F.B. Mondial Flat Track 125i Kompakttest Björn Gramm
F.B. Mondial Flat Track 125i Kompakttest
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F.B. Mondial Flat Track 125i Kompakttest 10 Bilder

F.B Mondial Flat Track 125i (2021) im Kompakttest

F.B Mondial Flat Track 125i im Kompakttest Sportlich, stylish und dynamisch

Sportlich und stylish, dynamisch schon im Stand wirkt die F.B Mondial Flat Track 125i. Erdacht in Italien, gebaut in China, gefahren und getestet in Deutschland, mit großen 19-Zoll-Rädern und Doppelrohr-Auspuff.

Sie kommt in rasantem Look daher, diese F.B Mondial Flat Track 125i, mit Startnummerntafeln seitlich und vorn an der Front. Frech und verwegen ist das. Der gelb-weiß-schwarze Farbdress des 125er-Gernegroß erinnert an Kenny Roberts’ Yamaha-Renner. Nun, ein 19 Zoll großes Vorderrad haben viele (Reise-)Enduros. Doch die F.B Mondial Flat Track 125i trägt auch einen 19-Zöller im Heck. Das macht die Maschine gedrungen, ein wenig hochbeinig und doch kompakt dabei.

Einzylinder pufft aus zwei Auspuffen

Flach, "flat", ist hier gar nichts. Astronomische 85 Zentimeter Sitzhöhe sind so hoch wie bei einer BMW R 1250 GS! Trotzdem kommt man oder frau auf der F.B Mondial Flat Track 125i dank schmalen Zuschnitts auch mit kürzeren Beinen bis zum Boden runter.

Der wassergekühlte dohc-Vierventiler säuselt im Leerlauf sanft und dezent vor sich hin. Der China-Motor von Zongshen befeuert auch 125er von Aprilia. In der zweiten Drehzahlhälfte vibriert und pröttelt der Single dann kerniger. Irre, der Einzylinder pufft aus zwei im Heck hoch verlegten Auspuffen aus. Ganz schön wichtig!

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Etwas hölzern rollen die mittelgrobstollige Reifen von CST aus China ab. Angesichts der groben Profilblöcke muss man sich in Schräglage an die Grenze der möglichen Haftung herantasten.

Wer fleißig im eng gestuften Getriebe rührt, erntet dank passender Anschlüsse manierlichen Vortrieb. So kann man Autofahrer beim Ampelsprint meistens locker abledern. Bei Tachoanzeige 50 dreht der Motor im fünften Gang bereits 5.000 Touren. Von da bis 7.000 Touren verdoppelt sich die Leistung. Oben heraus schnappt der Single richtig zu, schnellt die Drehzahl beim Gasgeben schlagartig hoch. So ­beschleunigt die F.B Mondial Flat Track 125i sehr passabel. Die wellige Leistungskurve erinnert an böse Zweitakter. Oberhalb von 8.000 Umdrehungen nehmen die Vibrationen stark zu, kribbelt’s heftig in der Sitzbank. Bei 9.000 Touren beginnt der rote Warnbereich des Drehzahlmessers, dabei liegen maximal gut 14 PS bei 9.500 Touren an.

Keine Sorge, das tapfere, quirlige Motörchen der F.B Mondial Flat Track 125i dreht klaglos bis knapp 11.000 Umdrehungen. Driften, das Hinterrad allein aus zu viel Leistung ausbrechen zu ­lassen, ist nicht einfach mit 14 PS. Jedes einzelne Pferd muss bei 144 Kilogramm Fahrzeugmasse vollgetankt rund zehn ­Kilogramm anschieben. Plus Piloten natürlich. Immerhin, bergab zeigt der weit voreilende Tacho auch schon mal 130 an!

F.B Mondial Flat Track 125i verbraucht 3,1 Liter

Leider sind 3,1 Liter Benzinverbrauch auf 100 Kilometer Landstraße mäßig sparsam. Breitschultrig nimmst du hinter dem breiten, fast geraden Drag-Bar-Lenker die Welt in Empfang. Macht an. Und Laune.

Nicht gut passt der Knieschluss: Die Aussparungen im schicken 9,5-Liter-Tank sind für längere Beine ein wenig zu kurz bemessen. Man rutscht dann im Sitz weit nach hinten. Dies ergibt eine etwas merkwürdige, "unentschlossene" Sitzposition auf der F.B Mondial Flat Track 125i. Für Passagiertransport lässt sich die spor­tive Abdeckung mittels vier Schrauben überm Soziussitz abnehmen. 156 Kilogramm sattelt das adrette Bike insgesamt.

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Kontrastreich und kristallklar: TFT-Display mit Ganganzeige, Tankuhr und Voltmeter.

Kurven kann die F.B Mondial Flat Track 125i recht gut. Zwar erzeugen die großen, schweren 19-Zoll-Speichenräder hohe Kreiselkräfte: Aus Geradeausfahrt klappt die 125er trotz des hohen, breiten Lenkers nicht superleicht ab. Trotzdem gefällt das Handling des 144-Kilo-Hüpfers. Etwas hölzern rollen mittelgrobstollige Reifen von CST aus China ab. Sie bieten wenig Rückmeldung, haften aber sehr passabel. Selbst auf feuchten Straßen. Das schafft dann doch Vertrauen.

Gabel arbeitet besser als Federbein

Angesichts der groben Profilblöcke muss man sich in Schräglage an die Grenze der möglichen Haftung herantasten. Zudem stimmt der Abrollkomfort durch hohe Eigendämpfung der Stollen. Die großen Räder rollen easy über Schlaglöcher weg. Im urbanen Dschungel hilft die große Bodenfreiheit beim Bordsteinklettern.

Das hintere Federbein reicht kurze, harte Stöße trocken weiter. "Stoßdämpfer" stimmt also nur bedingt. Besser arbeitet die Gabel, trotz kurzer 90 Millimeter Federweg. Der vordere Vierkolben-Bremssattel beißt kräftig auf die Wave-Bremsscheibe. Wenn auch mäßig, etwas holzig dosierbar. Für kleinere Hände steht der Handhebel zu weit ab. Das serienmäßige ABS grätscht unmerklich und spät dazwischen. Gröber, spürbarer sind die Regelintervalle beim Heckstopper, etwa auf Schotter.

Positiv: Das Oberflächenfinish stimmt, das Abblendlicht aus der kleinen Projek­tionslinse strahlt ordentlich hell. Die vorderen der LED-Lauf-Blinker dienen zudem auch als Positionslampen. Prima. Billig ­wirken bloß die eigentlichen Hebel und Armaturen. Letztlich ist diese F.B Mondial Flat Track 125i chic und günstig, für knapp über 4.000 Euro.

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F.B Mondial Flat Track 125
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