Günstiger tanken am 1.-Mai-Wochenende? Energiesteuersenkung kommt verzögert und schleichend

Sprit ab 1. Mai günstiger?
Darum wird die Wochenendtour teuer bleiben

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.04.2026
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Motorrad tanken, Tankstelle
Foto: Katrin Sdun

Ab dem 1. Mai 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vorübergehend. Doch an den Zapfsäulen wird der um etwa 17 Cent pro Liter niedrigere Preis nicht sofort spürbar sein. Der Grund liegt in den Regeln des Steuersystems und der Kraftstofflogistik. Die Energiesteuer wird nicht beim Tanken fällig, sondern bereits früher – nämlich, wenn Kraftstoff aus einem Steuerlager entnommen wird, etwa aus Raffinerien oder großen Tanklagern.

Steuer entsteht "zum Zeitpunkt der Entnahme aus dem Steuerlager"

Laut Gesetz entsteht die Steuer "zum Zeitpunkt der Entnahme aus dem Steuerlager" und greift damit vor dem Verbrauch durch die Endkunden. Deshalb bleibt auch dieser Versuch der Bundesregierung, die Spritpreise zu senken, zunächst ohne direkten Effekt. Eine Analyse des ZEW Mannheim und des Forschungsinstituts DICE zeigt zudem, dass die Einführung der 12-Uhr-Regel am 1. April 2026 weniger die Preise gesenkt, sondern vor allem die Margen der Mineralölkonzerne erhöht hat.

Zunächst wird Kraftstoff mit altem Steuersatz verkauft

Für uns Verbraucher bedeutet das: Der Kraftstoff, der am 1. Mai um Mitternacht in den Tanks der rund 14.500 Tankstellen lagert, wurde noch mit dem alten, höheren Steuersatz versteuert. Erst wenn dieser Bestand verkauft ist, kommt Nachschub mit der reduzierten Steuer an die Zapfsäulen.

Die Bundesregierung betont daher, dass die Entlastung "verzögert und schleichend" in den Preisen sichtbar wird. Je nach Standort und Lieferkette kann es Tage dauern, bis der günstigere Einkaufspreis vollständig weitergegeben wird.

Unterschiedliches Tempo je nach Tankstelle

Wie schnell die Preise sinken, hängt von der jeweiligen Tankstelle ab. Entscheidend sind Faktoren wie:

  • Zeitpunkt der letzten Lieferung vor dem Stichtag
  • Füllstand der Tanks am 1. Mai
  • Regionale Versorgung, etwa durch Binnenschiffe
  • Nachfrage vor und nach der Steuerumstellung

Tankstellen mit hohem Durchsatz erhalten schneller neue, günstiger versteuerte Ware. Weniger frequentierte Stationen verkaufen länger den teureren Bestand.

Nachfrage rund um den Stichtag

Auch das Verhalten der Verbraucher beeinflusst die Preisentwicklung. Viele werden vor dem 1. Mai mit dem Tanken warten, um von den niedrigeren Preisen zu profitieren. Dadurch bleiben die Tanks an manchen Stationen gut gefüllt.

Am Feiertag selbst und in den Tagen danach steigt die Nachfrage i. d. R. deutlich. Gleichzeitig erschweren der 1. Mai und das anschließende Wochenende die Versorgung, da weniger Transporte unterwegs sind. Neue Lieferungen mit niedrigerer Besteuerung treffen daher nicht überall gleichzeitig ein.

Die Steuersenkung greift, aber nicht allein

Die Energiesteuer beeinflusst den Kraftstoffpreis direkt, ist aber nur ein Faktor. Auch Rohölpreise, Raffineriekosten, Transport, Wettbewerb und regionale Besonderheiten wirken auf den Endpreis. Selbst wenn die Steuerentlastung vollständig weitergegeben wird, bleiben Preisunterschiede zwischen Tankstellen bestehen.

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Wer beim Tanken sparen will, sollte die täglichen Preisschwankungen nutzen. Unsere kostenlose Spritpreis-App „mehr tanken“ ("mehr tanken" im Google Play-Store oder "mehr tanken" im Apple App-Store) bietet eine aktuelle Übersicht der Kraftstoffpreise, eine Preisprognose und zeigt günstige Tankstellen in der Nähe. Für Elektrofahrzeuge werden in der App Ladepunkte und die entsprechenden Preise angezeigt.

Fazit