Helmtest Markus Jahn

Helmnorm ECE 22.06

Neue Regeln für noch mehr Sicherheit

Nach gut 20 Jahren wird die Sicherheitsnorm für Motorradhelme reformiert. Im Juni 2020 sollen die Neuregelungen für mehr Sicherheit beschlossen werden.

Die ECE-Verordnung 22 der Vereinten Nationen regelt, welche Auflagen Motorradhelme erfüllen müssen, damit sie für den Straßenverkehr zugelassen sind. Die aktuell gültige ECE 22.05 ist seit fast zwanzig Jahren in Kraft und wird demnächst von der reformierten Regelung ECE 22.06 abgelöst. Über die und die darin enthalten neuen Vorgaben, die in den vergangenen zwei Jahren ausgearbeitet wurden, sollte im Mai 2020 abgestimmt werden. Die aktuelle Corona-Krise dürfte aber auch hier für Verzögerungen sorgen. Wann die neue Norm in Kraft tritt, ist noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass ab diesem Zeitpunkt den Herstellern nur drei Jahre Zeit bleiben, ihre Helme auf die neue ECE 22.06 anzupassen. Auch der Weiterverkauf von ECE 22.05-Helmen ist nur noch für diese Übergangsfrist erlaubt. Aktuelle Helme sind damit auf jeden Fall bis ins Jahr 2023 zulässig. Nach MOTORRAD-Informationen könnten erste Helme nach der neuen Norm aber schon 2021 in den Handel kommen.

Die neue ECE 22.06 soll Helme und auch Visiere, wie sie für den Einsatz auf motorisierten Zweirädern vorgeschrieben sind, vor allem noch sicherer machen.

Verschärfte Testanforderungen

Und was ändert sich? Wie die FEMA (Federation of European Motorcyclists’ Associations) mitteilt, beschreibt die neue Norm vor allem Veränderungen beim Prüfverfahren von Helmen. Generell wird mit einer höheren Aufprallgeschwindigkeit geprüft, zudem dürfen die Prüfer den Anprallpunkt jetzt frei wählen. Vorher war dieser vordefiniert, entsprechend hatten Hersteller teilweise auch ihre Helme darauf optimiert.

Helmtest
Klaus Herder

Modular aufgebaute Helme (beispielsweise Klapphelme und Jethelme mit angeflanschtem Kinnteil) werden künftig mit und ohne Kinnschutz oder aufgeklapptem Kinnteil geprüft. Auch die mittlerweile sehr verbreiteten integrierten Sonnenblenden werden stärker begutachtet. Die Sonnenblenden müssen sich unanhängig vom Visier bewegen lassen. Ist ein Sonnenschutz integriert, so muss dieser zur Prüfung heruntergeklappt werden. Gleiches gilt auch für Zubehörteile. Nur die bei der Prüfung montierten Anbauteile dürfen sich später auch am Serienhelm wiederfinden. Werden Änderungen vorgenommen, so muss der Helm mit den neuen Anbauteilen nachgeprüft werden. Andernfalls erlöscht die Typgenehmigung. Offen bleibt dabei bislang, wie es sich mit Anbauteilen beispielsweise für Action-Cams oder Kommunikationssystemen verhält. Dieses Feld war aber auch schon bislang eine Grauzone. Experten gehen aber davon aus, dass es hier keine Einschränkungen geben wird, solange diese Teile nicht fest mit der Helmschale verbunden werden und sich so bei einem Anprall lösen können.

Visiere müssen widerstandsfähiger werden

Erhöht werden auch die Anforderungen an die Visiere und deren Mechanik. So müssen diese den Anprall einer Stahl-Testkugel mit einer Geschwindigkeit von 60 m/s überstehen ohne zu zerbersten. Auch die Visiermechanik muss den Gewalten trotzen. Neu hinzugefügt zum Testprozedere wird zudem eine Aufpralltestmethode zur Messung der Rotationsbeschleunigung.

Helmtest
Markus Jahn

In Abhängigkeit von weiteren nationalen Vorgaben müssen die neuen Helme mit reflektierenden Oberflächen oder alternativ mit reflektierenden Aufklebern versehen sein. Diese können auch zusammen mit einem entsprechenden Montagehinweis dem Helm beigelegt werden.

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