Knaus Deseo Andreas Becker
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Knaus Deseo im Test

Wohnwagen für Motorradfahrer

Mit stabilerem Aufbau, breiterer Heckklappe und flexiblerem Innenraum verspricht der Knaus Deseo mehr Platz für Motorräder und mehr Komfort im Fahrerlager oder Urlaub.

Ja, Wohnwagen können nerven – wenn sie vor dir auf deinem Lieblingspass zuckeln, weil der Heinz seiner Uschi die schöne Landschaft zeigen will. Aber was wäre, wenn so ein Teil plötzlich cool aussieht, du damit dein(e) Baby(s) mit in den Urlaub nehmen, beim Renntraining direkt an der Piste im eigenen Bett pennen, in der eigenen Küche brutzeln, unter der eigenen Dusche stehen könntest und auf dem eigenen Klo... ihr wisst schon. Der neue Knaus Deseo soll all diese Wünsche erfüllen. Mit der neuen Rahmenkonstruktion (Fibre Frame) aus Ultraschall-verschweißten PU-Profilen soll er leichter und steifer als ein herkömmlicher Wohnwagen sein. Besser aussehen tut er allemal. Erst recht mit den 17-Zoll-Alus, die aber 1.290 Euro extra kosten.

Bewährtes System für die Motorradhalterung

Ohne den Fibre Frame wäre auch die wagenbreite Heckklappe mit praktischem Zentralverschluss weder denk- noch machbar. Das Tor ist so groß, dass es sogar die Schächte für die optionale(n) Auffahrrampe(n) abdeckt. Nur hören kann man die Aluplanken noch. Und zwar auf jedem Asphaltpickel. Praktisch: Befestigungspunkte für das optionale Heckzelt (1.260 Euro) sind serienmäßig rings um die Klappe montiert. Für Frachtraum verzichtet der Deseo auf eine feste Sitzgruppe. In Standardausführung hat er ein Sofa mit drei Schubladen im Keller, das Platz lässt für ein Motorrad und zu einem geht-so-bequemen, 2,0 mal 1,40 Meter großen Doppelbett ausgezogen werden kann – freilich nur, wenn das Bike draußen parkt. Der Tisch wartet derweil an der Seitenwand gefesselt auf seinen Einsatz im oder vor dem Deseo. Für die Motorradhalterung setzt Knaus auf ein bewährtes System: Das Vorderrad wird von einer Wippe fixiert, das Hinterrad steht gegen seitliches Verrutschen auf einer Platte. Beide Halter lassen sich werkzeuglos in Bodengewinden verankern, und zwar in zwei Lochbildern für front- oder mitten- lastigere Gewichtsverteilung.

Knaus Deseo
Andreas Becker
Das Hubbett kostet Aufpreis und ist die einzige Möglichkeit zu übernachten, ohne das Bike auszuladen.

Platz für ein zweites Bike gibt’s aber nur, wenn die faltbare Transport-Sitzbank bestellt wird, die einzeln 199 oder im Transport-Plus-Paket 2.650 Euro kostet. Im Paket stecken dann auch zwei Motorradhalter, eine Auffahrrampe, zehn statt sieben Zurrösen, das 50 Kilo schwere, bequeme, aber im Testwagen verdammt störrische Hubbett (mit ihm kann man auf Zwischenstopps – eine unempfindliche Nase vorausgesetzt – auch über dem Moped schlafen) und die dringend nötige Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts auf wahlweise 1,8, 1,9 oder 2,0 Tonnen: Die serienmäßigen 1,5-Tonnen-Achsen sind angesichts des Leergewichts von 1.412 Kilo inklusive 184 Kilo Extraausstattung eher ein Witz. Wo wir gerade meckern: Steine in Sohlen und Reifen hinterlassen auf dem dunklen PVC-Boden schnell Kratzer. Für Klamotten & Co. stehen vier Hängeschränke an der Unterseite des Hubbetts, der große Kleiderschrank im Bug und die lange Kommode über dem rechten Radkasten zur Verfügung. Wer lieber MotoGP schaut als selber zu fahren, kann sich dort einen 21-Zoll-Bildschirm samt Lift einbauen lassen.

Ausstattung lässt Preis in die Höhe schnellen

Die Küche hat alles, was sie braucht: viel Stauraum, einen 95-Liter-Kühlschrank, einen Zweiflammen-Gaskocher und sogar eine Nische für die Kapsel-Kaffeemaschine. Weil man beim Biken nicht immer trocken bleibt, freut man sich über die belastbare Trockenstange und die Bodenwanne im geräumigen Bad.

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Mit viel Gepäck und bei schlechten Witterungsbedingungen fahre ich lieber bequem mit dem Auto/Transporter/Wohnmobil in den Süden.

Die Duschausstattung mit Luftschlauch-Duschvorhang muss allerdings für 225 Euro zugebucht werden. 45 Liter lagern im Bug-Wassertank, der sich damit auch gut zum Trimmen der Stützlast eignet. Eine Bordbatterie kostet 999 Euro Aufpreis. Überhaupt, die Preise: Die 20.890 Euro Grundpreis sind allenfalls ein Richtwert. Wer bei Funktions- und Komfortausstattung ordentlich draufpackt, muss mit 30.000 Euro rechnen!

Fazit

Ohne Kompromisse geht es auch beim neuen Deseo nicht: Da ein oder zwei Motorräder quasi im Wohnzimmer stehen, müssen sie am Zielort raus. Zwischenübernachtungen mit Bike an Bord sind nur mit dem teuren Hubbett und Resistenz gegen Benzingeruch möglich. Dafür erweist sich der Knaus als erstaunlich kompletter Wohnwagen, bei dem auf nichts Wesentliches verzichtet werden muss. Teils obligatorische Extras machen ihn aber sehr teuer.

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