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Harley-Davidson und Hero

Inder übernehmen Indien-Geschäft der Amerikaner

Nach dem Rückzug von Harley-Davidson aus dem indischen Markt übernimmt jetzt Hero die Produktions- und Vertriebsaktivitäten der Amerikaner.

Die Hero MotoCorp hat in Europa keinen Namen wie Donnerhall, aber Hero ist der größte Zweiradhersteller Indiens, und das will schon etwas heißen. Gegenüber der Times of India hat Pawan Munjal, Hero-Vorsitzender, bereits im februar 2020 erklärt, man wäre offen für eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Motorrad-Hersteller Harley-Davidson, wenn dieser eine solche wünsche. Bislang gäbe es aber noch keine Avancen der Amerikaner.

Hero übernimmt Indien-Geschäft

Ende Oktober hat sich die Lage aber verändert. Erst im vergangenen Monat hatte Harley-Davidson bekannt gegeben, dass das Unternehmen seine Vertriebs- und Produktionsaktivitäten in Indien einstellt. Eine strategische Entscheidung, die die Markenfans und Kunden stark verunsichert hat. Jetzt verkünden die Amerikaner eine neue Partnerschaft mit Hero. Die Inder übernehmen das Vertriebs- und Servicenetz von Harley-Davidson in Indien. Die neue Vereinbarung besagt, dass Hero über ein Netzwerk markenexklusiver Harley-Davidson-Händler und das bestehende eigene Händlernetz des Landes auch Teile, Zubehör, Bekleidung und Merchandisingartikel verkaufen wird.

Im Rahmen des neuen Joint Ventures entwickelt Hero auch eine Reihe neuer Motorräder, die unter dem Label von Harley-Davidson verkauft werden sollen. Nähere Details nannten die Vertragspartner nicht. Es dürfte sich aber um kleinvolumige Einstiegsmodelle handeln, die hauptsächlich auf verschiedene südostasiatische Märkte ausgerichtet sind.

Harley hat bereits China-Partner

Harley-Davidson selbst hatte 2018 bereits angekündigt neue Modelle in den Hubraumklassen 250 bis 500 cm³ bringen zu wollen, die vorrangig auf asiatischen Märkten und explizit auch in Indien angeboten werden sollen. Zur Produktion und Entwicklung der neuen Modelle wolle man noch einen lokalen Partner suchen. Bereits 2019 ist Harley-Davidson mit dem chinesischen Zweiradhersteller Qianjiang, dem Mutterkonzern von Benelli, eine Partnerschaft eingegangen. Das erste Modell dieser Kooperation wurde bereits präsentiert. Bei der neuen kleinen Harley für Asien handelt es sich um eine leicht modifizierte Benelli 302S.

Dass sich große Motorradhersteller einen lokalen Partner in Indien oder China suchen, ist nicht ungewöhnlich und auch nicht neu. Erst vor wenigen Tagen hat Triumph seine Zusammenarbeit mit Bajaj verkündet. Auch KTM und Bajaj arbeiten schon intensiv zusammen. In China sind die Österreicher mit CF Moto verbandelt. BMW hat in Indien mit TVS einen lokalen Partner gefunden, MV Agusta plant in China mit Loncin Zweiräder zu entwickeln und zu fertigen.

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