Honda CRF 450 L (2018)

Neue, kleine Sportenduro im Fahrbericht

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Auf Basis des Motocrossers CRF 450 R hat Honda nun eine straßenzulassungefähige Sportenduro entwickelt. Die neue Honda CRF 450 L rollt ab Oktober 2018 zu den Händlern. Wir konnten sie schon fahren.

Mit der CRF 450 ist Honda bei den Motocrossern vertreten und war damit auch bei der Dakar am Start. Ab Oktober 2018 darf die CRF 450 auch auf die ganz normale Straße. Dann nämlich bringt Honda mit der CRF 450 L eine zulassungsfähige neue Enduro an den Start.

Crosser dient als Basis

Um das Wettbewerbsmodell auf die Straße zu bringen, bedurfte es einiger Anpassungen. Die Euro4-Abgasnorm musste erfüllt, die Zuverlässigkeit im Alltagsbetrieb sichergestellt und die Leistungsentfaltung angepasst werden. Das L in der Modellbezeichnung steht damit quasi für "legal".

Foto: Honda
Die L-Version wurde vom Crosser CRF450R abgeleitet.
Die L-Version wurde vom Crosser CRF450R abgeleitet.

Gegenüber der CRF 450 R wurden das Chassis, der Motor und das Abgassystem geändert. Der Radstand wurde um 18 mm verlängert. Zwei Lambda-Sensoren steuern die Kennfelder für die Benzinzufuhr über die Einspritzdüsen als auch die Zündkennfelder. Um die Fahrbarkeit zu verbessern, wurden das Kompressionsverhältnis gesenkt, die Steuerzeiten angepasst und die Kurbelwellen-Schwungmasse erhöht. Das Getriebe erhielt einen sechsten Gang und wurde für Straßeneinsätze länger übersetzt, die Federung für das neue 18-Zoll-Hinterrad modifiziert. Eine stärkere Lichtmaschine liefert Strom für alle Verbraucher. Größere Kühler und ein elektrischer Ventilator sichern den Temperaturhaushalt.

Einige Kunststoffteile der Honda CRF 450 L wurden direkt von der CRF 450 R übernommen. Neu hinzugefügt wurden dafür Scheinwerfer, Rücklicht und Blinkanlage. Dabei greift Honda auf LED-Lichttechnik zurück. Auch Tachometer und Hupe schmücken jetzt zusätzlich die Cockpitausstattung. Auf 7,6 Liter vergrößert wurde das Volumen des weiterhin aus Titan gefertigten Tanks, um eine größere Reichweite zu gewährleisten.

Die neue Honda CRF 450 L rollt ab Oktober 2018 zu den Händlern. Wir konnten sie schon fahren.
Die L-Version wurde vom Crosser CRF450R abgeleitet.
Die L-Version wurde vom Crosser CRF450R abgeleitet.

Einzylinder leistet noch 25 PS

Im Straßentrimm leistet der 449 cm³ große Einzylinder 25 PS und 32 Nm. Luftfilteröl und Ölfilter sollten alle 1.000 km gewechselt werden, eine umfassende Motorrevison steht erst nach 32.000 km auf dem Programm. Vollgetankt wiegt die Honda CRF 450 L 130,8 kg, die Sitzhöhe beträgt 940 mm.

Foto: Honda
Im Straßentrimm wiegt die CRF knapp 131 kg.
Im Straßentrimm wiegt die CRF knapp 131 kg.

Das 21 Zoll große Vorderrad wird von einer 49 mm-Showa-Stahlfeder-USD-Gabel, die bei der Federvorspannung und Druckstufendämpfung einstellbar ist, geführt. Die Hinterhand wird von einem voll einstellbaren Showa-Federbein im Zaum gehalten. Die beiden Aluminiumfelgen sind schwarz eloxiert. Aufgezogen sind Reifen der Dimensionen 80/100-21 (vorne) und 120/80-18 (hinten). Das Vorderrad wird mittels einer 260 mm Wave-Bremsscheibe in Kombination mit einer Doppelkolben-Bremszange verzögert. Das Hinterrad ist mit einer 240 mm Wave-Bremsscheibe sowie einer Einkolbenbremszange bestückt.

Verfügbar ist die Honda CRF 450 L ab Oktober 2018. Der Grundpreis beträgt stattliche 10.690 Euro.

Foto: Honda
Noch mehr Schwungmasse täte dem Einzylinder gut.
Noch mehr Schwungmasse täte dem Einzylinder gut.

Honda CRF 450L im Fahrbericht

Die Ergonomie auf der CRF 450L ist genretypisch. Viel Bewegungsfreiheit bei wenig Komfort herrscht auf der schön schmalen Tank-Sitzbank-Kombination. Angenehm gekröpft liegt der nicht überbreite Lenker auch im Stehen gut zur Hand, und die Rasten bieten guten Halt.

Wir fahren eine flüssige, offene, aber nicht schnelle Runde auf gemischtem, teils schlammigem Terrain. In den Vordergund spielt sich zunächst das Fahrwerk: Supersensibel arbeitet die fürs Enduro modifizierte Stahlfedergabel, sie saugt Steine, Wurzeln und Wellen so auf, wie man sich das wünscht. Tadellos auch das Federbein, das im Vergleich mit vorne etwas straffer agiert. Kein Problem, das Fahrwerk ist voll einstellbar. Die verwendete Erstbereifung aus dem Hause IRC ist ein Mischreifen, der auch Straße kann. Trocken, bei gemäßigtem Tempo, geht das, wird es anspruchsvoller, müssten ernsthaftere Reifen drauf.

Der 25-PS-Motor steigt schon unten angenehm kräftig ein, läuft zudem sehr vibrationsarm. Mittig legt er verhalten zu, und oben heraus bietet er zwar hohe Drehzahlreserven, packt aber nichts mehr drauf. Im Erster-Gang-Terrain würde dem Ex-Crosser noch mehr Schwungmasse gut tun.Auch die Gasannahme aus langsamen Ecken heraus könnte feiner sein. Die Bremse: Kräftig, perfekt dosierbar.

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