Helmhersteller Shoei stellte auf dem Heimatmarkt in Japan das e:Drylens vor – einen elektronisch steuerbaren Visier-Einsatz, der die Lichtdurchlässigkeit per Knopfdruck oder automatisch per Lichtsensor anpasst.
Elektronisch dimmbar – per Knopfdruck oder Lichtsensor
Das e:Drylens besteht aus einem zweiteiligen Scheibenelement mit integrierter Flüssigkristalltechnologie (LC), das zwischen zwei Tönungsstufen umschalten kann:
- Hell (Clear): etwa 65 % Durchlässigkeit
- Dunkel (Dark): etwa 20 % Durchlässigkeit
Die Umschaltung erfolgt entweder manuell über einen externen Controller, der am Helm montiert wird, oder automatisch per Umgebungslichtsensor. Letzteres erinnert an Systeme aus dem Automobilbereich und soll die Sicht bei wechselnden Lichtverhältnissen – etwa bei Tunnelpassagen – verbessern.

Geladen wird das System via USB-C, die Akkulaufzeit beträgt laut Shoei rund 20 Stunden pro Ladung. Die Bedieneinheit (Controller) ist als separates Modul vorgesehen und wird außen am Helm angebracht.
Anti-Fog durch Zwei-Schicht-Design
Zusätzlich zur dimmbaren Funktion bietet das e:Drylens einen integrierten Beschlagschutz, der auf dem physikalischen Abstand der beiden Scheiben beruht – ähnlich dem Prinzip von Pinlock-Systemen, allerdings ohne separate Einlage.
Das e:Drylens ist aktuell nur für Helme mit CWR-F2- oder CWR-F2R-Visiersystem vorgesehen – darunter fallen etwa folgende Modelle:
- Shoei X-Fifteen
- Shoei Z-8
- Shoei WYVERN (Japan-Modell)
Geladen wird das System via USB-C, die Akkulaufzeit beträgt laut Shoei rund 20 Stunden pro Ladung. Die Bedieneinheit (Controller) ist als separates Modul vorgesehen und wird außen am Helm angebracht.
Preis & Verfügbarkeit
Shoei bringt das e:Drylens zunächst nur in Japan auf den Markt. Der dortige Preis liegt bei umgerechnet rund 210 Euro (34.100 Yen) für den e:Drylens-Visiereinsatz, plus ca. 50 Euro (8.800 Yen) für den nötigen Controller – zusammen also über 260 Euro Gesamtpreis.
Ob und wann eine Markteinführung in Europa geplant ist, kommunizierte Shoei bislang nicht.
Alternative: selbsttönendes Irid-Visier für Shark- und Nolan-Helme
Ein weiterer spannender Entwurf in dieser Richtung ist das Irid-Visier, ein vollständig eigenständiges Ersatzvisier mit sich anpassender Tönung. Allerdings nicht so, wie wir es bisher von photochromatischen Visieren kennen, die etwa 40 Sekunden benötigen, um maximal zu verdunkeln – bei Kälte sogar länger.
Das Irid-Visier setzt nämlich nicht auf Photochromie, sondern auf Elektrochromie. Dabei steuert ein integrierter Lichtsensor einen LC-Film (Liquid Crystal) im Visier. Die Energieversorgung erfolgt durch ein Mikro-Solarpanel – ganz ohne Batterie oder Kabel. Mit dieser Technik passt sich das Visier in Echtzeit an die Lichtgegebenheiten an, also viel schneller als die bisher erhältlichen photochromatischen Visiere.
Das Irid-Visier passt auf ausgewählte Shark-Modelle (z. B. Spartan RS, Race-R Pro GP) und auf den Nolan X-804 Ultra Carbon und soll demnächst auf den Markt kommen. Die Preise liegen zwischen 390 und 420 Euro.





