Elektro-Motorräder und Elektro-Roller

Serienfahrzeuge, Studien, Prototypen

Ducati-Zero: Der Entwurf eines elektrisch angetriebenen Racebikes stammt von zwei Studenten aus Mailand. Der Niederländer Bart Heijt und sein brasilianischer Kommilitone Fernando Pastre haben die Ducati Zero als Master-Arbeit ihres Studiums von„Transportation and Car-Design“ an der polytechnischen Design-Schule von Mailand entworfen.
Der Elektro-Cruiser Johammer J1.150/J1.200 aus Österreich: Futuristisches Aussehen, unkonventionelle Konstruktion und innovatives Konzept. Reichweite: 150 bis 200 Kilometer.Der Johammer aus Österreich macht alles anders: Zwischen der vorderen Schwinge mit Achsschenkellenkung und der hinteren Schwinge mit der Antriebseinheit sitzen die selbst entwickelten Batterien und die Federelemente.In den Spiegeln sind die Instrumente als Farbdiplays platziert. Gepäckraum sucht man leider ebenso vergebens wie ein ABS, das immerhin soll die nächste Generation mitbringen.In Deutschland ist er auch zu haben, vorwiegend jedoch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.
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Vom Elektro-Roller aus der Kiste über stylische High-Tech-Scooter, hochentwickelte Großroller und leichte Geländehüpfer bis zur pfeilschnellen Sportmaschine hat der Markt inzwischen alles zu bieten. Wir geben euch einen Überblick über die Elektro-Motorräder und -Roller in Deutschland.

Verbrenner oder Elektro-Motorrad? Ganz ehrlich, in der MOTORRAD-Redaktion wird darüber nicht ernsthaft gestritten. Vollständig ersetzen wird die Akku-Technik den Benzintank in absehbarer Zeit ziemlich sicher nicht. Aber – und jetzt kommt der Punkt: Das muss und soll sie doch auch gar nicht. In Zukunft werden wir nicht fragen, ob Verbrenner oder Elektro-Motorrad, sondern entscheiden, welches Bike oder welcher Roller für welchen Zweck.

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Foto: Hersteller
Redakteur Stefan Kaschel:
Redakteur Stefan Kaschel: "Probiert einfach mal so einen Elektro-Flitzer aus – er wird euch nicht mehr aus dem Kopf gehen. Garantiert!"

Die Einkaufsfahrt in die ­City oder der tägliche Weg zur Arbeit? Gerne mit dem E-Motorrad oder auch dem E-Scooter. 30 PS, 100 Kilometer Reichweite – das reicht locker und wird mit steigenden Stückzahlen und neuen Techniken immer zuverlässiger und bezahlbarer. Der Urlaub in den Alpen? Natürlich mit dem Verbrenner, denn wer möchte schon seine Tagestouren von der Speicherkapazität seiner Akkus abhängig machen?

Wir haben für euch einen Überblick zusammengestellt, welche Serien-Elektro-Motorräder und Elektro-Roller es auf dem deutschen Markt gibt, welche Projekte laufen, welche Studien vorgestellt wurden, welche Hersteller in Sachen Elektroantrieb etwas zu bieten haben. In der Bildergalerie seht ihr außerdem die in Deutschland erhältlichen Serienfahrzeuge.

Elektro-Roller-Sharing in Großstädten

Scoo.me heißt das Startup, das in München und Köln für Elektro- und Verbrenner-Roller auf den Straßen sorgt.

Foto: Stadtwerke Stuttgart
Die E-Roller-Flotte Stella zapft Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart.
Die E-Roller-Flotte Stella zapft Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart.

Es läuft alles über eine App - sowohl die Führerscheinprüfung als auch die Reservierung und die Entriegelung des Fahrzeugs. Ein Monatsbeitrag ist nicht fällig, bezahlt wird nach Minutenabrechnung.

