Patritalia – nomen est omen, Patriotismus auf Italienisch: Diese im Jahr 2025 im italienischen Modena gegründete Investment-Holding-Gesellschaft hat sich zum erklärten Ziel gesetzt, ursprünglich italienische Unternehmen und Marken zurückzukaufen, um sie wieder "rein italienisch" zu machen.
Patritalia – Patriotismus auf Italienisch
Aktuell im Visier von Patritalia: Ducati, die 100 Jahre alte italienische Marke, die seit 2012 zusammen mit Audi – und Lamborghini – unter dem Dach des deutschen Volkswagen-Konzerns "zuhause" ist.
2,5 Milliarden Euro für Ducati geboten
Nach eigenen Angaben gab Patritalia bereits Ende Juni 2026 ein großzügiges Angebot für die 100-prozentige Übernahme der Marke Ducati mitsamt Stammsitz und Werk in Borgo Panigale bei Bologna ab: 2,5 Milliarden Euro.
Ziele: Marke und Werk in italienischem Besitz – und italienische Werksfahrer
Wenn es nach den ambitionierten Plänen von Patritalia geht, könnte die Ducati-Übernahme bis Ende des Jahres 2026 komplett abgewickelt werden. Ab der Motorsport-Saison 2027 würden die neuen Ducati-Eigentümer dann sogar die Werksfahrer auswechseln, denn ausschließlich Italiener kämen für diese – und andere – Jobs infrage.
Volkswagen und Audi gehen nicht auf das Angebot ein
Offiziell äußerten sich weder VW noch Audi oder Ducati selbst zu dem Übernahme-Angebot von Patritalia. Auf Anfrage von rideapart.com hieß es lediglich: "Ducati ist ein starkes und erfolgreiches Unternehmen. Portfolio-Überprüfungen gehören zu einer verantwortungsvollen Konzernführung. Über einen Verkauf von Ducati wurde derzeit noch keine Entscheidung getroffen."
Patritalia – Investment-Holding um Manuel Ros
Bemerkenswert ist die von Patritalia beabsichtigte und öffentlich thematisierte Ducati-Übernahme indes umso mehr, wenn man sich diese Investment-Holding-Gesellschaft etwas genauer anschaut. Soweit das möglich ist, denn außer einem gewissen Manuel Ros, der sich "Präsident", "Vorstandsmitglied" und "CEO" nennt, ist bisher niemand von Patritalia persönlich in Erscheinung getreten.
Italienisches Reinheitsgebot
Dafür sind auf der Homepage von Patritalia ausführliche, explizite Informationen zu den Unternehmenszielen zu finden. Selbstverständlich auf Italienisch, hier sinngemäß und auszugsweise auf Deutsch übersetzt:
"Wer wir sind: Gegründet 2025 aus Liebe zu unserem Heimatland und dem Gefühl der Ungerechtigkeit, mit ansehen zu müssen, wie das industrielle Kapital und die Exzellenz unseres Landes – das der Welt beibrachte, wie man sich kleidet, einrichtet, isst, designt, Auto fährt und Autos baut – an Ausländer verkauft wurden, die den Wert und das Prestige der Italiener erwarben, ohne ihre Kultur und die Bedeutung dessen, was sie nun wirklich besitzen, zu würdigen."
"Unsere Organisation verfolgt ausschließlich das Ziel, die Eigentumsrechte an einzelnen Unternehmen zurückzuerlangen, die Teil unserer nationalen und kulturellen Identität sind. Unser Ziel ist es, italienische Unternehmen nach Italien zurückzubringen, damit sie ausschließlich von italienischen Staatsbürgern geführt, entwickelt und betrieben werden – von den einzigen, die in der Lage sind, jene 'Italienischheit' auszudrücken, die die verschiedenen Marken verkörpern. Ausländer können das niemals."
"Unsere Mission ist es, historischen Stätten ihre Würde und ihren Wert zurückzugeben und sie aus den Händen ausländischer Unternehmen und Eigentümer zu befreien, die die Geschichte und Identität der von ihnen geführten Marken oft nicht verstehen oder respektieren. Leider sind diese Marken aufgrund fehlerhafter Gesetze und Managementpraktiken in deren Hände gefallen, da diese die Exzellenz, die sie verkörpern – etwas, das nur ein Italiener, ein Liebhaber seines Vaterlandes, wirklich zu schätzen weiß, nicht gefördert haben."
"In einer globalen Situation, in der viele italienische Vorzeigeunternehmen von ausländischen Investoren übernommen wurden, versteht sich Patritalia als Bewahrer von Tradition und nationalem Erbe. Unsere Vision ist es, das italienische Kulturerbe zu erhalten und zu fördern und sicherzustellen, dass unsere Mitgliedsunternehmen weiterhin nach den Prinzipien der Authentizität und Qualität arbeiten, die sie weltweit bekannt gemacht haben und die von ausländischen Investoren oft ignoriert werden."





