Herzog, Schwab, Siemer

Gebrauchtkauf-Tipps Suzuki GS 500 E

Der perfekte A2-Allrounder

Kind gezeugt, Baum gepflanzt, Haus gebaut? Prima, aber bei den wesentlichen Dingen des Lebens fehlt Ihnen womöglich noch etwas: Suzuki GS 500 E kaufen!

Generationen von MOTORRAD-Redakteuren haben sich in Sachen Suzuki GS 500 E den Gebrauchtkauf-Wolf geschrieben, indem sie bereits im ersten Absatz die Begriffe "anfängerfreundlich", "handlich", "sparsam" und "Frauen-Motorrad" unterbringen mussten. Spätestens im zweiten Absatz galt es, die Formulierungen "niedrige Sitzhöhe", "zuverlässig und alltagstauglich" sowie den Hinweis auf "mäßige Lackqualität und Rostprobleme" zu platzieren. Vergessen Sie das alles. Der wichtigste Grund, warum in jeden gestandenen Motorradfahrer-Haushalt eine GS 500 E (oder etwas Vergleichbares wie eine Honda CB 500 oder Kawasaki ER-5) gehört, lautet: Sie ist der perfekte Daily Rocker! Besitzer edler Uhren oder teurer Cabriolets kennen das: Man(n) braucht neben dem Schätzchen noch unbedingt eine Alltagsgurke, bei der es nicht so wirklich darauf ankommt. Auf wie viele Motorrad-(Kurz-)Trips hast du schon verzichtet, weil es dir zu mühsam war, den 250-Kilo-Zossen aus der Garage zu rangieren? Wie oft bist du lieber daheim geblieben, weil Regen angesagt war und du keine Lust hattest, anschließend drei Stunden Chrom und Lack zu putzen? Sehen Sie, genau darum geht es: Besorgen Sie sich für den Gegenwert eines mittelprächtigen Discounter-E-Bikes eine ordentliche 500er-Suzi, lassen Sie das Öl wechseln und Bridgestone BT 45 montieren – und schon haben Sie etwas vor (!) der Garage, was Ihr Motorradfahrerleben abrundet.

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Gebrauchtkauf - Suzuki GS 500
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Motor perfekt für A2-Führerschein

Braucht es Raketentechnik, um aus einem halben Liter Hubraum sagenhafte 27 PS (34 PS ab 1994) oder brutal offene, mittlerweile perfekt zum aktuellen A2-Einsteigerführerschein passende 46 PS zu zaubern? Eher nicht, und genau deshalb ist der luftgekühlte Zweiventiler, der in seinem Grundaufbau als ein enger Verwandter der GS 400 von 1977 gilt, ein so anspruchsloser und in allen Bereichen – also Spritverbrauch und Wartungskosten – sparsamer Geselle. Selbermacher können mit Unterstützung durch leicht und günstig verfügbare Schrauberliteratur nahezu alle Wartungsarbeiten in Eigenregie erledigen. Regelmäßigen Ölwechsel vorausgesetzt, ist der Twin für sehr hohe fünfstellige Laufleistungen gut, ohne dass eine OP am offenen Herzen droht.

Suzuki GS 500 E entdrosseln

Wer eine der Drosselversionen entkorken möchte, muss Vergaserdeckel und -düsen tauschen (lassen). Die dafür benötigten Teile unterscheiden sich ggf. von Baujahr zu Baujahr. Gute Infos dazu (und zu vielen weiteren Schrauberthemen) sind unter www.gs-500.info im Internet zu finden. Über eines sollte man sich aber als potenzieller GS-Eigner aber im Klaren sein: Der Twin benötigt immer (!) hohe bis sehr hohe Drehzahlen, damit es einigermaßen munter vorwärtsgeht.

Fahrwerk

Vor 30 Jahren war es nicht selbstverständlich, in der Mittelklasse – ja, eine 500er galt damals als Vertreterin dieser Kategorie – eine gelungene Kombination aus Handlichkeit, Fahrstabilität und Brems-Performance zu finden. Die GS 500 E machte in dieser Hinsicht von Beginn an alles richtig. Doch sie konnte auch nie ganz verhehlen, dass bei ihrer Entwicklung der Rotstift kräftig mitregierte. Wer es im engen, womöglich unebenen Geläuf richtig fliegen lässt – und die auf extreme Handlichkeit ausgelegte Fahrwerksgeometrie verleitet dazu –, bringt die eher simpel gestrickten Federelemente schnell an ihre Grenzen. Doch der einschlägige Teile-Fachhandel bietet gottlob gute Alternativen, um dem Wirbelwind ordentlich(e) Beine zu machen. Bei den Bremsen dürfte im Normalfall wenig Verbesserungsbedarf bestehen: Die Stopper sind top, ggf. Stahlflex-Leitungen ran, und gut ist.

