Investor dringend gesucht. Seit Monaten kursieren Gerüchte um eine schwere Krise bei MV Agusta, nun meldet sich der Hersteller selbst zu Wort.
KTM-Krise stürzt MV Agusta in die Krise
Auslöser für die Krise sei die Trennung von KTM gewesen – die Österreicher hielten seit März 2024 50,1 % an MV, verkauften diese dann im Januar 2025 wegen der eigenen Insolvenz wieder an die Eignerfamilie Sardarov zurück. Die Übergangsphase sei schwierig, so MV, aber es gebe Gespräche mit möglichen Investoren und man tue alles, um die Firma zu sichern.
Unter anderem durch die "Composizione Negoziata della Crisi" (CNC), in Italien eine Art außergerichtliches Rettungsverfahren für Firmen in finanzieller Schieflage, um eine Insolvenz zu verhindern. Dabei übernimmt ein externer Experte die Verhandlungen zwischen der Firma und ihren Gläubigern; bei MV sollen das hauptsächlich KTM und die Zulieferer sein. Und immerhin, so MV, seien die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, von 2.094 auf 2.166 Motorräder – weltweit.
MV Agusta Brutale 1000 ABT Limited Edition
Gewerkschaften alarmiert
Die alarmierten Gewerkschaften sprechen von "Agonie" bei MV Agusta – die Motorräder ließen sich durchaus verkaufen, die Firma könne aber die Zulieferer nicht bezahlen, weshalb die Produktion im Werk in Varese seit März 2026 stillsteht. Viele der 184 Beschäftigten arbeiten nur wenige Tage im Monat, einen Teil der Löhne zahlt der Staat.
Gerüchten zufolge war CFMoto an einem Einstieg interessiert, zu einer Einigung kam es aber nicht. Im Juni hätte eine Kapitalerhöhung von 35 Millionen Euro durch die Sardarovs erfolgen sollen, die bislang jedoch ausblieb.
Stichtag 25. November 2026
Wie es weitergeht, ist derzeit völlig offen. Wichtiger Termin ist der 25. November: Dann entscheidet ein Gericht in Varese darüber, ob das schützende CNC-Verfahren für MV Agusta wie bislang weitergeführt wird – oder nicht.





