Africa Twin mit 500er Motor Hengjian
Africa Twin mit 500er Motor
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Africa Twin mit 500er Motor 23 Bilder

Hengjian Dahaidao 500 GS Adv: Africa Twin-Klon

Hengjian Dahaidao 500 GS Adv Africa Twin-Klon in China entdeckt

Kennen wir uns nicht? Nein, ich bin nicht die Africa Twin von Honda. Ich bin eine Dahaidao 500 GS Adv von Hengjian und sehe der Honda nur sehr ähnlich.

Unter der Marke Henjiang baut die chinesische Chongqing Gruppe Motorräder bis 500 Kubik. Der Motor der Dahaidao 500 kommt wie bei den Voge-Modellen von Loncin, bewegt zwei Kolben in vier Takten, generiert dabei gute 44 PS bei 8.500 Touren aus 471 Kubik und drückt 40 Nm bei 7.000 Umdrehungen. Beim Design indes holt sich Henjiang die Inspiration nicht in China, sondern in Japan: Bei Honda und im Falle des Offroaders Dahaidao direkt bei der Africa Twin.

Plagiat ist kein Schimpfwort

Die starke Orientierung im Design an der Honda Africa Twin könnte vielleicht schon als Plagiat durchgehen. Das Wort Plagiat oder die moralische Anklage dahinter, ist in China aber keine. Es ist sogar ein Kompliment in dieser Kultur. Kommt Honda und klagt ein Plagiat an, denkt der Chinese sich: "Super, dann habe ich meinen Job ja gut gemacht."

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Schau mir in die Augen, Africa Twin. Fast. Das ist die Dahaidao 500 GS Adv von Henjian.

Hengjian Dahaidao 500

Abseits des Designs ist die Dahaidao ein überraschend eigenständiges Offroad-Krad mit vielen technischen Highlights. Ab Werk kommt die Kleine schon mit einem Lenkungsdämpfer unter der Gabelbrücke, für Grip sorgen hochwertige Pirelli-Stollen auf Kreuzspeichenfelgen. Stattliche 39,7 Liter fassen die beiden Tanks: Der Haupttank vorn bunkert 22,7 Liter, der Zusatztank mit 17 Litern liegt unter der Sitzbank. Das sollte für gut über 600 Kilometer reichen.

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Das große LCD-Display mit einer Vielzahl an Informationen, ergänzt den schmalen Bordcomputer darunter.

Das stattliche 7-Zoll-TFT-Display mit Touchscreen-Funktion sitzt über einem zweiten, schmalen Bordcomputer. Funfact: die neue Harley Pan America hat mit ihrem 6,8-Zoll-Display nichts Größeres an Bord. Über das der Henjiang und die beiden in Front und Heck montierten Kameras wird der Verkehr aufgezeichnet und über den seitlich in der Innenverkleidung sitzenden USB-Slot das Video ausgelesen.

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Kameraaufnahmen des Verkehrs: In China womöglich erlaubt. In Deutschland nur zu touristischen Zwecken gestattet.

Das Display zeigt neben Drehzahl und Geschwindigkeit zusätzlich den eingelegten Gang, den Reifendruck, das Wetter, Temperaturen des Kühlwassers und der Umgebungsluft, einen Höhenmesser und die Qualität des Motoröls an. Tankanzeige, Kilometerzähler und Voltmeter zeigt der kleinen Bordcomputer darunter zusätzlich an.

Bremsen aus Spanien

Neben China und Japan dient auch Spanien als Quelle für die Dahaidao 500: Die Bremsen kommen vom spanischen Spezialisten JJuan, dem unter anderem auch KTM für die kleineren Maschinen vertraut. Von JJuan kommen die Handpumpe, die Fußpumpe, sowie die radialen Bremssättel der Doppelscheibe vorn und der axiale Sattel am Hinterrad.

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Bremsen von JJuan: Auf diese Marke vertraut KTM bei manchen Modellen auch.

Fahrwerk mit Anspruch

Die verbaute USD-Gabel bietet 170 Millimeter Federweg und ist in Vorspannung, Druckstufe und Zugstufe einstellbar. Ebenso das Federbein mit dem Handrad zur Einstellung der Vorspannung und 165 Millimeter Federweg. Henjiang bietet die Dahaidao in zwei Versionen an, wobei die sich nur in der Größe des Vorderrads unterscheiden: Entweder 19 Zoll oder 21 Zoll. Je mit Pirelli-Reifen besohlt.

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Per Handrad einstellbare Federvorspannung in der GS Adv.

Achtung Qualität

Die Qualität einzelner Komponenten an Henjiang wirkt auf den verfügbaren Bildern bisweilen erschreckend. Erschreckend gut: Die Alugussschwinge könnte so auch an einem japanischen 500er-Bike verbaut sein, die Gabelfüße sind gefräst, was man sonst nur in der Weltmeisterschaft sieht und der Motor von Loncin ist wohl schon millionenfach erprobt.

Verfügbarkeit und Preise

Derzeit hat sich noch kein Importeur der Marke angenommen, in China wird die Dahaidao für umgerechnet 3.500 Euro angeboten.

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Fazit

Der chinesische Motorradmarkt ist in Sachen Produktion und Absatz von Motorrädern quasi nicht mehr einholbar. Ein Grund dafür sind Modelle wie die Dahaidao 500 von Henjiang: günstig, gut und clever konstruiert. Und was Millionen von Asiaten auf Straßen mobil macht, die oft keine sind, kann nicht so schlecht sein.

Obacht Japan und Europa.

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