925 Millionen Euro Umsatz und 52 Millionen Euro Gewinn. So lautet Ducatis Ergebnis für das Jahr 2025 durch die Umsatzrendite von 5,6 Prozent. Im Hause Volkswagen, der Konzernmutter von Ducati, sind das positive Zahlen.
Ducati geht es gut. Volkswagen wackelt und verkaufte jüngst 51 Prozent am ebenfalls recht profitablen Motorenbauer Everllence, der 2025 immerhin 4,9 Milliarden US-Dollar Umsatz machte und 336 Millionen US-Dollar Gewinn, was 7 Prozent Umsatzrendite entspricht.
Wohin könnte Ducati gehen? Nach China oder Indien?
Dieses Abstoßen von Anteilen und das Ankündigen der Volkswagen-Gruppe, alle Marken und Tochtergesellschaften stünden unter Transformationszwang, um den Konzern zu verschlanken, schüren Gerüchte über einen geplanten Verkauf von Anteilen oder von Ducati in Gänze.
Nur an wen? In Indien oder China stünden mit Sicherheit Konzerne parat, vorwiegend die Marke Ducati im Portfolio zu haben. Mit Bajaj und TVS sogar Big Player, die schon einen Fuß in Europa haben. Bajaj in Form von KTM, und TVS versucht es derzeit über die alte englische Marke Norton. Welcher Konzern aus China beim Angebot Ducati teils oder ganz zu kaufen zucken würde, ist schwer zu erkennen, wobei wir hier wohl das Auge weglenken müssten von Motorradherstellern hin zu den großen Mobilitätskonzernen wie Geely oder GWM.
VW hustet und verkauft Ducati doch nicht – eine alte Geschichte
Seit 2012 gehört Ducati über Audi zum Volkswagen-Konzern, und im Grunde immer, wenn es VW mal nicht so gut geht, steht der Verkauf von Ducati im Raum. Konkret 2017 nach dem Diesel-Skandal standen rund 1,5 Milliarden Euro auf dem Preisschild, an dem laut Insidern einige große Namen Interesse äußerten.
Darunter Bajaj, Harley-Davidson, KKR, Bain Capital (die nun 51 % von Everllence kauften) und andere Investoren wollten einsteigen. Doch am Ende blieb Ducati bei Audi und VW und entwickelte sich in den vergangenen 10 Jahren zu einem profitablen Hersteller hochwertiger Motorräder und zu einer extrem wertvollen Marke.
Ebenso als Herbert Diess den VW-Konzern verließ, folgte die Reaktion in Form von Gerüchten, dass dies das Ende von Ducati unter dem VW-Dach sei – und wieder sind 4 Jahre vergangen. Und es gibt für MOTORRAD einige Gründe, weshalb VW Ducati besser nicht verkaufen sollte.
Darum sollte VW Ducati halten:
- Ducati ist weltweit eine der stärksten Motorradmarken überhaupt.
- Ducati ist als Premiummarke recht widerstandsfähig gegen Konjunkturen.
- Ducati ist mit kleinen Stückzahlen und hohen Preisen profitabel.
- Wachstum der individuellen Mobilität wird weltweit auf 2 bis 3 Rädern stattfinden.
Darum kann VW Ducati wohl gar nicht verkaufen:
Zwar ist die Marke Ducati hochattraktiv, das Geschäftsmodell als kleiner Motorradbauer wirkt für Investoren eventuell doch zu uninteressant. Ducati baut pro Jahr zwischen 50.000 und 70.000 Motorräder, hat keine "Einsteiger"-Klasse, keine 125er oder kleine Motoren. Für den internationalen Markt aktuell vielleicht nicht das beste Angebot. Die MotoGP und WSBK sind teure Rennklassen, die auf die Marke viel einzahlen, auf den Umsatz vielleicht nur gering.
Und dann wäre da noch die Sache mit dem Preis: 2017 wollte VW um die 1,5 Milliarden Euro für Ducati haben. Heute kaum weniger, eher mehr. Doch: Bajaj übernahm KTM mehr oder weniger final für um 600 Millionen Euro. KTM setzte in guten Jahren 200.000 Motorräder, inklusive Offroad ab und erzielte 2023 2,7 Milliarden Euro Umsatz. Allerdings mit zu wenig Gewinn, und das Geschäftsmodell war marode. Doch: Wer 1,5 Milliarden Euro für Ducati zahlt, müsste nur auf den Gewinn von 53 Millionen Euro 2025 übertragen 30 Jahre auf Rendite warten. Ob hier jemand einschlägt?
VW – schlanker werden ohne Ducati
Bleibt die Aussage von VW, den Konzern verschlanken zu wollen, Synergien zu nutzen und Entwicklungen zu harmonisieren. Das trifft eher auf die Automarken im Konzern zu und wohl auf Wildwuchs in der Teilepolitik. Ob eine kleine, dennoch wertvolle und profitable Marke wie Ducati in dieser Schnittmenge landet, darf bezweifelt werden.





