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Yamaha Tracer 9 GT Fahrbericht Yamaha
Yamaha Tracer 9 und Tracer 9 GT Fahrbericht
Yamaha Tracer 9 Fahrbericht
Yamaha Tracer 9 GT Fahrbericht
Yamaha Tracer 9 Fahrbericht 27 Bilder

Yamaha Tracer 9/GT im Fahrbericht

Yamaha Tracer 9/GT im Fahrbericht Mehr Hubraum, leichterer Rahmen, höhere Leistung

Yamaha Tracer 9 und Tracer 9 GT wurden für das Modelljahr 2021 umfangreich modernisiert. Wie die MT-09 bekommen sie den in Hubraum und Leistung aufgestockten Dreizylinder-Motor sowie den neuen leichten Rahmen. MOTORRAD fuhr die beiden Tracer in der Gegend um Siena.

Zum Zeitpunkt der Fahrpräsentation, in der morgendlichen Kühle der Toskana, fällt ein Unterschied zwischen der Yamaha Tracer 9 und der reichhaltiger ausgestatteten Tracer 9 GT gleich besonders auf: Die Tracer GT verwöhnt das Fahrpersonal ab Werk mit beheizten Griffen, deren Wärme in zehn Stufen reguliert werden kann. Ein weiterer Unterschied: Auf einer mit Bodenwellen gespickten Landstraße bringt die semiaktive Dämpfungseinstellung der Yamaha Tracer GT im Modus 2 einen Komfortvorteil gegenüber dem Standardmodell, obgleich auch dessen Federelemente durchaus ordentlich ansprechen.

Yamaha Tracer 9 wirkt straffer

Obwohl die semiaktive Dämpfung der Tracer GT laut Yamaha den Einstellbereich der konventionellen Federelemente sowohl nach unten als auch nach oben übertrifft, wirkt die Standard-Tracer 9 insgesamt straffer und bietet ein etwas besseres Gefühl fürs Vorderrad, was einem sportlichen Fahrstil entgegenkommt. Damit soll keinesfalls der Eindruck vermittelt werden, die Tracer 9 sei ein unkomfortables oder die GT ein knautschiges Motorrad – die Unterschiede zwischen den beiden sind spürbar, aber nicht groß, und relativieren sich auf besseren Straßen weiter. Die Änderung der Federvorspannung, also die Anpassung an verschiedene Beladungszustände muss übrigens auch bei der Yamaha Tracer GT von Hand vorgenommen werden.

Anders als die semiaktive Dämpfung und das Kurvenfahrlicht der Yamaha Tracer GT können die Heizgriffe, der sehr gut funktionierende Schaltassistent mit Blipper-Funktion sowie das Koffersystem bei der Standard-Tracer gegen Aufpreis nachgerüstet werden. Wer das Standardmodell mit Koffern, Heizgriffen und Quickshifter aufrüstet, kann höchstwahrscheinlich gleich die GT ordern. Deshalb führte sie bisher in der Verkaufsstatistik mit 75 Prozent Anteil.

Sitz, Rasten und Lenker einstellbar

Yamaha Tracer 9 und Tracer 9 GT Fahrbericht
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Yamaha Tracer 9 und Tracer 9 GT wurden für das Modelljahr 2021 umfangreich modernisiert.

Die MT-09 und die Tracer sind mit demselben Rahmen ausgestattet, der leichter ist, als bei den Vorgängermodellen und den Motor in einer um fünf Grad weiter nach hinten gedrehten Stellung integriert. Die Tracer-Schwinge ähnelt jener der MT-09, ist aber satte 60 Millimeter länger, sodass der Radstand gleich bleibt, wie zuvor. Außerdem sorgen hohe Riser und ein hochgezogener Lenker für eine aufrechte Sitzposition. Sowohl die Sitzhöhe als auch die Fußrasten- und Lenkerposition sind in Grenzen einstellbar; während der Testfahrten ergab sich aber kein Bedürfnis, etwas an der Standardeinstellung zu ändern.Für Fahrer ab etwa 175 Zentimeter Körpergröße dürfte am ehesten der auf 825 Millimeter erhöhte Sitz interessant sein.

