Teure Wheelies: 90 und 107 km/h – in 50er-Zone

Teure Wheelies zu Saisonbeginn
90 und 107 km/h – in 50er-Zone

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.05.2026
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Motorrad Wheelie Polizei Radarfoto
Foto: Polizei Düren / Polizei Münster

Münster: 107 km/h im Wheelie

Ende April 2026 fand in Münster eine Verkehrsaktion im Rahmen des bundesweiten Kontrolltags "sicher. mobil. leben – Zweiräder im Blick" statt, an dem sich Polizeibehörden aus mehreren Bundesländern beteiligten.

Ein Motorradfahrer sorgte laut Polizei Münster für besonderes Aufsehen: Er passierte die Messstelle am Kappenberger Damm auf dem Hinterrad – mit 107 km/h, erlaubt waren 50 km/h. Ein Motorradpolizist nahm die Verfolgung auf und stoppte den Fahrer.

Bußgeld, Punkte, Fahrverbot

Die Konsequenzen in Münster fallen folgendermaßen aus: mindestens 320 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Zwischen 7:00 und 19:00 Uhr kontrollierte die Polizei in Münster an 49 Kontrollstellen über 450 Fahrzeuge.

Bei Heimbach in der Eifel: 90 km/h im Wheelie

An der L15 bei Heimbach in der Eifel erwischte die Polizei einen Motorradfahrer, der in einer Tempo-50-Zone mit 90 km/h unterwegs war – auf dem Hinterrad. Direkt nach der Messung stoppten ihn Beamte der Polizei Düren und stellten seine Personalien fest.

Die Kontrollaktion im April war umfangreich: Insgesamt registrierten die Beamten 376 Verstöße an einem Tag, davon 192 durch Motorradfahrer. 25 von ihnen müssen mit einem Fahrverbot rechnen.

Bußgeld, Punkt, mögliches Fahrverbot

Der Fahrer, der den Wheelie fuhr, sieht einem Bußgeld von rund 200 Euro, einem Punkt in Flensburg und möglicherweise ebenfalls einem Fahrverbot entgegen.

Wheelie: nicht ausdrücklich verboten in Deutschland

Ein Wheelie ist in Deutschland rechtlich nicht ausdrücklich verboten. Entscheidend bleibt die Verkehrslage. Sobald der Eindruck entsteht, der Fahrer habe die Kontrolle über das Motorrad nicht mehr vollständig oder gefährdet andere Verkehrsteilnehmer, gilt das Manöver als Ordnungswidrigkeit.

In der Praxis führen meist mehrere Faktoren zur Einstufung als unsicher: hohes Tempo, einhändige Steuerung oder instabile Fahrweise. Diese Kombination war in beiden Fällen laut Polizei ausschlaggebend.

Auf abgesperrtem Gelände sind Wheelies anders zu bewerten. Im öffentlichen Straßenverkehr gelten aus guten Gründen strengere Maßstäbe. Besonders in Ortschaften oder auf Landstraßen mit Gegenverkehr und Einmündungen steigt das Risiko erheblich – für den Wheeler selbst, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Tipps von MOTORRAD

Deshalb empfehlen wir ausdrücklich, auf abgesperrtem Gelände zu wheelen. Stuntprofis Jo Bauer und Volkmar "Jacko" Jacob verraten ihre besten Tipps für das sichere Fahren von Wheelies – von der richtigen Übungstechnik bis zur Fußbremse als Schlüssel zum Erfolg. das ideale Übungsgerät ist eine kürzer übersetzte Supermoto, Luftdruck absetzen hilft und die Fußbremse entscheidet über Stolz oder Sturz. Die ausführlichen Tipps inklusive Video zum Wheelie findet ihr hier.

Fazit