Emmy stellt E-Scooter in Berlin, Hamburg und München bereit. In Stuttgart kooperiert der Anbieter mit den Stadtwerken und betreibt auch dort eine ansehnliche Flotte von Elektro-Rollern, die unter dem Namen Stella bekannt ist. In Düsseldorf nennt sich das eddy. Bosch probiert's ebenfalls in Berlin und hat dafür die Tochterfirma Coup gegründet.

Für rund 100 Kilometer reicht der Saft bei den Miet-E-Rollern. Ladesäulen sind bei diesem Konzept nicht unbedingt notwendig, da die Akkus regelmäßig von den Anbietern getauscht werden.

Markt und Hersteller in Deutschland

Zero Motorcycles war 2016 und 2017 der Hersteller mit den größten Absatzzahlen im Bereich der Elektro-Motorräder, wobei "groß" hier nicht das treffende Wort ist.

Foto: Hersteller
Zero hat mit der Zero DSR Black Forest das erste speziell für den europäischen Markt entwickelte Elektro-Motorrad für längere Touren vorgestellt.
Zero hat mit der Zero DSR Black Forest das erste speziell für den europäischen Markt entwickelte Elektro-Motorrad für längere Touren vorgestellt.

2016 verkaufte Zero 151 Modell, 2017 waren es 127. Damit liegt der Hersteller zwischen Victory und GasGas auf Rang 19 der beliebtesten Motorrad-Hersteller in Deutschland.

Eine aktuelle Studie befragte Motorradfahrer zum Thema Elektromobilität: 18,8 Prozent der Befragten können sich die Anschaffung eines Elektro-Rollers vorstellen, nur 14,3 Prozent die Anschaffung eines E-Motorrads. Die Antworten überraschen nicht, denn auch Motorradfahrer wissen die praktischen Vorzüge von Rollern im Alltag zu schätzen. Mit dem Motorrad hingegen (längere) Touren fahren, das lönnen sich weniger Fahrer vorstellen.

Quelle: Motorrad-Studie MPS/IfD-Allensbach 2017

Alpentour mit dem Elektromotorrad

Unsere Italien-Korrespondentin Eva Breutel wollte es wissen: Kann man mit einem Elektromotorrad angemessen zügig über die Alpen fahren?

Foto: Giuseppe Gori
Auf Kupplung und Getriebe kann der Elektromotor verzichten, liefert er doch nahezu aus dem Stand das maximale Drehmoment. Der Kehrentwist gelingt so einfach wie mit einem getunten Mofa. Gas zu, bremsen, umlegen, Gas auf. Minimale Lastwechselreaktionen, satter Druck beim Anlegen des E-Gases. Klasse.
Auf Kupplung und Getriebe kann der Elektromotor verzichten, liefert er doch nahezu aus dem Stand das maximale Drehmoment. Der Kehrentwist gelingt so einfach wie mit einem getunten Mofa. Gas zu, bremsen, umlegen, Gas auf. Minimale Lastwechselreaktionen, satter Druck beim Anlegen des E-Gases. Klasse.

Angetan hatte es ihr die Energica mit dem Namen Eva, ein 300-Kilo-Stromer, der erstaunlich gut fährt, aber auch erstaunlich laut heult. Immerhin, Eva gelangte von Bozen nach München. Wenn auch das Thema Stromtanken noch ein weites Feld voller Überraschungen ist.

Erstaunlich gering ist dabei noch immer die Reichweite der Elektromotorräder. Die Energica machte da keine Ausnahme. So um die 100 Kilometer weit kommt die knapp 100 PS starke Maschine bei gemäßigtem Tempo, dann ist Stromfassen angesagt. Das macht eigentlich nur für festgelegte Routen Sinn. Mal eben kurz die Hausstrecke abfahren, das geht nicht, es sei denn, sie ist eben entsprechend kurz. In etwa so, als würde man mit drei Liter Sprit im Tank losfahren. Macht so eigentlich kein Mensch, oder?