119 PS Leistung und 93 Nm Drehmoment

Beide Exemplare erwiesen sich als gut ausbalancierte Motorräder mit gefälligem Lenkverhalten. Mit guter Übersicht am breiten Lenker dirigiert, ließen sie sich leichtfüßig durch verzwickte Kurvenkombinationen swingen, ohne in schnelleren Bögen Stabilitätsprobleme zu zeigen.

Strikte Einheitlichkeit beim Motor: Mit gleich drei Millimeter größerer Bohrung haben die Yamaha-Entwickler den bewährten Dreizylinder auf 890 cm³ Hubraum gebracht, zugleich stiegen die Leistung auf 119 PS und das Drehmoment auf 93 Nm, die früher anliegen als der Spitzenwert des bisherigen Motors. Als schöne Dreingabe wurde der Neue 1,7 Kilogramm leichter. Diese Angaben passen zum Fahrgefühl – der Drilling kommt schon in der unteren Mitte des Drehzahlbereichs kräftig zur Sache und gefällt dabei mit tadelloser Laufruhe. Das gilt für die Motoren beider gefahrenen Tracer-Exemplare. Um die 7.000/min wird es etwas kribbeliger, bleibt aber erträglich.

Insgesamt zeigt der Dreizylinder mit den üblichen 120 Grad Hubzapfenversatz eine sehr schöne Tourencharakteristik, zumal auch das harsche Ansprechverhalten früherer Motoren abgestellt wurde. Selbst im Modus 1, dem schärfsten der vier zur Verfügung stehenden Fahrmodi gelingen geschmeidigere Lastwechsel als früher. In den Modi zwei und drei ist die Gasannahme bei voller Leistung noch sanfter, während der vierte Modus auch die Spitzenleistung kappt.

Schweizer Kollege macht den Sozius-Test

Zur Tourentauglichkeit der Yamaha Tracer und Tracer GT trägt auch die Abgasanlage bei, indem sie auf einen seitlich verlaufenden Endschalldämpfer verzichtet. Die Abgase werden aus dem großen Sammler schräg nach links und rechts unten geblasen. Dadurch finden auf beiden Seiten gleich große, symmetrisch gestaltete Koffer Platz. Zugleich können die Soziusfussrasten verhältnismäßig tief montiert werden, was den Beifahrern einen angenehm weiten Kniewinkel beschert. Und als Tüpfelchen auf dem i ist die Sozius-Sitzfläche auf Yamaha Tracer und GT großzügig bemessen. Ein Schweizer Kollege, 1,80 Meter groß gewachsen, bat mich um eine Mitfahrt und war danach hellauf begeistert von Komfort und Bewegungsfreiheit.

Yamaha Tracer 9 GT Fahrbericht
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Ein Kollege bat den Autor beim Fahrtermin um eine Mitfahrt und war danach hellauf begeistert von Komfort und Bewegungsfreiheit.

Als bekennender Skeptiker gegenüber hohen Windschilden, kann ich den Tracern auch in diesem Punkt ein Lob aussprechen, wenngleich ein zurückhaltendes. Luftwirbel hinter der zehnfach in der Höhe einstellbaren Scheibe hielten sich in tolerablen Grenzen, das Vorausschauen der Fahrlinie wurde nicht beeinträchtigt

Schlecht ablesbare Anzeigeinstrumente

Deutliche Kritik verdienen hingegen die beiden Anzeigeinstrumente. Sie spiegeln heftig und sind schlecht ablesbar, vor allem dann wenn der Fahrer eine helle Jacke trägt, wie ich in diesem Fall. Dies fällt umso stärker auf, als die Instrumente ein reichhaltiges Angebot an Informationen bereithalten. Gerne würde man die eine oder andere Information mehr aufnehmen, doch an sonnigen Tagen ist gerade einmal das Nötigste erkennbar.

Fazit

Der nun 1,7 Kilo leichtere Motor geht schon erfreulich früh kräftig zur Sache und gefällt dabei mit tadelloser Laufruhe. Beide Exemplare erwiesen sich als gut ausbalancierte Motorräder mit gefälligem Lenkverhalten. Die Tracer GT ist mit semiaktiver Dämpfung, Kurvenfahrlicht, Heizgriffe, Schaltassistent mit Blipper-Funktion und Koffersystem reichhaltiger ausgestattet. Semiaktive Dämpfung und Kurvenfahrlicht können bei der Standard-Tracer nicht nachgerüstet werden.

Yamaha Tracer 900
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