MV Agusta Produktion MV Agusta

Produktionsstopp wegen Maßnahmen gegen Corona

Hersteller legen wieder los

Etliche Motorradhersteller mussten ihre Produktion aufgrund der Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie einstellen. Nach dem europaweiten Lockdown geht es in den Werken nun wieder zur Sache – schließlich brauchen die Händler bald Nachschub.

Den Anfang machte Ducati in Bologna: Bereits seit 27. April wird das Werk in Stadtteil Borgo Panigale allmählich wieder hochgefahren. Mit Hochdruck bauen die Italiener vor allem ihre neuen Modelle, vorrangig die superstarke Streetfighter V4, für die speziell aus Deutschland viele Bestellungen vorliegen. Wer kann, bleibt allerdings bei Ducati wie auch in allen anderen europäischen Motorradwerken, nach wie vor im Home Office.

Produktionsbeginn bei BMW am 4. Mai

Kurz nach Ducati ging auch der Elektromotorrad-Bauer Energica aus dem benachbarten Modena wieder ans Netz, die Auftragsbücher sind dem Vernehmen nach voll. Am 4. Mai folgten in Deutschland das BMW-Werk in Spandau, wo allerdings die Produktion der R 1250 GS und R 1250 RT zunächst zurückgestellt werden muss, da noch die Drosselklappenkörper vom italienischen Zulieferer fehlen. Ab 13. Mai sollen dann auch GS und RT wieder vom Band laufen.

Ebenfalls am 4. Mai machten Moto Guzzi, Aprilia, MV Agusta, Moto Morini und Fantic in Norditalien wieder auf, genau wie Piaggio und Benelli in Mittelitalien. Yamaha öffnete seine europäischen Werke in Bologna, Italien (Minarelli) und in Saint-Quentin in Frankreich (MBK), wo die stark gefragte Ténéré 700 vom Band läuft, zwischen dem 4. und dem 5. Mai wieder. Ein Sonderfall ist Triumph: Die Engländer produzieren an ihrem Stammsitz in Hinckley in Großbritannien nur noch wenige Motorräder, die meisten Maschinen kommen heutzutage aus Thailand. Dort lief die Produktion laut Triumph ohne Pause weiter, wurde allerdings vorübergehend verlangsamt, da wegen des Lockdown weltweit die Nachfrage gesunken war.

Honda wartet bis Mitte Mai

Noch bis zum 18. Mai wartet Honda mit dem Neustart seines europäischen Werks in Atessa in Mittelitalien, wo die Japaner vornehmlich Roller für den europäischen Markt bauen. KTM/Husqvarna legen sogar erst am 25. Mai wieder los: Die Österreicher, so heißt es aus dem Werk in Mattighofen, wollen erst neu starten, wenn die Lieferketten wieder stabil funktionieren.

Genau auf diese Lieferketten kommt es in den nächsten Tagen und Wochen an: Damit die Motorradproduktion wieder reibungslos funktioniert, müssen sämtliche Komponenten, von den Bremsen über die Räder und Motorenteile bis hin zu Blinkern und Schläuchen rechtzeitig in den Werken eintreffen – wobei die Zulieferer in einer regelrechten Pyramide wiederum von ihren Subzulieferern abhängen. Wie es mit dem Nachschub in der Motorradbranche aussieht, darüber informiert eine Reportage in MOTORRAD 11/2020 – ab nächsten Freitag am Kiosk.