E-Tanke und Sperrung für Verbrenner in Dolomiten

Elektromotorradbauer Energica versorgt seine Kunden in den Dolomiten mit Strom. Die Italiener eröffneten 2017 in Wolkenstein im Grödnertal ihre erste Fast Charge-Tankstelle.

Foto: Energica
E-Tankstelle von Energica Alperia-Fast-Charge.
E-Tankstelle von Energica Alperia-Fast-Charge.

Besitzer von Energica-Motorrädern können die E-Tanke kostenlos nutzen. Energica-Chefin Livia Cevollini begründet den Schritt damit, dass Automobilhersteller und staatliche Stellen Elektrotankstellen vor allem in großen Städten und an Hauptverkehrsknotenpunkten installierten. „Motorradfahrer nutzen aber vor allem alternative Strecken.“ Energica will ein Netz eigener E-Tankstellen auf- und ausbauen.

Seit Juli 2017 ist das Sellajoch in den Dolomiten jeden Mittwoch für Motorräder und Autos mit Verbrennungsmotoren gesperrt. Zudem denkt man darüber nach, 2018 auch die Pässe Pordoi, Grödnerjoch und Campolongo zeitweilig zu sperren. Die örtlichen Restaurant- und Hotelbetreiber fürchten Umsatzeinbußen. Kritik kam auch aus der norditalienischen Region Veneto. Die grenzt ebenfalls an den Sella, wurde vor der Sperre aber nicht gefragt. Auch da fürchtet man, dass die Touristen ausbleiben. Wenn es wirklich um den Umweltschutz gehe ,„soll Südtirol den Brenner schließen“, spottet Luca Zaio, der Präsident des Veneto. Nur von Motorradfahrerverbänden kam bislang kaum Kritik an der Maßnahme. Ein Motorradhersteller aber wusste die Sperre für sich zu nutzen: Energica aus Modena bot flugs Testrides am Sella an. Denn bei dessen Modellen handelt es sich um Elektromotorräder – und die dürfen auch mittwochs.

Harley-Davidson Project LiveWire

Mit Project LiveWire hat Harley-Davidson 2014 einen elektrischen ­Versuchsballon gestartet.

Foto: Harley-Davidson
MOTORRAD-Testredakteur Johannes Müller bescheinigte der Elektro-Harley einen bereits ziemlich fortgeschrittenen Entwicklungsstatus.
MOTORRAD-Testredakteur Johannes Müller bescheinigte der Elektro-Harley einen bereits ziemlich fortgeschrittenen Entwicklungsstatus.

2015 verkündete Harley-CEO Matthew Levatich, der Marktstart der ersten Elektro-Harley sei nicht mehr weit entfernt. Momentan redet bei Harley aber niemand mehr vom Elektromotorrad. Die vor drei Jahren präsentierte Lifewire soll frühestens im nächsten Jahrzehnt kommen.

Stattdessen beteiligt sich der Konzern aus Milwaukee nun finanziell an Alta Motors. Hierzu sagte Harley-Boss Levatich, dass Harley-Davidson Weltmarktführer unter den Herstellern elektrisch angetriebener Motorräder werden wolle: „Wir glauben, dass Elektrofahrzeuge die Mobilität der Zukunft darstellen“, so Levatich. Gemeinsam mit Alta Motors wolle Harley-Davidson neue Kunden ansprechen, die sich durch die Leichtigkeit des „Griffdrehens und Losfahrens“ begeistern lassen. Finanziert wird die Firma unter anderem auch von den Tesla-Mitgründern Marc Tarpenning und Martin Eberhard.

MotoGP elektrisch?

Es klingt zunächst wie ein Scherz. Doch dahinter stecken sehr ernst gemeinte Pläne: Ab 2019 sollen elektrisch betriebene Motorräder bei den großen MotoGP-Rennen starten.

Foto: Energica
Energica Ego: Sie stellt die Basis für das Einheitsmotorrad des Moto-e World Cup.
Energica Ego: Sie stellt die Basis für das Einheitsmotorrad des Moto-e World Cup.

