Und plötzlich ist es heiß. Sehr heiß. Und Motorradfahren wird ab mittags sehr anstrengend, wenn das Thermometer weit über 30 Grad anzeigt. Da helfen selbst die besten Membranen kaum noch, teilweise verschlimmert durch manch Modell, da der Effekt umgekehrt wird und sich Hitze staut.
Eine Möglichkeit sind Mesh-Jacken, die einen hohen Luftdurchsatz bieten. Eine andere: Westen, die unter der Jacke den Oberkörper kühlen. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Versionen, und auch in diversen Shops für Arbeiterkleidung sind derartige Westen zu haben. Grundlegend: Es gibt aktive und passive Systeme.
Aktuelle Kühlwesten im Überblick
Cool bleiben auf dem Bike
Passive Kühlwesten erklärt
Die passiven Kühlwesten sind verbreitet und schon ab gut 50 Euro zu haben. Diese günstigen Einstiegsversionen kühlen, indem sie die zuvor eingebrachte Feuchtigkeit verdunsten.
Im Falle der Inuteq Basic hilft ein spezielles Kühlgewebe, das vor der Fahrt benetzt wird und so angeblich bis zu 8 Stunden kühlen soll – und bis zu 15 Grad unter der Umgebungstemperatur leisten soll.
Etwas teurer sind Modelle ab gut 150 Euro, wie die IXS Bodycool Dry. Wie viele vergleichbare Modelle hat sie einen Wassertank an Bord, der bis zu 3 Tage kühlen können soll, indem das Wasser verdunstet und so dem Körper Wärme entzieht.
Übrigens
Die über verdunstendes Wasser kühlenden Westen erreichen ihre Leistungsgrenzen, wenn die Luftfeuchte steigt, da der Effekt dann nicht eintreten kann.
Für extreme Einsätze, die enorme Kühlleistungen für kurze Zeit erfordern, gibt es eine dritte Version passiver Kühlwesten. Ab 90 Euro zu haben, werden diese Westen im Kühlschrank oder Tiefkühler "aufgeladen" und geben eine konstant niedrige Temperatur ab.
Im Falle der Inuteq Biobased Coolover stehen sehr kalte 6,5 Grad auf dem Thermometer, allerdings nur für 1,5 Stunden. Anschließend sinkt die Kühlleistung rapide.
Aktive Kühlwesten erklärt
Deutlich teurer sind die bisher wenigen aktiven Kühlwesten auf dem Markt. Sie haben entweder ein kleines aktives Kühlsystem integiert oder einen externen Klimakompressor, der am Bike platziert wird.
Allen gemein: Sie benötigen Strom. Im Falle der Rukka M-Clima kommt der vom Bordnetz des Bikes oder von einem kleinen Akku. Knapp 2 Stunden soll die Rukka M-Clima die Hauttemperatur um bis zu 3 Grad senken. Dazu bläst der Ventilator Luft durch die Weste, die das Kühlen per Verdunstung verstärken soll.
Netter Nebeneffekt: Rukka nimmt das Clima wörtlich und baut in die Brust der Weste kleine Heizplatten für den Winter ein. Per Fernbedienung ist das Steuern möglich.
Eine echte Klimaanlage bietet die französische Marke Chill Ride, denn sie ist mit einer Kühlflüssigkeit gefüllt, die über ein externes Klimagerät auf bis zu 18 Grad herunterkühlen soll. Oder wahlweise auf 38 Grad heizen. Nachteil: Das Klimagerät muss ans oder ins Bike montiert werden, und der Preis ist mit 1.200 Euro recht hoch.





