf-Volt-Zigarettenanzünder oder notfalls sogar über ein USB-Kabel aus dem Handy geschehen. Das heißt, dass sogar die fünf Volt aus dem Handy ausreichen, um den Kondensator so weit aufzuladen, dass er die schwächelnde Starterbatterie eines Zweieinhalb-Liter-Autos dazu bringt, den Anlasser zu drehen.

MOTORRAD: Wie lange dauert denn das Aufladen des Kondensators?

Jürgen Osterkamp: Die Ladedauer mit den fünf Volt aus dem Handy per USB kann bis zu 15 Minuten betragen. Mit zwölf Volt ist ein solches Gerät innerhalb von zehn Sekunden aufgeladen.

MOTORRAD: Und was kostet der Spaß?

Jürgen Osterkamp: Momentan noch 120 bis 150 Euro, aber da wird sich in den nächsten ein bis zwei Jahren sicher noch eine Menge tun.

MOTORRAD: Haben die Kondensator-Lader gegenüber den Akku-Boostern nur Vorteile?

Jürgen Osterkamp: Prinzipiell schon, aber sie sind nun mal für genau eine Aufgabe gemacht: Starten. Wer noch andere Geräte mit Strom versorgen will, kommt um die konventionellen Akkus nicht herum. Außerdem sind die Kondensator-Lader momentan noch doppelt so groß wie leistungsfähige Akku-Booster. Man hat also immer einen kleinen – wenn auch recht leichten – Backstein dabei.

Die MOTORRAD-Endwertung.
Die MOTORRAD-Endwertung.

MOTORRAD-Endwertung

Kein Überflieger, aber weitgehend ordentliche Qualität. Den Job als Motorrad-Starthelfer erfüllen alle Testkandidaten, doch bei darüber hinausgehenden Ansprüchen gibt’s durchaus große Unterschiede. Die beiden Erstplatzierten sind dafür die besten Beispiele: Ein eher puristisches Gerät im Miniformat teilt sich den Testsieg mit einem mächtigen Fast-Alleskönner. Und auch auf den weiteren Plätzen bekommen sehr unterschiedliche Geräte unterm Strich das gleiche Testurteil. Es lohnt sich also diesmal besonders, die Datenkästen sehr genau zu lesen, um den ganz persönlichen Favoriten zu finden.

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