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Motorrad-Neuheiten 2021
Triumph Tiger 1200 Erlkönig Stefan Baldauf
Triumph Tiger 1200 Erlkönig
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Triumph Tiger 1200 Erlkönig 13 Bilder

Triumph Tiger 1200 Erlkönig: Vollkommene Neuentwicklung

Triumph Tiger 1200 Erlkönig Mit dem Motor der Speedy 1200

Der erwischte Erlkönig der neuen Tiger deutet auf eine komplett neu entwickelte Großenduro hin. Im Rahmen trägt sie den Motor der neuen Speed Triple 1200 RS.

Der britische Motorradhersteller Triumph scheint mit einer Neuauflage seiner großen Enduro einen neuen Anlauf gegen die BMW GS zu nehmen. Die neue Triumph Tiger, deren Prototyp bei Fahrversuchen in südlichen Gefilden ertappt wurde, zeigen klar, die Briten haben noch mal viel Geld in die Hand genommen und ihr Reiseenduro-Flaggschiff von Grund auf erneuert.

Neuer Dreizylinder

Der Motor bleibt ein Dreizylinder, wirkt allerdings etwas kompakter als sein Vorgänger und wird wohl wie die kleinen Motoren eine spezielle Kurbelwellenkröpfung für mehr Charakter erhalten. Optisch kommt er dem jüngst vorgestellten Motor der neuen Speed Triple 1200 RS sehr nahe und auch die technische Verwandtschaft ist nur logisch. In der Speedy hat der Triple 1.160 Kubik, leistet 180 PS und stemmt 125 Nm. Ob solche Daten bei einer Enduro mit offensichtlicher 21-Zoll-Bereifung vorn auch kommen ist fraglich. In der aktuellen Tiger 1200 hat der alten Dreizylinder 1.215 Kubik in einer langhubigen Auslegung. Da ist der neue Motor der Speed Triple deutlich drehzahlorientierter ausgelegt. Zur besseren Platzierung im Segment gegen GS und Africa Twin dürfte Triumph hier etwas mehr Hub spendieren und den Motor niedriger drehen lassen. Viel wichtiger jedoch als die Leistung ist das deutlich niedrigere Gewicht des neuen 1200ers. In der Speed Triple spart er sieben Kilogramm gegenüber dem alten 1050er ein. In der Tiger dürften das deutlich mehr sein, gilt der alte 1200er doch eher als Schwergewicht. Zum Gewichtsverlust beitragen dürfte auch die neue Schwinge mit Kardan. Ziel sollten unter 250 Kilogramm fahrfertig sein.

Zweiarmschwinge mit Momentenausgleich

Der Hinterradantrieb ist völlig neu konstruiert. Das Hinterrad wird nun von einer Zweiarmschwinge geführt, das Hinterachsgetriebe zum Momentenausgleich des Antriebs abgestützt. Die Konstruktion mit beidseitiger Momentabstützung erinnert an die Kawasaki GTR 1400, die Grünen nannten das System Tetralever. Der Tiger wird es eine neutrale und gut ansprechende Hinterhand gewähren.

Triumph Tiger 1200 Erlkönig
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Die Reifen, die nun auf Speichenrädern mit außen angeschlagenen Nippeln montiert werden, wirken auffallend schmal. Das Vorderrad scheint ein 21-Zöller zu sein. Wie das abschraubbare Rahmenheck soll so wohl die Offroad-Tauglichkeit der Enduro gesteigert werden. Ein Bereich, in dem die alte Tiger schwach aufgestellt war. Das große Vorderrad gibt auch einen Hinweis auf unterschiedliche Versionen der neuen Tiger, die zur Vergleichbarkeit mit den Mitbewerbern auch mit 19 Zoll in der Front kommen kann. Den Offroad-Anspruch unterstreicht auch die große, eng anliegende Aluminiumwanne unter dem Motor. Die meint Steinschlagschutz tatsächlich ernst.

Elektronisches Fahrwerk und neues Design

Die stark vorn eingefederte Maschine und das weit ausgefederte Heck verraten, dass der Triumph-Testpilot hart in die Kurve bremste, aber über viel Federweg verfügt. Ein auffallend großer Ausgleichsbehälter für das hintere Federbein lässt auf ein elektronisches Fahrwerk schließen. Brembo-Bremsen und eventuell neue ZF- oder Sachs-Federelemente werden die Tiger auf den Stand der Technik heben, eine Menge Elektronik die Reiseenduro sicher und für unterschiedliche Einsatzzwecke anpassbar machen. In Sachen Super-Premium wäre natürlich auch eine RS-Version mit semiaktivem Öhlins-Fahrwerk denkbar.

Triumph Tiger 1200 Erlkönig
Stefan Baldauf

In Sachen Design haben die Briten aufgeräumt. Der Tank wirkt flacher, die Seitenverkleidungen schlanker, der neue Scheinwerfer dynamischer. Die manchmal etwas tapsige Tiger hat also eine deutliche Schlankheitskur verordnet bekommen.Womit wir wieder beim Gewicht wären. Ein Konto auf das auch der neue Rohrrahmen mit deutlich verschlankter Optik einzahlt. Gerade der Verzicht auf die Einarmschwinge erlaubt hier leichter zu bauen. Allerdings: Große Triumphs ohne Einarmschwinge ist bei der Daytona 955 auch schon schiefgegangen in Sachen Kundenfeedback. Gut das ist auch bald 20 Jahre her.

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Fazit

Triumph arbeitet an einer neuen Tiger 1200. Der Motor stammt zumindest in Grundzügen aus der neuen Speed Triple 1200 RS. Auch sonst verändert sich die große Enduro stark, um gegen BMW GS, Ducati Multistrada V4 und Co bestehen zu können.

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