Neues Fahrverbot: Kesselberg neu geregelt

Neue Streckensperrung am Kesselberg Wochenende ja, Feierabendrunde nein

Das Fahrverbot für Motorräder am Kesselberg wird umgestaltet. Am Wochenende darf wieder gefahren werden, Feierabendrunden fallen aus.

Wochenende ja, Feierabendrunde nein

Freude bei Touristen, Ärger bei Anwohnern: Der Landkreis Bad Tölz hat das 44 Jahre alte Fahrverbot auf der B 11 zum Kesselberg neu geregelt. Am Wochenende und an Feiertagen darf stundenweise wieder gefahren werden, dafür wird die Feierabendrunde für Einheimische nicht mehr gestattet.

Kesselberg: Stundenweise gesperrt

Grund für das Neuregeln der Streckensperrung sind Unfallzahlen. Die besagen, dass die meisten schweren Unfälle am Nachmittag und am Abend passieren. Daher passt der Landkreis die Sperrzeiten an. Neu ist ein Fahrverbot für Krafträder und Krafträder mit Beiwagen von Montag bis Freitag von 15:00 bis 22:00, was die beliebte Feierabendrunde untersagt. Im gleichen Zug hebt der Landkreis das Fahrverbot an Wochenenden und Feiertagen zwischen 22:00 und 15:00 Uhr auf, was Touristen und Wochenendfahrern zugutekommt. Die neue Regel tritt am 1. April 2023 in Kraft und ist auf einen Probezeitraum bis 31. Oktober 2024 terminiert.

"Die zeitlich begrenzte tägliche Sperrung der Bundesstraße für Motorradfahrer über ein halbes Jahr hinweg ist aus Sicht der Unfallkommission gleichzeitig verhältnismäßig. Sicherlich verhalten sich viele Motorradfahrer vernünftig auf der Straße, aber Fakt ist eben auch, dass sich Unfälle mit Motorrädern zu 78 Prozent zwischen 15 und 22 Uhr ereigneten. Schwere Unfälle wurden zu 91 Prozent von Motorradfahrern verursacht. Da kann und darf man aus unserer Sicht nicht länger zuschauen", ist Georg Fischhaber, Leiter der Verkehrsbehörde im Landratsamt, überzeugt.

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Fahrverbot seit 1978

Seit dem 17. Juni 1978 ist die aktuelle Streckensperrung auf der B 11 südwärts ab Kochel am See in Kraft. Immer wieder wurde in dieser Zeit versucht, die unfallträchtige Strecke zu entschärfen. Die Geschwindigkeit ist schon lange auf 60 km/h begrenzt. 2014 baut der Landkreis die sogenannten und umstrittenen Rüttelstreifen an. Die senken per se nicht das Tempo, sondern sollen vor Kurven den Fahrkomfort senken, um so die Geschwindigkeit zu verringern. Genützt hat das wohl wenig, denn 2018 wurden die Streifen wieder entfernt, da laut Behörde kein Rückgang der Unfallzahlen festgestellt wurde. Geblieben sind hingegen die zusätzlich montierten Mittelleitschienen mit Warnbaken, die das Schneiden und Überholen in Kurven auch weiterhin unterbinden sollen.

Immer noch viele Unfälle

Die vielen Maßnahmen am Kesselberg sind nicht unbegründet. Laut Landkreis ereignen sich in den Sommermonaten pro Jahr im Schnitt 30 mittelschwere und schwere Unfälle. 75 Prozent davon sollen von Motorradfahrern verursacht sein, obwohl Krafträder in diesem Zeitraum nur gut 13 Prozent Anteil am Gesamtverkehr auf dieser Strecke hätten.

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Fazit

Die Novellierung der Streckensperrung wirkt auf den ersten und zweiten Blick durchdacht und lösungsorientiert. Die Strecke B11 zwischen Kochel am See und dem Walchensee in Richtung Süden ist an 7 Tagen in der Woche zwischen 15:00 und 22:00 Uhr für Motorradfahrer gesperrt. Das Neue ist der Zeitraum von Montag bis Freitag und das Aufheben der Sperrung an Wochenenden und Feiertag außerhalb des Zeitraums. Damit soll den tatsächlichen Unfallzeiten Rechnung getragen werden. Vor allem einheimische Fahrer auf der Feierabendrunde dürfen nicht mehr den Kesselberg hoch. Und: Der Landkreis umrahmt die Novelle mit einem Probezeitraum zwischen dem 1. April 2023 und 31. Oktober 2024. Sprich: Dagegen kann kaum Einspruch erhoben werden.

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