Freihandelsabkommen mit Japan

Werden Japan-Motorräder billiger?

Die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Darin vorgesehen ist auch der Abbau von Zöllen auf japanische Motorräder, die nach Europa importiert werden.

Werden die Preise von japanischen Motorrädern fallen? Das jetzt geschlossene Freihandelsabkommen JEFTA zwischen Japan und der EU legt genau dies nahe. Wir haben nachgefragt.

Während die USA und Europa im gegenseitigen Wechsel neue Import-Zölle erheben (31 Prozent auf US-Motorräder) gehen Japan und die EU den umgekehrten Weg: „JEFTA" heißt das im Juli 2018 unterschriebene Freihandelsabkommen, in dem die beiden Wirtschaftsmächte ab 2019 erklären, künftig auf gegenseitige Importzölle zu verzichten. Die gute Nachricht: Das bedeutet, dass in Japan gefertigte Motorräder damit unterm Strich billiger werden. Das bestätigte auch eine Sprecherin der deutschen Generalzolldirektion in Bonn auf Nachfrage von MOTORRAD: „Der Abbau der Zölle gilt auch für Motorräder mit Ursprung in Japan, die in die EU eingeführt werden." Die weniger gute Nachricht: Auch die vier großen japanischen Hersteller Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha lassen teilweise in Niedriglohnländern fertigen. Für eine in Thailand gebaute Honda wird jedoch weiterhin der volle Einfuhrsatz in Höhe von aktuell sechs Prozent durch die EU erhoben.

Preissenkungen vermutlich nicht spürbar

Für alle anderen, rein japanischen Motorräder gilt: Die Zölle fallen nicht mit einem Schlag weg, sondern sukzessive auf mehrere Jahre. Bisher erhebt die EU auf Motorräder eine Einfuhrsteuer von sechs Prozent. Bei einem 12.500 Euro teuren Motorrad sind das 750 Euro. Nicht ganz wenig, aber innerhalb von fünf Jahren dürfte diese Preisreduzierung, falls die Hersteller sie denn überhaupt an die Kunden weitergeben, von den üblichen Preiserhöhungen aufgefressen werden. Heißt unterm Strich: In Japan gebaute Motorräder werden innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht nennenswert billiger. Teurer aber auch nicht.

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