Suzuki-Patent für Paralleltwin mit Turbo

Suzuki-Patent für Paralleltwin Suzuki GSX-R 700 R mit Twin?

Suzuki arbeitet weiter am neuen Mittelklasse-Motor. Patentbilder lassen auf 90-Grad-Hubzapfenversatz und einen Supersportler schließen. Ein wassergekühlter Turbo ist ebenfalls denkbar.

Suzuki Twin Patent Supersport Suzuki
Suzuki Twin Patent Supersport
Suzuki Twin Patent Supersport
Suzuki Twin Patent Supersport
Suzuki Turbo Twin Patent Watercooled 22 Bilder

Suzuki arbeitet seit mehreren Jahren an der Entwicklung von Turbomotoren. Das Turbo-Twin-Projekt debütierte 2013 in dem Conceptbike "Recursion", das mit einem 588 cm³-SOHC-Twin gezeigt wurde, der sich zwei Jahre später zu einem 700er im DOHC-Design mauserte. Der XE7 Motor wurde auf der Tokyo Motor Show vorgestellt. Seitdem zeigte zwar ein stetiger Strom von Patenten, dass sich das Projekt der Produktion nähert, aber es gab Hinweise darauf, dass auch eine freisaugende Version des Motors in Arbeit ist. Und das Projekt Turbo im Paralleltwin wird offensichtlich mit einer wassergekühlten Turbine und aufwändigem Kühlkreislauf immer weiter vorangetrieben.

Suzuki Supersport für die Mittelklasse

Ein frisches Patent von Suzuki beschäftigt sich mit der Platzierung des Auffangbehälters für die Benzindämpfe aus dem Tank. Eigentlich uninteressant. Jedoch: Die Zeichnungen zeigen ein Motorrad der Mittelklasse mit sportlicher Vollverkleidung á la Yamaha R7 oder Aprilia RS 660, das von eben jenem Parallel-Twin angetrieben wird, der aus anderen Patenten bekannt ist. Optisch zeichnet die vermeintliche GSX-R 700 R die Front der Kilo-Gixxer recht klar nach, zeigt sich zum Schwingenlager hin weniger verkleidet und stellt das Heck etwas steiler. Das Fahrwerk scheint vorn von einer USB-Gabel gestellt, womöglich mit nur einer Single-Scheibe mit radial-verschraubten Bremssattel. Die Schwinge wirkt wie eine recht lang ausgeführte Profilschwinge, wie KTM sie gerne nutzt. Das Federbein ist mit einer Umlenkung versehen.

Suzuki arbeitet weiter am Turbo

Es war etwas ruhiger um den Turbo-Twin von Suzuki geworden. Besonders nach den letzten Patenten um den Sauger, glaubte in der Redaktion niemand mehr an den Turbo. O-Ton Kollege Baumann: "An den Motor glaub ich nicht mehr." Doch dir, lieber Ulrich, sei anhand des neuesten Patent gezeigt: Suzuki arbeitet weiter am Turbo für den Twin. Und sie haben sich offensichtlich sehr mit dem Hitzemanagement des Antriebs beschäftigt. Der an sich gute Plan, den Turbo sehr nah an den Auslass zu platzieren, geht bei Motorradmotoren leider mit einem großen Hitzestau hinter dem Wasserkühler einher. Suzuki plant daher nicht nur den Turbo selbst per Wasser zu kühlen, sondern auch den unumgänglichen Ölkühler. Das könnte in diesem Fall über einen Wärmetauscher erfolgen, der dann im Baumaß wesentlich flexibler gestaltet werden kann als ein herkömmlicher Kühler mit Finnen. Sehr real und quasi fertig für die Fertigung scheint die gesamte Einheit für die Aufladung zu sein: Das System zur Luftführung vom Luftfilter über die Verdichter-Seite des Turbos in die Airbox zurück baut sehr kompakt, was ein kleines Baumaß erlaubt und den Antrieb nicht wesentlich größer als einen Saugmotor erscheinen lässt. Einen Rückschluss auf die möglichen Ladedrücke lässt das aber nicht zu, da der in der Airbox verbaute Ladelufkühler eher klein ausfällt. 130 PS aus 700 Kubik sollten aber drin sein.

SV-Nachfolgerin mit Paralleltwin

Mehr Details vom Innenleben gibt es über einen Saugmotor, der von besagtem Turbomotor abgeleitet ist und auch auch über ein neues Motorrad, das die Suzuki SV 650 beerben könnte. Das Patentdokument zeigt Abbildungen des Kraftstofftanks, des Sitzes und des Hilfsrahmens und erlaubt einen detaillierten Blick auf den Stahlrohrhilfsrahmen, der den Motor als tragendes Bauteil integriert. Die Trellis-Bauweise erlaubt so recht viele Gestaltungs-Möglichkeiten oder schnelle Änderungen der Geometrie von unterschiedlichen Modellen auf gleicher Basis.

