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Corona bremst Italiens Motorradhersteller aus

Produktionsstopp bei Ducati, Piaggio, MV, und Co.

Wegen des Corona-Virus ist Italien weitgehend lahmgelegt. Jetzt schließen auch immer mehr Zweiradhersteller ihre Produktionsanlagen.

Bis mindestens voraussichtlich Mitte April steht in Italien das öffentliche Leben still, die Bürgerinnen und Bürger dürfen ihre Häuser und Wohnungen nur verlassen, wenn es unabdingbar ist, etwa zum Einkaufen von Lebensmitteln. Ausgenommen von der rigorosen Regelung sind nur noch wenige produzierende Betriebe.

Aktuell Stillstand bei Ducati, Guzzi, Aprilia und Co.

Bei Ducati in Bologna standen am Freitag (13.3.) erstmals die Bänder still, während die Firma versuchte, sich neu zu organisieren. Sämtliche Mitarbeiter, deren Anwesenheit für die Produktion nicht unbedingt nötig ist, sollten ab sofort zu Hause bleiben, die Produktion selbst sollte mit unterschiedlichen Schichten so entzerrt werden, dass möglichst wenig Kontakte der Beschäftigten untereinander entstehen. Am Montag (16.3.) verkündete Ducati dann doch, die Produktion bis zum 25. März komplett einzustellen. Die Ersatzteilversorgung und auch der Kundenservice seien aber gesichert.

Die Ducati-Konzernschwester Lamborghini, ebenfalls im Besitz von Audi, hatte ihren Betrieb in Sant’Agata Bolognese, nur 30 km vom Ducati-Sitz entfernt, bereits völlig eingestellt: Frühestens am 25. März geht auch hier die Produktion weiter.

Ducati Produktion
Ducati

Ähnlich wie bei Ducati gestaltet sich die Lage beim Piaggio-Konzern, zu dem die Marken Vespa, Aprilia und Moto Guzzi gehören. Mit der neuerlichen Verschärfung der Vorschriften bleiben die Werke jetzt bis voraussichtlich 3. April geschlossen. Betroffen davon sind Piaggio in Pontedera (Toskana), Aprilia in Noale und Scorzè (beide im Veneto) und Moto Guzzi in Mandello del Lario (Lombardei). Im Werk in der Toskana wurde bereits am 11. März die Abteilung Fahrversuch geschlossen, nachdem ein Mitarbeiter positiv getestet worden war, seine Kollegen befinden sich in Quarantäne.

Auch MV Agusta muss pausieren

MV Agusta Produktion
MV Agusta

Anders als seine Wettbewerber verkündet MV Agusta in einer Pressemitteilung am Montag (16.3.) in Absprache mit der Belegschaft und den Behörden die Produktion aufrecht zu erhalten, wenn auch mit reduzierter Mannschaft. Für die Restmannschaft habe man zudem alle möglichen Corona-Schutzmaßnahmen getroffen. Am 24.3. muste dann aber auch MV Agusta mitteilen, dass man auf Anweisung der Behörden die Produktion bis auf Weiteres einstellen wird. Moto Morini und der Zulieferer Brembo hatten ebenfalls bereits die Produktion gestoppt.

Appelle an Motorradfahrer

Derweil appellieren in der Szene bekannte Influencer und Journalisten an die italienischen Motorradfahrer, zu Hause zu bleiben und sich nicht vom schönen Wetter und den leeren Straßen zu – ohnehin illegalen – Ausflügen verlocken zu lassen. "Ein Ausrutscher ist schnell passiert", schreibt etwa der frühere Rennfahrer Nico Cereghini in Internet. "Und dann besetzen wir womöglich ein Krankenhausbett, das gerade für andere Menschen dringend gebraucht wird."

Nicht alle halten sich jedoch an diese Appelle. Am 11. März kam der frühere 125er-WM-Pilot Stefano Bianco bei einem Motorradunfall in der Nähe von Turin ums Leben. Der genaue Unfallhergang wird derzeit noch untersucht, doch offensichtlich prallte Bianco mit seiner Honda CBR 600 gegen einen abbiegenden Lastwagen. Er wurde nur 34 Jahre alt.

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