Neue BMW F 600 GS für 2028: Erste Erlkönig-Fotos und technische Daten von der 600er-GS

BMW F 600 GS – erste Fotos und Daten
Neue BMW F 600 GS für 2028

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.08.2026
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Dass die Lücke zwischen 450 und 900 zu groß ist, um sie offen zu lassen, das hat BMW-Motorrad-Chef Markus Flasch bereits in Interviews angedeutet. Das gilt nicht nur, aber vor allem für die wichtigsten BMW-Modelle, also für die Enduros mit den starken GS-Initialen.

Die neue BMW F 600 GS als Erlkönigin erwischt

Im Sommer 2026 liegen uns nun die ersten Erlkönig-Fotos vor, die hierzu passen (siehe oben in der Bildergalerie). Das müsste sie sein, die neue BMW F 600 GS. Mit großer, X-förmiger Lichtikone im Scheinwerfer-Gesicht, offensichtlich verwandt mit der R 1300 GS, aber eigenständig genug. Und, erstaunlicherweise, ohne GS-typischen Frontschnabel – jedenfalls bei der erwischten Erlkönigin, doch das könnte sich noch ändern.

Neuer Zweizylinder-Motor mit 590 Kubik und 65 PS

Motorisch ist die neue BMW F 600 GS offenbar verwandt mit der 2026 eingeführten BMW F 450 GS. Auf dieser Basis, dem wassergekühlten Reihenzweizylinder-Motor mit 420 Kubik und 48 PS (35 kW), entwickelt BMW eine größere Version. Zum 600er-Twin sind gegenüber MOTORRAD bereits diese Eckdaten durchgesickert: 590 Kubik und 65 PS (48 kW) Spitzenleistung. Letzteres lässt eine moderate, durchzugorientierte und verbrauchsgünstige Motorabstimmung erwarten.

TVS und Norton – die BMW-Verwandtschaft aus Indien

Ein verwandtschaftliches Verhältnis ist zwischen dem Antrieb der neuen BMW F 600 GS und jenem der 2026 eingeführten Norton Atlas zu erahnen. Die neue Mittelklasse-Reiseenduro von Norton läuft nämlich ebenfalls beim indischen BMW-Partner TVS vom Band. Mit diesen Motor-Eckdaten: Reihenzweizylinder mit 585 Kubik, maximal 70 PS (51,5 kW) bei 9.300/min und 57,5 Nm bei 7.300/min sowie konventionelle 270 Grad Hubzapfenversatz.

135 Grad Hubzapfenversatz für die BMW F 600 GS?

Ob die neue BMW F 600 GS den bisher einzigartigen Hubzapfenversatz von der BMW F 450 GS (135 Grad) übernimmt, ist bisher nicht bekannt. Es ist aber wahrscheinlich, der Markenidentität wegen. Stichwort: Alleinstellungsmerkmal, international unique selling point (USP). Und dem 450er-Twin hat dieses Spezial-Layout nicht geschadet, Laufkultur und Klang gefallen.

Automatik-Kupplung ERC

Noch wahrscheinlicher ist es, dass die neue BMW F 600 GS die Easy Ride Clutch (ERC) von der F 450 GS übernimmt, zumindest als optionale Sonderausstattung. Mit der ERC-Kupplung ist das Ziehen am Handhebel in nahezu allen Fahrsituationen nicht erforderlich, diese Teil-Automatik und ihre Abstimmung überzeugen bereits bei der 450er.

Enduro-Fahrwerk für die neue BMW F 600 GS

Weniger Besonderheiten sind vom Fahrwerk der neuen BMW F 600 GS zu erwarten. Rahmen und Upside-down-Telegabel sehen nach robustem Standard aus, die Aluminium-Hinterradschwinge mitsamt rechtsseitig direkt angelenktem Federbein erinnert ebenfalls an die von der F 450 GS bekannte Konstruktion.

Relativ "sportlich": Federwege und Sitzhöhe

Konzeptgerecht scheinen die Federwege bei der neuen BMW F 600 GS großzügig ausgelegt, wohl vorn und hinten jeweils um 200 Millimeter. Damit dürfte sich zwangsläufig eine relativ "sportliche" Sitzhöhe zwischen 85 und 90 Zentimeter ergeben.

Zwei Scheibenbremsen vorn

Eindeutig oberhalb der 450er sind die zwei Scheibenbremsen am Vorderrad der neuen BMW F 600 GS einzuordnen – für mehr als die 165 km/h Höchstgeschwindigkeit der A2-Einsteiger-GS. Mit 65 PS statt 48 PS dürfte die 600er, je nach Übersetzung, auf mindestens 180 km/h kommen. Und für Geländeeinsätze dürfte das ABS abschaltbar sein, zumindest am Hinterrad.

21-Zoll-Vorderrad – "echt Enduro"

Ein weiterer, noch deutlicherer Unterschied zwischen der 450er und der neuen BMW F 600 GS ist der Vorderrad-Durchmesser: Anstatt 19 Zoll sind es hier offenbar 21 Zoll – also "echt Enduro". Zudem dürften die Kreuzspeichenräder (schlauchlos) bei der 600er zur Grundausstattung gehören. Wohl mit diesen Reifenformaten: 90/90-21 vorn, 150/70-17 hinten. Ein 18-Zoll-Hinterrad könnte es optional geben, wie bei der BMW R 12 G/S.

Technische Daten und Gewicht – unter 200 Kilo?

Mit allem Drum und Dran kann die neue BMW F 600 GS natürlich nicht ganz so leicht ausfallen wie die F 450 GS (178 kg mit Grundausstattung und zu 90 % gefülltem 14-Liter-Benzintank). Dennoch könnte die 600er unter der 200-Kilo-Marke bleiben, wenn auch knapp.

Neue BMW F 600 GS – ab 2028 für unter 10.000 Euro?

Dem Vernehmen nach sei für die neue BMW F 600 GS ein Produktionsbeginn im Sommer 2028 geplant. Preislich wird sie dann irgendwo zwischen der BMW F 450 GS (aktuell ab 7.220 Euro) und direkten etablierten Konkurrenzmodellen wie Yamaha Ténéré 700 (aktuell ab 11.699 Euro) zu positionieren sein. Die entfernt verwandte Norton Atlas von BMW-Partner TVS gibt’s aktuell ab 9.250 Euro, demnach erscheint auch für die neue F 600 GS ein Grundpreis unter oder nur knapp über 10.000 Euro möglich.

BMW F 600 R und weitere 600er-Modelle werden folgen

Selbstverständlich werden auf die neue BMW F 600 GS ab 2028 weitere F 600-Modelle folgen, etwa die BMW F 600 R als Naked Bike – oberhalb der ebenfalls noch fehlenden F 450 R, die schon für 2027 zu erwarten ist.

Fazit