Harley-Davidson steht für kraftvolle Cruiser, ikonisches Design und amerikanische Motorradkultur. Gegründet 1903 in Milwaukee, Wisconsin, verkörpert die Marke seit über einem Jahrhundert den Traum von Freiheit auf zwei Rädern – mit bulligen V2-Motoren, unverwechselbarem Sound und massiver Straßenpräsenz. Ob klassische Softail, tourentaugliche Electra Glide oder sportlichere Sportster – Harley-Modelle sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern fahrende Statements.
Hauptsitz: Milwaukee (Wisconsin)/USA
Gegründet: 1903
Neuzulassungen in Deutschland: 3.142 (Stand Sept. 2025)
Händler in Deutschland: 62 (davon 2 x nur Boutique)
Website: www.harley-davidson.com
Marken-Chronik im MOTORRAD-Katalog
2026: Altes Optimisten-Motto: Vielleicht muss es erst richtig schlecht werden, damit es anschließend wieder richtig gut wird. So gesehen ist Harley-Davidson auf einem sehr guten Weg; denn sehr viel schlechter als momentan kann es eigentlich nicht mehr laufen: minus 44 Prozent bei den Neuzulassungen im Vergleich zum auch nicht gerade prallen Vorjahr! Der Gesamtmarkt verzeichnet „nur“ ein Minus von 24 Prozent. Doch erfreulicherweise beließ man es in Milwaukee nicht beim großen Streichprogramm: Die Softail-Plattform mit ihren Cruiser-Modellen bekam das größte Update der Baureihe seit Einführung des Milwaukee-Eight-Motors spendiert. Mit der kolportierten Sprint, ein 500-Kubik-Reihen-Zweizylinder aus China-Produktion, wird wahrscheinlich auch wieder der Einsteigermarkt bedient. Alles wird richtig gut – hoffentlich!
2025: Zugegeben: Die Zulassungszahlen sind nicht prall. Und Neuheiten sind nicht in Sicht. Es gibt aber auch gute News. Die Amis konzentrierten sich zuletzt auf das, was sie besonders gut können: Tourer. Mit der neuen Street Glide und der ebenso frischen Road Glide legten die Harley-Ingenieure die Messlatte für „Grand-American-Touring-Motorräder“ (Eigenbezeichnung) nochmal etwas höher. Die beiden Dickschiffe werden exklusiv von der neuesten Version des Milwaukee-Eight 117 befeuert: 1923 ccm und 177 Nm – das macht Hoffnung für die kommenden Jahre, denn traditionell werden neue Vauzwos im HD-Baukasten sukzessive weitergereicht. Aktuell sieht es bei den Neuzulassungen in Deutschland aber noch bescheidener aus als im auch nicht gerade berauschenden Vorjahr: Platz sieben im Marken-Ranking (hinter Triumph und vor Ducati), knapp 14 Prozent weniger als 2023 und ein von 5,8 auf 4,9 Prozent gefallener Marktanteil. Echte Neuheiten für 2025 gibt es zwar nicht, aber in Milwaukee rumort es – das lässt durchaus hoffen.
2024: Stagnation bei den Neuzulassungen, kaum Neuheiten, wenig Modellpflege und nicht zuletzt eine Achterbahnfahrt der Verkaufspreise – es gab schon Jahre, in denen Netteres über die US-Amerikaner zu berichten war … Der Markt marschiert voran, Harley-Davidson bleibt stehen. In Zahlen: Während die reinen Motorrad-Neuzulassungen im Vergleich zu 2022 in Deutschland um 17 Prozent zulegten (Stand Ende September 2023), schafften die Amis gerade mal knapp ihr Vorjahresergebnis. Der HD-Marktanteil beläuft sich damit auf 5,8 statt 6,8 Prozent. Was immerhin noch für den sechsten Platz in der Zulassungs-Hitparade reicht, noch vor Ducati, Triumph und Suzuki. Die fünf bestverkauften Harleys: Sport Glide, Street Bob 114, Low Rider ST, Fat Boy 114 und Breakout. Die echten Neuheiten der letzten Jahre, also Nightster, Sportster S und Pan America, tauchen dagegen erst „unter ferner liefen“ auf. Harley-Davidson ruderte mittlerweile zurück und senkte ab Oktober 2023 – zumindest für besagte „Problemfälle“ – die UVPs.
2023: Alles sehr übersichtlich – das gilt sowohl für die Zulassungszahlen wie auch für die Modellpflegemaßnahmen. Der in Harley-Diensten tätige Glas-halbvoll-Optimist stellt zum Ende der 2022er-Saison fest, dass die Zulassungszahlen halbwegs auf Vorjahresniveau gehalten werden konnten. Der Glas-halbleer-Pessimist wird allerdings anmerken, dass Harley 2021 in Deutschland rund 25 Prozent weniger Motorräder als noch 2020 verkaufen konnte, sich die aktuellen Zahlen damit also immer noch auf eher niedrigem Level bewegen. Seinerzeit machten Zulieferer-Probleme (Chip-Mangel) und die Strafzoll-Thematik den Harley-Dealern das Leben schwer; mittlerweile dürfte eine allgemeine Kaufzurückhaltung eine größere Rolle spielen. Am Modellprogramm kann es kaum liegen: Die drei mit dem Milwaukee-Eight 117-Motor – dem bislang hubraumstärksten Serien-Twin der Firmengeschichte – bestückten ST-Modelle sind ebenso neu wie die Nightster, die mit dem „kleinen“ Revolution Max 975T-Motor fortan die Harley-Einstiegsdroge geben soll.
2022: Erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu: Die alte Fußballer-Weisheit trifft es ganz gut, wie das vergangene Jahr für den US-amerikanischen Schwermetall-Dino gelaufen ist. Doch es gibt auch Lichtblicke. Die Sportster ist tot, es lebe die Sportster S! Das letztjährige Euro 5-Aus für die luftgekühlte Sporty in Europa lässt die Szene zwar immer noch ein paar Tränchen verdrücken, aber die komplett neue Sportster S hat durchaus das Zeug zur würdigen Nachfolgerin. Auch Harleys Einstieg ins Adventure-Touring-Segment darf als gelungen gelten. Zwei erfreuliche Harley-Neuheiten auf der einen Seite, aber leider auch jede Menge (steuer-) politischer Zoff und massive Liefer-Probleme auf der anderen Seite: Das Thema Strafzoll hängt im Spätherbst 2021 immer noch wie ein Damoklesschwert über sämtlichen Vertriebsplanungen für 2022. Das aufgrund von Zulieferer-Problemen (konkret: fehlende Chips für ABS-Sensoren) längst nicht alle 2021 bestellten Softails rechtzeitig den Weg nach Deutschland fanden, machten und machen das Harley-Dealen nicht einfacher.