Allradmotorrad Projekt DT-A (2018)

KTM auch mit Vorderradantrieb

Maschinenbauer und Biker Guido Koch hat sich den Traum eines Allradmotorrads selbst erfüllt.Das Projektbike DT-A feiert auf der IMOT 2018 in München Weltpremiere.Rund zehn Jahre Entwicklungszeit hat Koch in das Allradamotorrad investiert.Bis auf den Motor, das Hinterrad, die Hinterradschwinge und die Bremse blieb kein Teil der Basis-KTM 990 Adventure unangetastet.
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Guido Koch ist Maschinenbauer und begeisterter Biker. Wenn ihm etwas vorschwebt, was es noch nicht gibt, dann wird es entwickelt - so wie das Allradmotorrad DT-A.

Die Vorteile eines Allradantriebs liegen auf der Hand. Das Plus an Traktion durch ein zweites angetriebenes Rad ist besonders im Offroadbetrieb ein Segen. Umso erstaunlicher ist es, dass es bis heute keinem Motorradhersteller gelungen ist, einen effektiven und serientauglichen Allradantrieb für Motorräder zu entwickeln und anzubieten, resümiert Guido Koch auf seiner Homepage.

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Einarmschwinge für das Vorderrad

Weil die großen Motorradbauer nicht aktiv wurden, hat Koch eben selbst losgelegt. In zehnjähriger Entwicklungszeit ist daraus die DT-A entstanden, die jetzt auf der IMOT in München Weltpremiere feiert.

Als Basismotorrad wählte Koch eine 100 PS starke KTM 990 Adventure. Von der blieben über die Jahre allerdings nur der Motor, das Hinterrad, die Schwinge und die Bremsanlage übrig. Um die Idee eines angetriebenen Vorderrads zu verwirklichen, wurde die KTM um die konventionelle Telegabel erleichtert und mit einer Einarmschwinge ergänzt. Diese führt das Vorderrad in einem Achsschenkel. Die Lenkung erfolgt über einen Längslenker und ein Hilfsgestänge. Der Antrieb des Vorderrads erfolgt über eine Kette, die parallel zur Schwinge läuft und in beiden Schwingenachsen gelagert ist.

Foto: Guido Koch
Die Antriebskette zum Vorderrad läuft parallel zur Vorderradschwinge.
Die Antriebskette zum Vorderrad läuft parallel zur Vorderradschwinge.

Der Abtrieb vom Motor erfolgt über ein Riemensystem, welches das Antriebsmoment über einen Freilauf direkt am Ritzel abgreift. Kraft fließt aber erst zum Vorderrad, wenn das Hinterrad mehr als 5 Prozent Schlupf meldet. Per Lenkerschalter lässt sich der Kraftschluss aber auch dauerhaft abschalten, im eingeschalteten Zustand ist immer der Freilauf dazwischengeschaltet. Damit die Kraftübertragung ans Vorderrad auch bei größeren Lenkeinschlägen reibungslos funktioniert, hat Koch ein spezielles homokinetisches Gelenk entwickelt. Die Vorderradschwinge stützt sich über ein Federbein direkt am neu gezeichneten Hauptrahmen ab.

40 Kilogramm leichter als die Basis

In Summe will Koch trotz der vielen Bauteile gegenüber dem Basismotorrad rund 40 Kilogramm eingespart haben. Die DT-A wird fahrfertig ohne Kraftstoff mit 170 Kilogramm angegeben. Als statische ungefederte Masse nennt Koch 17 Kilogramm.

Foto: Steffen Harms
Die ungefederten Massen sollen bei rund 17 Kilogramm liegen.
Die ungefederten Massen sollen bei rund 17 Kilogramm liegen.

In drei Tanks verteilt soll die DT-A 27 Liter Sprit bunkern können. Die Federwege an beiden Achsen liegen bei 280 mm. Lenkkopfwinkel und Nachluaf sind einstellbar.

Laut Koch ist die DT-A immer noch ein Prototyp, aber rund 270 Konstruktionszeichnungen und Gußwerkzeuge sollen eine Reproduktion und das Nachvollziehen der Entwicklung ermöglichen. Koch hat seinen Allradantrieb zum Patent angemeldet. Vielleicht findet sich jetzt doch ein großer Hersteller, der auf das System Allradantrieb setzen möchte.

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