MOTORRAD-Studie Ducati Panigale V4 Godzilla 1200

Naked Bike auf Panigale-Basis

Natürlich wäre eine nackte Ducati Panigale V4 der Gipfel der Unvernunft. Aber genau das reizt uns ja so sehr. Warum also nicht einmal 220 PS ohne Verkleidung genießen?

Sind wir alle zu Weicheiern mutiert? Müssen wir wirklich mit neongelben Gummitüllen schlupfgeregelt und am besten noch tempolimitiert durch die Lande schickern? Oder wollen wir ihn noch mal aufnehmen, den Kampf mit dem Hammer, dem unerbittlich ziehenden und zubeißenden Monster? Machen wir einen Deal: Für diese beiden Seiten schalten wir mal sämtliche Vernunftregelkreise in unseren Biker-Hirnschalen aus. Wir spinnen jetzt mal, okay? Also geben wir dem bösen Kind einen Namen. Monster war für Ducati schon ganz schön mutig. Diavel (Teufel) für den außerordentlich starken Power-Cruiser-V2 sinnig. Warum also eine nackte V4-Ducati nicht Godzilla nennen? Dieses brutale Riesenmonster mit seiner feinen Seele, wenn es um hübsche Blondinen geht? Passt doch für unsere MOTORRAD-Studie. Denn brutaler als mit einer 200 Kilogramm leichten 220-PS-Rakete kann man nicht unterwegs sein.

King of the Road

Wir vermuten mal, dass es keinen einzigen der sechs Gänge geben wird, in dem das Vorderrad nicht in die Höhe schnalzen wird. Wir vermuten auch, dass es so ziemlich die allerbeste Launch-Control benötigt, um den motivierten Ampelstarter nicht innerhalb von 0,03 Sekunden auf den Rücken zu legen. Und wir vermuten auch, dass die Ducati V4 Godzilla 1200 an jeder Eisdiele, an jedem Biker-Treffpunkt für angeregte Diskussionen sorgen wird. Ihr Besitzer wird mit einer Mischung aus Respekt und Ekel betrachtet werden, nicht viele werden mit ihm reden wollen. Was ihm hinter seiner Ray-Ban auch egal sein wird. Er ist der King of the Road, der Mann, der das Biest beherrscht. Zu vergleichen vielleicht mit dem Fahrer eines Lamborghini Aventador, Spider, versteht sich.

Kantiger und präsenter

Wie hat MOTORRAD-Visionär und Designer Stefan Kraft das umgesetzt? Die für ihn viel zu glatt gestaltete Panigale wurde mit heftig akzentuierten Verkleidungsteilen aufgepeppt. Der allzu brav gestaltete Rahmen kantiger und präsenter dargestellt, und Godzilla darf natürlich auch mächtig böse aus den LED-Scheinwerferaugen blicken. Dem ebenfalls etwas glatt gestalteten Originalschalldämpfer setzt Stefan noch einen hochgezogenen Endschalldämpfer auf, der mit seinen vier Endrohren nicht nur optisch Präsenz zeigen soll, sondern auch klanglich den V4 zum absoluten Erlebnis werden lassen wird. Den mit mattgoldenen Deckeln versehenen, unglaublich aufwendigen und potenten V4 will Stefan der Öffentlichkeit präsentieren. Warum dieses stärkste Motorrad-Triebwerk im Serienbau nicht auch herzeigen? Dazu noch matt-goldene Deckel drauf, sehr cool!

Ob Ducati jemals die Godzilla bauen wird?

Technisch würde MOTORRAD das meiste beim „Alten“ lassen. Ein bisschen mehr Bums in die Mitte könnte eine Hubraumerweiterung auf 1200 cm3 bringen. Fahrwerk und Bremsen gehören eh zum Allerfeinsten, was es für Geld zu kaufen gibt. Ob Ducati jemals die Godzilla bauen wird? Gegenfrage: Hättest du vor zwölf Jahren geglaubt, dass Ducati eine 160-PS-Reiseenduro mit Alukoffern und 30-Liter-Tank bauen würde? Also. Die Jungs in Bologna sind für jede Überraschung gut. Man denke nur an die Scrambler. Die Retro-Duc hatte den Boom mit ausgelöst. Und verkauft sich blendend. Wie gesagt: Wir haben einen Deal. Auf diesen zwei Seiten spinnen wir. Macht doch auch Spaß, oder?

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