Sie sollen laut Carmelo Ezpeleta, dem Chef des Grand Prix-Vermarkters Dorna, zunächst Rahmenrennen neben den etablierten Klassen darstellen, sich aber später zu einer eigenen Rennserie weiterentwickeln. „Die Pläne dafür sind schon weit fortgeschritten“, sagte Ezpeleta im Interview mit der spanischen MOTORRAD- Schwesterzeitschrift Motociclismo. Auch lägen bereits Angebote von vier Herstellern vor. „Es wird aber eine Einheitsklasse geben“, sagte Ezpeleta weiter.

Das macht auch Sinn, denn es gibt bislang kein vernünftiges Reglement, das dafür sorgen könnte, dass von Elektromotoren angetriebene Maschinen verschiedener Hersteller in ihrer Leistungsfähigkeit so vergleichbar sind, dass am Ende spannende Rennen dabei herauskommen. Denkbar sind hier sehr unterschiedliche Ansätze, von ultraschnellen, aber aufgrund der nötigen Akkus auch sehr schweren Motorrädern, bis hin zu leichten, wendigen Flitzern, die mit weniger Leistung aber nur unwesentlich langsamer wären. Zum Stichwort Reichweite sagte Ezpeleta, dass die künftigen E-Grand-Prix „über mindestens zehn Rennrunden“ gehen werden.

Rekorde mit E-Motorrädern

Mit einem selbst gebauten Elektromotorrad haben Studenten der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden die Welt umrundet.

Foto: Storm/Eindhoven
In 80 Tagen um die Welt, das ist Rekord. Im Sinne des Romanautors Jules Verne sind diese Studenten echte Pioniere.
In 80 Tagen um die Welt, das ist Rekord. Im Sinne des Romanautors Jules Verne sind diese Studenten echte Pioniere.

Dabei haben sie ihren selbst gesteckten, bei Verne entliehenen Zeitplan von 80 Tagen gerade so geschafft. Am 14. August 2016 gestartet, kehrten sie planmäßig am 2. November 2016 um 17.30 Uhr zurück auf den Campus der Uni, nach 23.000 Kilometern durch Europa, Asien und die USA. Das „Storm Wave“ genannte E-Motorrad hat eine maximale Reichweite von 380 Kilometern pro Ladung und eine Höchstleistung von 70 kW. Die aus 24 Modulen bestehenden Wechsel-Akkus speichern bis zu 28,5 kWh.

Reichweiten-Rekord mit einer Zero: Der Berliner Remo Klawitter hat 2018 einen Reichweiten-Rekord mit der Zero DSR 14.4 aufgestellt. In 24 Stunden legte er eine Distanz von 1.113,4 Kilometern zurück. 24 Stunden lang pendelte er zwischen Oranienburg und dem Landeszentrum für erneuerbare Energien in Neustrelitz auf der B 96 hin und her. Nettofahrzeit: 14,5 Stunden. Die restlichen 9,5 Stunden lud er die Zero neunmal an einer Typ 2-Ladesäule.

Design-Award für Elektro-Leichtkraftrad

Neue Mobilitätskonzepte regen auch zu neuen Formen an, das zeigen viele Studien im Bereich E-Motorrad. So auch das E-Leichtkraftrad namens Pocket Rocket, das den German Design Award 2018 in der Kategorie Transportation abräumte.

Foto: Sol Motors
Wir finden die Pocket Rocket von Sol Motors hätte auch einen Preis für ihren Namen verdient, der ausgezeichnet zur Optik passt (Taschenrakete).
Wir finden die Pocket Rocket von Sol Motors hätte auch einen Preis für ihren Namen verdient, der ausgezeichnet zur Optik passt (Taschenrakete).