Zwei Ausgleichswellen

Ferner zeigen die Patente eine technische Lösung zum Antrieb der benötigten Ausgleichswellen. Zwei an der Zahl. Angetrieben werden sollen sie – das ist die eigentliche Erfindung – direkt von der Kurbelwelle auf Seite des Primärtriebs. Die Bauart – dem aktuellen F-Motor von BMW nicht unähnlich – spart viel Bauraum ein, was das Kurbelgehäuse kompakter gestalten lässt. Die Lage der beiden Ausgleichswellen in Fahrtrichtung vor und unter der Kurbelwelle zwingen dem Getriebegehäuse ebenfalls keine zusätzliche Größe auf. Die untere Ausgleichswelle ist so im Gehäuse integriert, dass sie je nach Motorkonfiguration einfach weggelassen werden kann, ohne weitere konstruktive Maßnahmen nach sich zu ziehen. Sprich ein 180-Grad-Twin kann ebenfalls realisiert werden.

90°-Twin

Zusätzlich offenbaren die neuen Zeichnungen, dass Suzuki den Twin zeitgenössisch mit einem Hubzapfenversatz von 90 Grad plant, was für einen besseren Rundlauf im unteren Drehzahlbereich zwei Ausgleichswellen verlangt. Damit wäre der neuen Suzuki-Twin bei der Leistungsentfaltung, Sound und Charakteristik vergleichbar mit den Twins von Yamaha, Kawasaki, Triumph, BMW und vielen anderen.

Motor trägt mit

Wie auf den Bilder ebenfalls zu erkennen ist, plant Suzuki den Twin mitttragend, wohl per Hilfsrahmen aus Stahlrohr, kombiert mit einer stabilen Alu-Konstruktion für Motor. und Schwingenlager. Den Ansatz unterstreicht das Patent, da Suzuki den Einsatz einen am Motor befestigten Seitenständers in Relation zur unteren Ausgleichwelle setzt.

Cleverer Ölkreislauf

Suzuki erwähnt in der Patentschrift den Ölkreislauf mit vielen Bezügen. Der Interessanteste: Die untere Ausgleichwelle und der Ölsumpf sind so konstruiert, dass die Welle das Öl in keinen Betriebszustand panschen und so keine Luft in die Schmierung gelangen kann. Unterstützt wird das von der Idee den von den Kolben in der Bewegung zum UT verursachten Luftdruck so Richtung Sumpf zu leiten, dass er auf der Oberfläche des Öls dauerhaft kleine Wellen verursacht, was die Luftblasen-Bildung weiter unterdrückt. Der Antrieb der Ausgleichswellen in Fahrtrichtung rechts, soll auch das Panschen im Öl während des Laufs auf dem Seitenständer unterbinden. Diese Lösung zahlt auch auf den empfindlichen Ölkreislauf eines Turbomotors ein, dessen stete Versorgung mit kühlem Schmierstoff essentiell ist.

Auch neue V-Strom ist wahrscheinlich

Obwohl das in der Zeichnung abgebildete Motorrad höchstwahrscheinlich auf eine neue SV 650 hindeutet, könnte der neue Paralleltwin auch für eine Modernisierung beim Adventure-Bike V-Strom 650 sorgen. Auch eine Suzuki SV 700 und eine Suzuki V-Strom 700 sind natürlich denkbar. Allerdings müssen wir uns hierfür noch gedulden: Im Modelljahr 2021 brachte Suzuki nämlich erst einmal eine leicht modifizierte SV 650 auf den Markt, die die Euro 5-Norm erfüllt und ihre Lebensdauer auf unbestimmte Zeit verlängert. Bei dem neuen Suzuki-Paralleltwin dürfte es sich – mit und ohne Turboaufladung – um ein Projekt handeln, das erst in den nächsten Jahren in die Produktion gehen wird.

Fazit

Suzuki arbeitet an einem neuen Motor für seine Mittelklassemodelle. Der bislang verbaute V2 ist stark und zuverlässig, aber in der Herstellung nicht günstig. Der Nachfolger wird wohl als Reihenzweizylinder, womöglich mit Turbo antreten. Reihentwins kennt die Konkurrenz schon lange, der Turbo in der Mittelklasse wäre einzigartig.

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