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Dunlop Roadsmart IV Dunlop
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Dunlop Roadsmart IV 14 Bilder

Dunlop Roadsmart 4: Alleskönner für entspannte Touren

Dunlop Roadsmart 4 im Härtetest Sportlicher Alleskönner für entspannte Touren

Wer gerne straffe Reifen fährt und den flotten Strich liebt, der könnte mit dem Roadsmart 4 glücklich werden.

Es muss schon straffällig zugehen auf den Bergstraßen um Montpellier, um den neuen Roadsmart 4 an eine gefühlte Grenze zu bringen. Gesittet bis nur etwas zu schnell ist der Reifen im Trockenen und Feuchten nicht zu beeindrucken. Ohne den direkten Vergleich zu haben: Zurecht gewinnt auch der Roadsmart 4 als GT den aktuellen Tourensport-Reifentest in MOTORRAD 07/22. Der zweite Sieger Michelin Road 6 GT ist keinen Deut schlechter. Der Weg dahin ist nur ein anderer.

Straffer Tourenreifen

Schon der Roadsmart 3 war im Aufbau auf der straffen Seite der Karkass-Konstruktion beheimatet. Das brachte zackiges Handling und viel Feedback. Nummer 4 kann das mit einem neuen Unterbau aus vorn zwei Lagen Rayon mit einem Aramidgürtel noch toppen, hat seinen Hang zum Überhandlichen abgelegt, dämpft etwas besser, bietet aber fühlbar minimal mehr Haftung bei echter Nässe und rollt hinten etwas runder. Und um das Verwirrspiel der Namen aufzulösen: Der Roadsmart 4 GT hat hinten ebenfalls zwei Lagen Rayon als Karkasse, der SP nur eine. Damit soll der GT schweren Tourenmaschinen das Handling erleichtern. Wer bei seinem Straßenreifen knackiges Feedback sucht, der ist mit dem Roadsmart 4 gut beraten. Wer mehr Eigendämpfung und Komfort schätzt, sollte sich den Test in MOTORRAD 07/22 genau ansehen.

Nässe ohne Schrecken

Der Test war ein einfacher: BMW R 1250 R und Suzuki GSX-S 950 S mit dem Roadsmart 4 gegen den Roadsmart 3 auf der 1,7 Kilometer langen Nasshandling-Strecke. Dort läuft ständig Wasser auf die Strecke und bildet so einen permanenten Wasserstand von zwei bis drei Millimetern, also Konditionen, bei denen die Meisten ihr Motorrad stehen lassen. Start auf der BMW mit dem 4er: Er rutscht kaum und wenn dann fast schon harmonisch. Die Gleitphase kommt sehr langsam und stetig. Grip wird ebenso gleichmäßig wieder aufgebaut. Der RS 3 auf der BMW rutscht nicht signifikant öfter, nur wenn, dann etwas heftiger. Das Rutschen beginnt plötzlich und fängt sich ebenso wieder, was mitunter zu Lastwechseln führt.

Umstieg auf die Suzuki mit sehr einfachen Fahrwerkselementen und eher straffer Abstimmung: Beide Reifen rutschen deutlich öfter und stärker und die Traktionskontrolle muss öfter eingreifen. Jedoch: Ebenfalls gefällt der 4er mit einem sehr sanften Verhalten im Grenzbereich und leicht darüber.

Klingt nach großen Unterschieden, sind aber nur Nuancen, die das Fahren nicht schneller machen, sondern das Gefühl für Sicherheit bestärken. Grund für die Nässefreude des Roadsmart 4: eine neue Silica-Mischung mit einem Compound vorn und zwei hinten.

Tourenreifen 120/70 ZR 17, 180/55 ZR 17 Test
Reifen

Trocken nicht zu beeindrucken

Keine Überraschung: Moderne Tourensportreifen sind in Sachen Grip von trockenen Straßen und sehr sportlicher Fahrweise kaum zu beeindrucken. Im Härtetest auf dem 3,1 langen Trockenkurs von Mireval zeigte der Roadsmart 4 keine Schwäche beim Grip. Gefahren auf Maschinen wie BMW S 1000 XR, Suzuki GSX-S 1000 GT, BMW R 1250 RS und Kawasaki Z 1000 SX lieferte er sauber ab und bietet trotz Schräglagen von gut 50 Grad oder knapp darüber noch Reserven. Das Limit auf dem Kurs setzten klar die Tourenkräder, die mal mehr oder weniger rüde mit allerlei Bauteilen aufsetzten, wenn die Nippel an den Rasten abgeschliffen waren. Von der fast idiotischen Idee mit einer BMW mit Hauptständer auf die Rennstrecke zu gehen und sich über heftiges Quertreiben zu wundern, schweigt der Chronist. Nur so viel: Selbst nach ein Fast-Weggeschmissen fing der Roadsmart 4 sich schnell wieder und baute sehr progressiv den Grip wieder auf.

Verspricht Laufleistung

Fassen wir zusammen: 360 Kilometer Landstraße und mehrere Turns auf der Rennstrecke machten einem Satz Roadsmart 4 auf einer Suzuki GSX-S 1000 GT wenig bis nichts aus. Homogenes Laufbild, fein krümeliger Abrieb und kaum Verschleißerscheinungen. Das lässt zwar auf keine absolute Laufleistung schließen, unterstreicht aber Dunlops Anspruch – und das ist keine Überraschung – dass der neue mehr Laufleistung bietet als der alte Roadsmart 3.

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Fazit

Natürlich ist der Dunlop Roadsmart 4 ein guter oder sehr guter Reifen. Doch mit seinen Eigenschaften womöglich nicht für alle. Man muss schon auf den straffen Aufbau und das viele Feedback stehen, um den neuen Reifen wirklich schätzen zu lernen. Verzichtet man auf das letzte Körnchen Komfort und Eigendämpfung, wird man mit den Dunlop sicher glücklich. Und man muss natürlich ein Freund von viel Negativprofil sein.

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