Der Alu-Rahmen beherbergt den Lithium-Ionen-Akku (2.000 Wh), der herausnehmbar ist. Wenn die Crowdfunding-Kampagne erfolgreich verläuft, wird es die Pocket Rocket in einer 6 kW- und einer 4 kW-Version geben. Mit 150 Newtonmeter gibt Sol Motors das maximale Drehmoment an, die Reichweite soll bei 60 bis 80 Kilometer liegen.

Der Lenker ohne Cockpit erinnert eher an ein Fahrrad. Das ändert sich, sobald der Pilot sein Smartphone am Lenker befestigt, denn das Gerät übernimmt dann die Funktionen des Dashboards. Aber nicht nur das: In Sachen „Keyless-System“ schmunzelt die Pocket Rocket wahrscheinlich über die derzeit modernen Funkschlüssel, die nur in der Tasche getragen, aber nicht mehr ins Schloss gesteckt werden müssen. Die Authentifizierung funktioniert bei dem kleinen Elektro-Motorrad nämlich über das Smartphone. „Und geht das Motorrad dann einfach aus, sobald mein Smartphone-Akku leer ist?“ Nein. Vor allem, weil der Handy per USB-Buchse eine andere Batterie anzapft (12V).

Österreich und England fördern E-Motorräder

Anders als in Deutschland, wo die im Juli 2016 eingeführte „Umweltprämie“ nur für vierrädrige Elektrofahrzeuge gilt, bezuschusst Österreich ab 2017 auch den Neukauf von Elektro-Motorrädern.

Foto: Johammer
Bis zu 750 Euro Kaufzuschuss gibt's bei unseren Nachbarn beim Kauf eines Elektro-Motorrads.
Bis zu 750 Euro Kaufzuschuss gibt's bei unseren Nachbarn beim Kauf eines Elektro-Motorrads.

Staatlicherseits sieht das Förderprogramm einen Zuschuss von 375 Euro für ein neues E-Motorrad oder E-Moped vor. Dazu kommen noch einmal bis zu 375 Euro, mit denen sich Österreichs Fahrzeughersteller, z. B. KTM und Johammer, bzw. Importeure an der Förderung beteiligen. Und zwar zusätzlich zu handelsüblichen Rabatten, wie es in einer Mitteilung der Arge2Rad heißt.

Die Arge2Rad ist der Dachverband der österreichischen Zweiradindustrie. Den Bundesanteil können österreichische E-Motorradfahrer seit 1.3.2017 nach dem Neukauf (Rechnungsdatum ab 1.1.2017) unter www.umweltfoerderung.at beantragen. Die 375 Euro werden dann direkt auf das Konto des Motorradkäufers überwiesen. Der Industrie-Anteil, also die zweiten 375 Euro, werden laut Arge2Rad direkt vom Kaufpreis abgezogen. Diese Vereinbarung gilt bis Ende 2018 bzw. dem Ausschöpfen der verfügbaren Mittel. Österreich ist nach England das zweite europäische Land, das Elektromobilität beim Zweirad fördert.

Elektro-Crosser für's Militär

Silent Hawk: Der amerikanische Wehrtechnik-Hersteller Logos Technologies entwickelt im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums ein Motorrad für Spezial-Einsätze der US-Army.

Foto: Logos Technology
Die Silent Hawk basiert auf der Redshift MX von Alta Motors.
Die Silent Hawk basiert auf der Redshift MX von Alta Motors.

Der bereits als Prototyp vorgestellte, 175 kg leichte „Silent Hawk“ (deutsch: stiller Falke) basiert auf dem E-Motorrad Redshift MX von Alta Motors aus Kalifornien. Anders als die Serie hat das Army-Bike jedoch zusätzlich Frontantrieb und neben dem E-Motor (und annähernd geräuschlosem „Schleich“-Modus) noch einen Multi-Fuel-Verbrenner, der sowohl mit Gas, Diesel als auch Benzin laufen soll. In einem zweiten Entwicklungsschritt soll dieser Verbrenner nun auch abnehmbar konstruiert werden. Durch den vom Pentagon gewünschten „modularen Aufbau“ sollen die Einsatzmöglichkeiten des „Silent Hawk“ erweitert werden.

