KTM 1290 Super Adventure R im PS-Fahrbericht

Wie Sand am Meer

Foto: KTM 38 Bilder

Von Vernunft, Sinn oder Verstand reden wir hier gar nicht. Hier geht es um etwas völlig Irrsinniges: Mit der KTM 1290 Super Adventure R durch die Wüste Perus.

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Wäre der Gasgriff ein Schalter, dann wäre dieses Motorrad unbeherrschbar. 160 PS in der Spitze, das ist unter Vollgas viel zu viel Power. Zumindest abseits der Autobahn, ganz zu schweigen von Offroad-Einsätzen. Doch schließlich gibt es ja rechts am Lenker dieses praktische Dosierungsinstrument namens Gasgriff. Und das muss man der 1290er-KTM zugestehen: Kein großer Twin lässt sich so elegant dosieren, ist so filigran kontrollierbar. Kleine Resonatorkammern an den Einlasskanälen haben sie bei KTM als aktuelle Beruhigungsmaßnahme ausgetüftelt, das bringt noch mehr Laufkultur. Außerdem gibt es in der KTM 1290 Super Adventure R jetzt wie schon in der S-Version das TFT-Display von Bosch samt vereinfachter Menüführung und individuell programmierbarer Anzeige, bestens erkennbar selbst unter greller Äquatorsonne. Hinter den bekannten Fahrprogrammen – Offroad ist bei der R natürlich Serie – stecken neue Assistenzsysteme, kontrolliert von der Trägheits-Sensorik der IMU.

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Wir sind hier in Peru südlich von Lima in einer endlosen Wüstenlandschaft aus Sand und Steinen. Ein gigantischer Enduropark, dessen unendliche Weite für diesen Offroad-Giganten das ideale Spielfeld darstellt. Wo sonst kann man zu siebt nebeneinander mit Tempo 150 kilometerlange Rillen in die Erde fräsen?

Dabei fährt sich das 240-Kilo-Trumm wie eine richtige Enduro. Sicher ist der Tank ein wenig breiter, aber die Ergonomie passt, sitzend oder stehend. Die langen Federwege der konventionell arbeitenden WP-Federung schlucken tiefe Querrillen. Nur große Sprünge über Dünenkämme sollte man vermeiden. Wenn die KTM 1290 Super Adventure R einmal abgehoben hat, könnte die bevorstehende Landung ungemütlich hart werden. Und das, obwohl vorn härtere Federn und mehr Dämpfung eingebaut wurden sowie hinten neuerdings ein progressives PDS-Federbein arbeitet. Doch so schön man auch zwischen den Dünen surfen kann: Der Brocken braucht Speed. Wenn er einmal im Sand stecken bleibt, heißt es: schuften. Allein sind die 240 Kilogramm kaum aus dem Pulversand zu ziehen.

In solchen Situationen sind brachiale 160 PS eher kontraproduktiv, ansonsten aber äußerst unterhaltsam. Und so gilt weiterhin: Leistung ist durch nichts zu ersetzen – außer durch mehr Leistung.

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