Das größte marken-und typen-unabhängige Motorradtreffen in Deutschland feierte 2006 seine Premiere. Dabei gilt bis heute: Mehr verschiedene Motorrad-Konzepte, verrücktere Umbauten und extrovertierte Persönlichkeiten auf einem Haufen wird man kaum irgendwo finden.
Glemseck 101: großes, internationales Motorrad-Treffen
Für viele Benzinköpfe bis nach Dänemark und Spanien, von Holland bis Kroatien ist dieses Festival des Motorrads nicht ohne Grund ein fester Bestandteil des Jahreskalenders.
Zentral: die Achtelmeilen-Sprints
Highlights für viele Besucher – und aktive Teilnehmer – sind alljährlich die Sprints auf der Achtelmeile. Sie sind längst das Markenzeichen des Glemseck 101. Hier trifft Leidenschaft auf Show, Ehrgeiz auf Eleganz, Brachialität auf Ritterlichkeit. All das in verschiedenen Klassen, bis hin zu Boliden mit weit über 200 PS.
Customizer und Custombikes aus ganz Europa
Die europäische Customizer-Zunft gibt sich hier, bei Leonberg vor den Toren Stuttgarts alljährlich im Spätsommer die Ehre. Deren Trends greifen inzwischen auch viele große Hersteller auf. Royal Enfield hatte Händler gebeten, die schon Original-Standard attraktive Guerrilla 450 für maximal 1.500 Euro Umbaukosten in Eyecatcher (Hingucker) zu verwandeln. Wert also maximal 7.000 Euro – für absolute Unikate.
Historische Solitude-Rennstrecke bei Leonberg
Originell: Beim neuen Sprint des rührigen AMSC Leonberg, er nutzt den Start-Ziel-Turm nebenan an der historischen Solitude-Rennstrecke als Vereinsheim, durften nur Zweizylinder bis maximal 500 Kubikzentimeter und 1.000 Euro Basispreis antreten. Auch die Umbaukosten waren auf 1.000 Euro limitiert. So geht Nachwuchsförderung.
Zum ersten Mal am Glemseck: die Achtzylinder-Souo S 2000
Staunen war wieder vorprogrammiert, und zwar an jeder Ecke. Hier gab es nichts, was es nicht gibt, vom 50er-Moped bis zur Boss Hoss mit fettem Ami-V8. Apropos Achtzylinder: Dieses Mal hatten auch die Maschinen des chinesischen Herstellers Souo ihre offizielle Premiere am Glemseck. Als imposante Goldwing-Kopie im Maßstab 1,2 zu 1. Aber auch als extravaganter Acht-Zentner-Cruiser mit Achtzylinder-Boxer und Achtgang-DCT.
Mit Gefühl durchs Gewühl
Insbesondere am äußerst vollen Samstagnachmittag war es allerdings eine Geduldsprobe, mit viel Gefühl (für Kupplung und umherlaufende Besucher) durchs Gewühl zu fahren. Aber genau dieses Verhalten zeichnet Glemseck 101 aus: Jeder nimmt auf jeden Rücksicht. Man macht sich Platz, hat Verständnis, bleibt höflich. Großes Kompliment an die Stadt Leonberg und den Landkreis Böblingen, die dieses so relaxte Treffen auch mit viel Einsatz von Mitarbeitern und Helfern erst möglich machen.
Glemseck-Wetter: Spätsommer-Sonnenschein
Da ziehen alle an einem Strang, stellen Bauern und andere Grundstücksbesitzer ihre Wiesen und Weiden als große Motorrad-Parkplätze und als Campingplatz zur Verfügung. Wobei die Zelte dieses Jahr am frühen Samstagmorgen durch Petrus ausgiebig auf Wasserdichtheit geprüft wurden. Tagsüber galt aber an allen 3 Tagen von Freitag bis Sonntag: "Glemseck-Wetter" – strahlender Sonnenschein.
Garderobe für einen guten Zweck
Hochwillkommen in dieser Spätsommer-Wärme war daher die Möglichkeit, Helme und Jacken für sicher und gut geschützt bei der Streetbunnycrew abzugeben, für 5,50 Euro. Der Reinerlös kommt im nächsten Frühjahr Einrichtungen für bedürftige Kinder zugute.
Royal Enfield Parivar fürs Glemseck 101 (2026)
Verwaltung und Behörden unterstützen das Glemseck 101
Und: Bei jedem Zweitliga-Bundesligaspiel bekommt die Polizei garantiert mehr zu tun als beim Glemseck 101 mit zehntausenden Besuchern. Dabei zeigten die Ordnungshüter nicht nur viel Toleranz, sondern auch Präsenz. Und zwar als Rennleitung 101 (Motto: "Anständig fahren"). Aber auch in Form diverser Generationen von Polizei-Motorrädern aus dem Stuttgarter Polizei-Museum. Alles lebt hier alljährlich von ganz viel Engagement und Einsatz. Herzlichen Dank dafür!