Kalaschnikow: Hier geht es unverkennbar um ein russisches Militärmotorrad. Wer den Namen Kalaschnikow bisher nicht mit Motorrädern in Verbindung gebracht hat, muss umdenken. Denn die berühmte russische Waffenschmiede hat seit 2013 den Fahrzeughersteller Izh unterm Konzerndach. Auf der Fachmesse „Army 2017“ in Moskau hat Kalaschnikow im September neu entwickelte Izh-Motorräder gezeigt, darunter Cruiser mit Boxermotoren unter geheimnisvoll wirkender Vollverkleidung und ein Elektro-Motorrad, das sowohl für militärische Einsätze wie auch als Polizei-Maschine ausgelegt ist. Als technische Angaben gibt es bisher nur eine maximale Reichweite von 150 Kilometern und die Höchstleistung von 15 kW (20,4 PS).

Wasserstoffmotoren - Treibstoff von morgen?

Honda und General Motors wollen 2020 gemeinsam die Serienfertigung von Brennstoffzellensystemen starten.

Foto: lampertz.de

Dafür investieren beide Konzerne zusammen insgesamt 85 Millionen US-Dollar. Die Antriebstechnik könnte der Schlüssel zur Mobilität der Zukunft sein, brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge verbrauchen nur Wasserstoff, emittieren nur Wasserdampf. Bereits 2004 hat Honda den Prototyp eines brennstoffzellenbetriebenen Rollers gezeigt. Die Serienfertigung scheiterte bisher an zu hohen Kosten.

Die Brennstoffzelle: Wasserstoff plus Sauerstoff ist gleich Wasserdampf - so lautet die vereinfachte Formel für die Abläufe in der Brennstoffzelle. Die Energiegewinnung geschieht nämlich durch eine Reaktion der beiden über Elektroden zugeführten Ausgangsstoffe Wasserstoff und Sauerstoff. Vorteil: Die dadurch erzeugte Elektrizität entsteht ohne nennenswerte Wärmeentwicklung, ergo sehr effizient. Nachteil: Die Gewinnung von Wasserstoff ist sehr energieintensiv. Außerdem ist sowohl die Lagerung als auch die Betankung aufwendig.

Motivation für Elektromobilität

Rein theoretisch haben 2,5 kWh den Gegenwert von 0,3 Liter Benzin.

Foto: Jörg Lohse
Lautstärke ist bei den Verbrenner-Motorrädern ein Thema. Vor allem bei Anwohnern in der Nähe von beliebten Motorradstrecken.
Lautstärke ist bei den Verbrenner-Motorrädern ein Thema. Vor allem bei Anwohnern in der Nähe von beliebten Motorradstrecken.

Während der Verbrenner bestenfalls 37 Prozent der Energie des Kraftstoffs nutzt, arbeitet ein Elektromotor mit über 90 Prozent Wirkungsgrad. So wird rechnerisch aus einem Viertel- fast ein Dreiviertelliter Spritvorrat. Zusätzlich zum Wirkungsgrad spielt die CO2-Bilanz des verwendeten Stroms eine Rolle. Nur Elektrizität aus erneuerbaren Energien ist quasi CO2-frei. Sie deckte 2013 ein Viertel des deutschen Strombedarfs – Tendenz steigend.

KTM-Entwicklungschef Philipp Habsburg nennt noch eine weitere Motivation, Elektromobilität zu forcieren: „Geräusch- und Emissionsvorschriften bekommen immer stärkeren Einfluss.“ Deshalb gewinne der Elektroantrieb stetig an Bedeutung. „Mittel- bis langfristig rechnen wir fest damit, dass E-Motorräder ihre Marktrelevanz steigern werden“, so Habsburg, „sowohl auf der Straße als auch im Gelände.“

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