Triumph Street Twin (2019) im Fahrbericht

10 PS mehr Leistung sind deutlich spürbar

Triumph hat die Street Twin deutlich überarbeitet. Wir konnten sie bereits fahren. Die 10 PS Mehrleistung sind spürbar und tun der Street Twin gut.
10 PS mehr bekommt die Triumph Street Twin und kommt damit auf insgesamt 65 PS.Korosi Red heißt eine der beiden neuen Farben.
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10 PS mehr Leistung bringen die Triumph Street Twin für das Modelljahr 2019 auf 65 PS. Dazu gibt es zwei Fahrmodi, drei Farbvariationen sowie frisches Zubehör und zwei neue Inspiration-Kits. Wir sind sie schon gefahren.

Die Street Twin ist das meistverkaufte Modell aus Triumphs Modern Classic-Baureihe. Ihr flüssigkeitsgekühlter 900 cm³ großer Paralleltwin stellt nun 65 PS bereit. Das sind 10 PS mehr als zuvor. Das dürfte Interessierte überaus freuen, denn auch wenn das Konzept der Street Twin von Anfang an nicht auf Höchstleistung ausgelegt war, erschienen die 55 PS nicht immer ausreichend, wie schon MOTORRAD im Fahrbericht (MOTORRAD 1/2016) notierte: „Beim Durchzug sowie beim Ecken-Swing keimt schon der Wunsch nach mehr Leistung auf. Nicht deshalb, weil mehr Pferdestärken immer besser sind, sondern weil ein Mehr an Leistung auch souverän macht. Diese Souveränität verliert die Triumph Street Twin, sobald man sich jenseits des Drehmoment- und Leistungsmaximums bewegt.“

Erreicht wurde der Leistungszuwachs offensichtlich durch ein höheres Drehzahlniveau. Insgesamt dreht die Triumph Street Twin ab Modelljahr 2019 500/min höher, geht also erst bei 7.500/min in den Begrenzer.  Das maximale Drehmoment beläuft sich weiterhin auf 80 Nm, liegt nun allerdings nicht mehr bei 3.200/min, sondern erst bei 3.800/min an. Im Fahrbericht 2016 schrieb der Autor noch: „Ihn [den Motor] ganz bis zum Begrenzer auszudrehen, bringt nichts, da der Leistungszenit von 55 PS schon bei 5.900/min ansteht.“ Die technischen Daten der neuen Triumph Street Twin besagen, dass die 65 PS erst bei 7.500/min abgerufen werden.

Der neue Motor bekam Nockenwellendeckel aus Magnesium, eine leichtere Kurbel- und Ausgleichswelle sowie Kupplungsdeckel und eine ebenso leichtere Kupplung. Das Trockengewicht gibt Triumph mit 198 Kilogramm an.

Foto: Triumph
Der neue Twin schiebt kräftiger an, die neuen Bremsen beissen stärker zu.
Der neue Twin schiebt kräftiger an, die neuen Bremsen beissen stärker zu.

Mehr Druck und bessere Bremsen

Der Schub des gestärkten Motors von ganz unten aus den engen Ecken heraus ist nun tatsächlich beachtlich. Will heißen: derart bullig servierte 65 PS reichen vollkommen aus. Bis in den dritten Gang darf die Drehzahl locker bis unter 2.000 Touren abfallen, und der Twin läuft trotzdem absolut rund. Deutlich gewonnen hat auch die Drehfreude. Beim Sound ist der Twin weiterhin klasse - satt, tieffrequent-dumpf. Und der neue Rain-Modus sorgt mit der sanfteren Gasannahme und der sensibleren Traktionskontrolle für ein gutes Gefühl.

Deutlich besser als bisher kommt die neu abgestimmte Gabel ihren Führungsaufgaben nach. Sie spricht gut an, gibt sich komfortabel und doch ordentlich gedämpft. Freudig zur Kenntnis nimmt der Fahrer die deutlich besseren Vierkolben-Festsättel von Brembo, die der Mehrleistung jederzeit gewachsen sind. Merklich verbessert hat sich der Sitzkomfort auf der neuen Bank, wobei die Sitzposition auf der Street Twin schon einen Tick zu kompakt erscheinen mag.

Triumph spendiert der Street Twin und der Scrambler im Modelljahr 2019 einige Updates. Unter anderem wird der Motor aufgewertet, der nun 10 PS mehr leistet. Wir sind sie schon gefahren.
Der neue Twin schiebt kräftiger an, die neuen Bremsen beissen stärker zu.
Der neue Twin schiebt kräftiger an, die neuen Bremsen beissen stärker zu.
Foto: Jörg Künstle
Das Custom-Regal von Triumph hält für Street Twin und Street Scrambler über 140 Zubehörteile bereit, so auch ausgefallen lackierte Tanks.
Das Custom-Regal von Triumph hält für Street Twin und Street Scrambler über 140 Zubehörteile bereit, so auch ausgefallen lackierte Tanks.

Fahrmodi, Farben, Zubehör

Der Fahrer kann nun wählen, ob er im Standardmodus „Rain“ fährt oder in den Regenfahrmodus wechselt. Ebenfalls neu: die Vierkolben-Bremszange von Brembo, die Cartridge-Gabel mit 120 Millimeter Federweg, Gussspeichenräder aus Aluminium, das zehn Millimeter üppiger gepolsterte Sitzkissen, der komfortablere Abstand zwischen Fußrasten und Sitzbank, neue gebürstete Aluminiumhalter für den Scheinwerfer, der – laut Hersteller – widerstandsfähigere Sitzbankbezug sowie das optional erhältliche elektronische Reifendruckkontrollsystem.

Die Farben Matt Ironstone und Korosi Red sind neu, Jet Black wird es weiterhin geben. Noch mehr Optionen finden Interessierte im Triumph-Zubehörshop: Über 140 Teile stehen zur Individualisierung bereit – vom LED-Blinker bis zur Auspuffanlage von Vance & Hines. Zum Zubehörangebot gehören auch die beiden neuen Inspirations Kits Urban Ride und Café Custom, die unter anderem – je nach Kit – Sitzbank, Heckumbau-Kit, LED-Blinker, Auspufftopf, Motorschutz, Packtaschen und weiteres Zubehör umfassen.

Zu haben ist die neue Street Twin zu Preisen ab 9.300 Euro plus Nebenkosten.

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