Konkurrenz für Brembo: Neue Motorrad-Bremsen von KTM-Ableger WP

Neue Bremsen von WP Braking Systems
KTM-Ableger WP macht Brembo Konkurrenz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.01.2026
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Ursprünglich stammt die Marke WP Suspension aus dem Motocross-Sport und aus den Niederlanden. Gegründet in den 1970er-Jahren, war "White Power" – in Anspielung auf die traditionell weißen Federn an den Stoßdämpfern – ab 1983 Zulieferer und Fahrwerks-Hausmarke für die Motorräder von KTM. In den 1990er-Jahren entstand daraus die neu gegründete Firma WP Suspension, die KTM übernahm. Seit 2009 ist WP Suspension ebenfalls in Österreich, in naheliegender Nachbarschaft zu KTM, zu Hause.

WP Suspension gründet WP Braking Systems

Nach der Abwicklung der KTM-Übernahme von der bisherigen Pierer-Gruppe zum indischen Bajaj-Konzern sendete WP Suspension Mitte Januar 2026 ein eigenständiges Lebenszeichen. Verbunden mit überraschenden Neuigkeiten: Nicht nur das Geschäft mit Federbeinen und Upside-down-Telegabeln läuft weiter, es kommt sogar eine ganz neue Sparte hinzu: WP Braking Systems. Unter diesem neuen Label präsentiert die Firma WP Suspension "eine neue Generation von High-Performance-Bremslösungen."

Neu entwickelte High-Performance-Bremsen

Und weiter heißt es zu WP Braking Systems: "Diese neue Generation der WP Bremstechnologie unterstreicht WPs Anspruch an hochwertige Motorradkomponenten: geringeres Gewicht, höhere Effizienz, verbesserte Kühlung und kompromisslose Zuverlässigkeit für die nächste Ära der Motorrad-Performance – von der Rennstrecke bis auf die Straße."

Bis zur gefrästen Monoblock-Bremszange

Insgesamt 19 Bremsen-Komponenten hat WP Braking Systems seit 4 Jahren komplett neu entwickelt und will damit "neue Maßstäbe für Präzision und Kontrolle auf Top-Niveau" setzen. Das Sortiment reicht bereits vom einfachen Einkolben-Bremssattel bis zur gefrästen Monoblock-Vierkolben-Bremszange. Das Entwicklungs-Team besteht angeblich aus 11 Spezialisten mit jeweils über 20 Jahren Erfahrung in der Bremsenentwicklung.

Neues Bremsen-Werk mit 6.000 Quadratmeter

Ausgestattet mit modernsten Prüf- und Prototyping-Einrichtungen konzentriere sich das Team bei WP Braking Systems auf "Advanced Engineering, CAD-Konstruktion, Lieferantenentwicklung sowie vollständige Validierungsprozesse in einem 6.000 Quadratmeter großen, SOP-bereiten Werk."

Bis zu 300.000 Bremssysteme pro Jahr

Mit "vollständiger vertikaler Integration – von der Schlauchflechtung und Extrusion über die mechanische Bearbeitung bis hin zur Endmontage" gewährleiste der Standort "höchste Qualitäts- und Effizienzstandards". Ergänzt werde dies durch eine 100 Meter lange Eloxalanlage für hochwertige Oberflächen- und Finish-Lösungen. Bis zu 300.000 Bremssysteme und 1,5 Millionen Bremsleitungen könnten dort pro Jahr gefertigt werden.

Rennsport-Technologie auch für die kleineren Klassen

Unter den neuen Komponenten von WP Braking Systems soll ein neuer radialer Hauptbremszylinder "Rennsport-Technologie in die kleineren Klassen bringen". Ergänzt wird er durch hintere Schwimmsättel mit "Open-Bridge"-Kühlkonzept, überdimensionierte Bremsbeläge sowie eine wartungsfreundliche Konstruktion.

Geringeres Gewicht und verbesserte Kühlung

Ebenfalls völlig neu entwickelt von WP Braking Systems sei der leichte Front-Radialbremssattel mit 4 Kolben, der angeblich nur 740 Gramm wiegt. Eine zentrale Stegstruktur sei auf "maximale Steifigkeit bei höchstmöglicher Kompaktheit" ausgelegt. Dank "optimierter Sattelarchitektur" konnte die Baubreite angeblich deutlich reduziert werden. Dadurch sei der Radialbremssattel auch mit Drahtspeichenrädern kompatibel.

Weitere technische Merkmale sind Druckguss-Aluminiumgehäuse, harteloxierte Aluminiumkolben, EPDM-Quadring- und Staubdichtungen sowie gesinterte oder organische Bremsbeläge.

Serienmäßig stahlummantelte Bremsleitungen

WP Braking Systems werden serienmäßig mit stahlummantelten Bremsleitungen ausgestattet, die aus hochwertigem Polytetrafluorethylen (PTFE) bestehen und angeblich Druck bis zu 40 bar standhalten. Das soll nicht nur ein sportlich-direktes Bremsgefühl bewirken, sondern auch Ansprechverhalten und Kontrolle verbessern.

KTM 390 Duke ab 2026 neu mit WP-Bremsen

Erstmals bei einem Serienmodell zum Einsatz kommen Bremsen-Komponenten von WP Braking Systems ab 2026 bei der KTM 390 Duke : am Vorderrad die radial angeschraubte Vierkolben-Bremszange WP FCR4, am Hinterrad der Einkolben-Bremssattel WP RCF4 (siehe oben in der Bildergalerie). Bybre, der indische Brembo-Ableger, ist hier als Bremsen-Zulieferer abgelöst worden. Weitere Modelle von KTM, Husqvarna und GasGas werden mit neuen Komponenten von WP Braking Systems folgen.

Erstausrüstung, OEM, Zubehör – nach Vorbild Brembo

Zudem will WP Braking Systems sich als Bremsen-Zulieferer (OEM) auch bei anderen Motorradherstellern etablieren. Endkunden-Geschäft per Zubehör ist eine weitere Option. Vorbild: Brembo.

Fazit