337 km/h nur mit Wasser: Dragster stellt Rekord auf mit 500 PS aus Dampf

337 km/h mit Wasserdampf
Über 500 PS – Dragster hat ordentlich Dampf

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.06.2026
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Als "Naturgewalt" bezeichnen Graham und Diane ihren Dragster. Die Force of Nature erreicht knapp 340 km/h in 3,2 Sekunden und sprintet von 0 auf 100 km/h in 0,4 Sekunden.

Möglich durch knapp über 500 PS. Wobei: Nur ein Motor erzeugt PS – die Naturgewalt hat allerdings gar keinen Motor.

Wasserdampf-Antrieb mit 4.000 Newton Schub

Ihre Kraft von 4.000 Newton erzeugt die Force of Nature durch Wasserdampf. Der Fahrer liegt im Grunde auf einem großen Druckbehälter, der 120 Liter heißes Wasser enthält. Wobei "heiß" hier bedeutet: 250 Grad Celsius. Und ja: Es ist immer noch Wasser, da es im Tank nicht verdampfen kann.

Genau dieser Umstand erlaubt dem Dragster, irrwitzig zu beschleunigen und knapp 340 km/h schnell zu werden. Dafür benötigt die Force of Nature nur 3,2 Sekunden und 201 Meter – also die berühmte Achtelmeile, denn bei Öffnen des "Gasgriffs" verdampft das extrem heiße Wasser schlagartig.

Jener Dampf entweicht über Jetdüsen nach hinten und erzeugt den nötigen Schub. Entsprechend benötigt dieser Dragster keine Burnouts zum Aufheizen der Reifen. Weder kann die Force of Nature die Reifen in Qualm verwandeln, noch ist es nötig, da die Reifen keine Kraft übertragen.

Der Vorschub entsteht rein durch das Ausdehnen des Wasserdampfs nach hinten. So gesehen ist die Force of Nature eine Wasserrakete.

Nur für 3 Sekunden Schub

Doch in den Drucktank passen nur 120 Liter Wasser und das Jet-System ist auf einen Durchlass von 40 Liter je Sekunde ausgelegt. Dann ist der Druck weg und es gibt keinen Vortrieb mehr.

Demnach ist das Wasserdampf-Bike im Aktionsradius doch eingeschränkt und erklärt: Bei 300 Meter oder 1.000 Fuß sinkt die Geschwindigkeit bereits wieder auf immer noch pfeilschnelle 327 km/h, denn der Tank ist leer.

Wasser tanken und nur Vollgas

Die maximal 120 Liter heißes Wasser werden allerdings nicht im Drucktank im Bike erhitzt, sondern über eine externe Ladesäule, die Graham und Diane liebevoll "Mothership" nennen. Ebenso druckstabil gebaut, verbrennt das Mutterschiff Kerosin oder hydriertes Pflanzenöl (HVO) und erhitzt das Wasser auf 250 Grad.

Erst kurz vor dem Start trennt das Team das Bike von der Tankanlage. Knapp 6 g wirken an Beschleunigung auf den Fahrer, wenn er die beiden Dampfventile öffnet, also das 6-fache seines Gewichts.

Übrigens
Zum Vergleich wirkten auf der letzten Mondmission Artemis II nur bis zu 4 g auf die Crew, allerdings deutlich länger als 3 Sekunden.

Und die Force of Nature kann nur Vollgas – Entschuldigung – Volldampf, denn die beiden Ventile kennen nur die Zustände "auf" und "zu". Dosieren ist nicht möglich. Da der hintere Reifen nie durchdrehen könnte und der vordere immer auf dem Boden bleibt, ist das auch nicht nötig.

Fazit