Ducati Panigale V2 S, KTM 990 Duke R, Rieju Aventura Rally 307 im Saisonstart

Ducati, KTM und Rieju starten in den Test
Warmfahren nach dem Winter

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.04.2026
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Pünktlich zum Frühlingsanfang bereichern drei Neuheiten unseren Dauertestfuhrpark – wie die Frühblüher die noch winterliche Landschaft. Sie hören auf die klangvollen Namen Ducati Panigale V2 S, KTM 990 Duke R und Rieju Aventura Rally 307. Und genau wie die kleinen, bunten Blümchen, wecken sie bei den Motorradredakteuren im Haus Frühlingsgefühle. Nein, es geht nicht um Romantik. Es ist die Vorfreude darauf, diese feinen Bikes über die nächsten 50.000 km auf Herz und Nieren testen zu dürfen.

Ducati Panigale V2 S

Ducati Panigale V2S
Tyson Jopson

Ist das noch eine echte Ducati? Puristen vermissen an der neuen Panigale V2 S Desmodromik, Einarmschwinge und Gitterrohrrahmen – und zudem stehen "nur" noch 120 statt 155 PS im Datenblatt. Doch der Ansatz ist klar: weniger radikale Rennstreckenklinge, mehr zugänglicher Straßensportler. Ergonomie und Sitzposition fallen entspannter aus (835 mm Sitzhöhe, höhere Stummel, tiefere Rasten), ohne den sportlichen Bezug zum Vorderrad zu verlieren – wer’s kompromissloser will, kann per Zubehör nachschärfen.

Auf der Straße überzeugt die V2 S mit linearer Leistungsentfaltung, kräftigem Drehmoment (93 Nm) und einem umfangreichen Elektronikpaket von Kurven-ABS bis Launch Control. Das Öhlins-Fahrwerk der S-Variante liefert präzises Handling und viel Stabilität, die Bremsen packen stark und fein dosierbar zu. Mit 189 kg vollgetankt ist sie zudem deutlich leichter als die Vorgängerin – unterm Strich eine modern gezähmte Panigale, die schneller Vertrauen aufbaut und dadurch im Alltag wie im Kurvengeläuf punktet.

Ducati Panigale V2S
Tyson Jopson

Der Testfahrer der Ducati Panigale V2 S trug folgende FC-Moto-Kleidung:

KTM 990 Duke
Tyson Jopson

Die KTM 990 Duke R setzt dort an, wo die Basis-Duke am meisten Kritik bekam: Am Heck arbeitet nun ein Federbein mit Umlenkung, was das zuvor hölzerne Ansprechverhalten deutlich verfeinert. Damit zeigt sie noch klarer, wofür sie gemacht ist: maximale Agilität und Fahrspaß im Winkelwerk. Das Handling wirkt extrem vorderradorientiert und messerscharf, ohne dabei wirklich kippelig zu werden. Die Sitzposition fällt sportlicher aus (840 mm Sitzhöhe, Rasten höher und weiter hinten), bleibt aber langstreckentauglich genug – eher die straffe Sitzbank setzt Grenzen.

Dazu gibt’s die schärfste Ausbaustufe des LC8c-Reihenzweizylinders mit rund 128 PS, der kräftig anschiebt und im Street-Mode zugleich geschmeidig und sauber am Gas hängt; Sport und Track reagieren spitzer. Auf 192 kg trifft eine sehr potente Brembo-Anlage mit Kurven-ABS, Verbrauch und Reichweite bleiben mit 4,3 l/100 km und etwa 340 km alltagstauglich, Service ist alle 15.000 km fällig. Der riesige 8,8-Zoll-Touchscreen bietet viel Info und Connectivity inklusive Offline-Navi, sitzt aber für die aufrechtere Duke-Haltung etwas zu tief – unterm Strich ein sehr komplettes, extrem scharfes Upper-Middle-Naked-Paket.

KTM 990 Duke
Tyson Jopson

Der Testfahrer der KTM 990 Duke R trug folgende FC-Moto-Kleidung:

Rieju Rally 301
Tyson Jopson

Die Rieju Aventura Rally 307 macht optisch vieles richtig: schlanke 159 Kilo, hohe Rally-Front mit vertikalem Display, 21/18-Zoll-Stollenräder sowie reichlich Federweg (235 mm v/h) und Bodenfreiheit lassen ein ernst zu nehmendes Offroad-Werkzeug vermuten. In der Praxis bremst jedoch der Antrieb die Rally-Ambitionen: Der 293er-Einzylinder (32 PS laut Hersteller) wirkt untenrum zäh, will für Vortrieb hoch gedreht werden und läuft dann unruhig. Dazu kommt eine sehr ruppige, fast "digitale" Gasannahme, die besonders bei konstantem Tempo in Ortschaften nervt – am wohlsten fühlt sich die Rieju eher beim gemächlichen Endurowandern als bei sportlicher Hatz.

Auch Fahrwerk, Bereifung und Bremsen liegen eher im Schatten: Die weiche Abstimmung bietet Komfort, kommt in hartem Gelände und auf der Straße aber schnell an Grenzen, selbst wenn man die Einsteller straffer dreht; die Helios-Erstbereifung bringt zusätzlich Unruhe und wenig neutrales Einlenken. Die Vorderradbremse (300er-Scheibe, Doppelkolben) verlangt viel Handkraft und wirkt schnell überfordert. Stark sind dagegen die Eckdaten fürs Reise-Enduro-Wandern: sehr moderater Verbrauch (3,4 l/100 km), großer 21-Liter-Tank für rechnerisch 618 km Reichweite – und ein sehr attraktiver Preis von 4.650 Euro.

Rieju Rally 301
Tyson Jopson

Der Testfahrer der Rieju Aventura Rally 307 trug folgende FC-Moto-Kleidung:

Eine ausführliche Beschreibung der von FC-Moto zur Verfügung gestellten Kleidungsstücke findest Du in unserer Bildergalerie.