Technische Daten Suzuki GS 500 E

(Typ GM51B, Modelljahr 1989)

Motor

  • Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, zwei Vergaser, 0 33 mm
  • mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung
  • Sechsganggetriebe
  • O-Ring-Kette
  • Bohrung x Hub74,0 x 56,6 mm Hubraum487 cm³
  • Nennleistung:34 kW (46 PS)bei 9200/min
  • Max. Drehmoment: 39 Nm bei 7800/min

Fahrwerk

  • Doppelschleifenrahmen aus Stahlprofilen
  • Telegabel, 0 37 mm
  • Zweiarmschwinge aus Stahl
  • Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis
  • Scheibenbremse vorne und hinten
  • Alu-Gussräder3.00 x 17; 3.50 x 17
  • Reifen110/70 H 17; 130/70 H 17

Maße + Gewichte

  • Radstand 1410 mm
  • Lenkkopfwinkel 64,5 Grad
  • Nachlauf 95 mm
  • Federweg v/h 120/115 mm
  • Sitzhöhe* 760 mm
  • Gewicht vollgetankt* 187 kg
  • Tankinhalt 17 Liter

Messungen (MOTORRAD 6/1989)

  • Höchstgeschwindigkeit173: km/h
  • Beschleunigung: 0–100 km/h*6,1 sek
  • Durchzug: 60–140 km/h*19,2 sek
  • Verbrauch*: 5,1 l/100 km (Landstraße)
  • Herstellerangaben; *MOTORRAD-Messungen

Rückrufe

Nichts Offizielles bekannt, um 1990/91 wurden vereinzelt Steuerkettenspanner und gelockerte Zylinder-Laufbuchsen auf Kulanz getauscht.

Modellübersicht

1989–2000: GS 500 E (GM51B)

Modellpflege? Eher wenig: u. a. 1990 Lenker höher und breiter, Handbremshebel verstellbar; 1991 härtere Feder fürs Zentralfederbein; 1992 vorspannbare Gabelfedern; 1994 Schalldämpfer und Zündung modifiziert, schmalerer Lenker; 1996 Luftfilter, Vergaser und Zündung geändert.

Laufleistungen: 15 000–80 000 km Gebrauchtpreise: 500–1500 Euro

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1998: GS 500 Sport

Was viele Privatkunden vormachten, machte der deutsche Importeur nach: die GS 500 E mit einer Vollverkleidung zu verschalen, meist von Five Stars und unter dem Sondermodell-Namen"GS 500 Sport Limited Edition". So bereits 1994, 1998 (im Bild). Gebrauchtangebot? Sehr begrenzt.

Laufleistungen: 15 000–50 000 km Gebrauchtpreise: 800–1500 Euro

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2001–2007: GS 500 (GM51A)

Bei der ersten und letzten größeren Modellüberarbeitung 2001 verlor die GS 500 das E im Namen, bekam aber u. a. straffere Federelemente, eine größere Scheibenbremse vorn, einen 20-Liter- Tank, neue Instrumente, eine neue Sitzbank, einen einteiligen Lenker und ein neues Heck. Laufleistungen: 15 000–50 000 km Gebrauchtpreise: 800–1500 Euro

Laufleistungen: 10 000–40 000 km Gebrauchtpreise: 1000–2300 Euro

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2004–2007: GS 500 F (GM51A

Das F in der Modellbezeichnung steht für"Fairing" (Verkleidung). Die gab’s ab 2004 endlich auch ab Werk (Produktion in Spanien statt Japan) und im Stil der GSX-R-Modelle. Im Unterschied zur nackten GS 500 ist die F mit einem Ölkühler bestückt. Neupreis 2004: 4780 Euro.

Laufleistungen: 10 000–25 000 km Gebrauchtpreise: 1500–2500 Euro

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Fazit

Vergesst die Horrorgeschichten über die Verarbeitungsqualität. Zugegeben: (Serien-)Auspuff und Schweißnähte gammeln gern, der Lack ist auch nicht prall, aber suchst du ein Show-Bike? Eben! Die Basis ist grundsolide. Aber vergesst auch das Thema Soziustauglichkeit. Die GS taugt nur für Einzeltäter!

Suzuki Motorrad GS 500 E
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