Ducati Scrambler 1100 Dark Pro im Test

Ducati Scrambler 1100 Dark Pro im Test Kurven-ABS, Traktionskontrolle, 3 Fahrmodi

"Dark" heißen bei Ducati traditionell die Einsteigermodelle einer Reihe. Wir haben für euch die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro getestet.

Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Kompakttest Zep Gori
Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Kompakttest
Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Kompakttest
Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Kompakttest
Ducati Scrambler 1100 Dark Pro Kompakttest 6 Bilder

Bereits im Frühjahr 2020 verpasste Ducati der 1100er-Scrambler eine neue, knackigere Optik: Zwei kurze, pralle Auspufftüten auf der rechten Seite ersetzen die bis dahin allzu braven Endtöpfe links und rechts der Sitzbank. Dem Heck verleiht das nun eine prägnante Note, der dicke Hinterreifen kommt bestens zur Geltung. Neu seit 2021 ist die hier getestete Version Ducati Scrambler 1100 Dark Pro. "Dark" heißen bei Ducati traditionell die Einsteigermodelle einer Reihe, und sie zeichnen sich durch einen etwas günstigeren Preis und eine schwarze Lackierung aus, wobei der Scrambler 1100 Dark mit seinen hellen Tankwangen aus eloxiertem Aluminium gar nicht so dunkel daherkommt. Optisch ist das Motorrad nun unbestreitbar eine Augenweide. Hochwertige Materialien wie der Metalltank und der weitgehende Verzicht auf Plastik veredeln es zusätzlich.

Prächtiger luftgekühlter V2-Motor

Doch im Sattel zählen andere Werte, und da brilliert allen voran der prächtige luftgekühlte V2-Motor. Er stammt ursprünglich von der allerersten Multistrada und der Monster Evo, und er ist und bleibt ein Charmebolzen, ein Herzensbrecher, ein echter Verführer – zumindest für puristisch angehauchte V2-Fans, die sich an ihm weder sattsehen noch satthören und schon gar nicht sattfahren können.

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Die Euro-5-Norm raubt dem Motor 1 PS Leistung, doch es bleiben immer noch knapp 85 übrig, was zum Vorwärtsdrang eines unverkleideten Motorrads bestens passt. Beim maximalen Drehmoment sorgt die neue Norm sogar für 2 Nm mehr. Gut 90 Nm kann der Motor jetzt vorweisen, und die kommen schon bei knapp 5.000/min voll zum Tragen. So muss das sein, Gas auf und los! Das prickelnde Temperament des 1100ers entfaltet sich direkt aus dem Drehzahlkeller, er reagiert prompt auf jeden Gasbefehl, untermalt von einer hinreißend bassigen, aber nie zu lauten Soundkulisse. Zusammen mit der voll einstellbaren Gabel und dem in Zugstufe und Federvorspannung justierbaren Federbein ergibt das eine Art Rundum-sorglos-Paket auf zwei Rädern. Leichtfüßig und schwungvoll sticht die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro in die Kurven, und von denen hat das Testrevier im Apennin ein unerschöpfliches Reservoir zu bieten – eng oder weit, schnell oder langsam, und das in tausend Variationen. Die Ducati Scrambler 1100 Dark Pro ist hier voll in ihrem Element, wieselt eifrig über die Bergrücken, gibt viel Rückmeldung und lässt sich perfekt kontrollieren, was auch an den MT-60-RS-Gummis von Pirelli liegt.

Kurven-ABS, 3 Fahrmodi, 13.590 Euro

Übertreiben sollte man es mit der Geschwindigkeit allerdings nicht, denn wer versucht, den Motor voll auszuquetschen, stößt an dessen Grenzen: Jenseits der 6.500/min wird es zäh, selbst der Sound verliert an Kraft, und das straff abgestimmte Fahrwerk ist bei hohem Tempo nicht allen Buckeln und Löchern im Asphalt gewachsen. Doch wildes Hochdrehen widerspricht ohnehin dem Charakter eines Scramblers. Also lieber im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich zügig durch die Kurven gleiten. Dazu passt auch die entspannte Sitzposition viel besser. Dank Haken unter der Sitzbank lässt sich, anders als bei der ersten Ducati Scrambler 1100, jetzt auch Gepäck unterbringen. Ducati bietet zudem einen passenden Tankrucksack an.

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Zur Ausstattung der Ducati Scrambler 1100 Dark Pro gehören Kurven-ABS und drei Fahrmodi, die sich vor allem durch das Ansprechverhalten des Motors und das frühere oder spätere Eingreifen der Traktionskontrolle unterscheiden. Im Stadtmodus wird zudem die Leistung leicht gekappt. Die getestete Scrambler 1100 Dark Pro kommt auf 13.590 Euro, das Modell Scrambler 1100 Pro in Hellgrau/Gelb und mit eckigen statt runden Spiegeln kostet 1.000 Euro mehr. Billig ist das für ein Naked Bike nicht gerade. Aber dafür gibt’s immerhin eine Ducati, die kurvensüchtig und wunderschön ist.

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