Norton Werk Solihull Norton

Neue Chefs bei Norton: Hentschel und Urciuoli übernehmen

Neuer Chef von Norton aus Deutschland Norton benennt Robert Hentschel zum CEO

Der britische Motorradhersteller Norton bezieht neue Produktionsanlagen am Standort Solihull. Noch im zweiten Quartal 2021 soll dort die Produktion unter neuer Leitung anlaufen.

Allen Unkenrufen zum Trotz werden beim britischen Motorradhersteller Norton bald wieder Motorräder in nennenswerter Stückzahl gebaut. Unter dem neuen Eigentümer, der indischen TVS Motor Company, hat Norton am Standort Solihull in den West Midlands eine neue Produktionsanlage bezogen. Jetzt wurden der Robert Hentschel zum CEO (Chief Executive Officer) und der Vittorio Urciuoli zum CTO (Chief Technology Officer) bestellt.

Die neuen Chefs

Nach der Übernahme von Norton ernannte TVS John Russell zum Interims-CEO. Russell, war zuvor sowohl Vizepräsident als auch Geschäftsführer von Harley-Davidson Europa und davor bei Land Rover. Er begann sofort mit Neueinstellungen, um den Betrieb am Laufen zu halten. In der Zeit hat TVS sich nach einem neuen CEO umgesehen und in Robert Hentschel nun gefunden. Hentschel kommt vom finnischen Auftragsbauer Valmet Automotiv und hat einen Doktor in Physik der Technischen Universität Braunschweig. Zuvor war der unter anderem schon tätig in der Unternehmensleitung von Lotus. Dort war der ebenfalls neu benannte Norton CTO Vittorio Urciuoli von 2013 bis 2016 Chef der Antriebssparte.

Der neue CEO Robert Hentschel würdigt in einem ersten Statement die Leistung von Norton innerhalb des letzten Jahres.: "Unter der strategischen Leitung von TVS Motor hat Norton bereits unglaubliche Erfolge erzielt, darunter das Ende der Fremdverwaltung und der Beginn des Wiederaufbaus. Es wurde ein ehrgeiziges Team gebildet und rund 100 neue Fachkräfte eingestellt. Die geleistete Arbeit wird in die Region gebracht, und wir werden in Zukunft noch mehr hinzufügen, wenn unser Geschäft wächst."

Das neue Werk

Am neuen Standort, in den TVS mehrere Millionen Pfund investiert hat, konzentriert Norton die Produktion, die Entwicklung und das Design sowie alle Servicedienste und die Ersatzteilversorgung. Die offizielle Eröffnung soll noch im ersten Quartal 2021 steigen. Aktuell beschäftigt Norton in Solihull 50 Mitarbeiter. Bei steigender Nachfrage soll die Belegschaft aufgestockt werden. TVS betont stolz, das neue Hauptquartier in Solihull sei die modernste Anlage, die Norton in seiner über 100-jährigen Geschichte je besessen hätte. Jährlich sollen hier 8.000 Motorräder gebaut werden können.

Norton Werk Solihull
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Zuerst Commandos, dann V4SS-Modelle

Vom alten Standort wurden nur wenige Produktionsanlagen und Spezialwerkzeuge übernommen. Der Rest der Produktion baut auf hochmoderne Anlagen. Zunächst werden hier bereits bestellte und zum Teil auch schon bezahlte Maschinen vom Typ Commando gefertigt. Im Anschluss soll die Serienproduktion des Supersportlers V4SS anlaufen.

"Die Eröffnung des neuen Hauptsitzes ist für Norton Motorcycles ein bedeutender Fortschritt. Die Eröffnung dieser hochmodernen Einrichtung schafft die Grundlage für eine nachhaltige langfristige Zukunft von Norton. Die neuen Motorräder erfüllen die Weltklasse-Standards, die unsere Kunden erwarten", erklärt TVS-Geschäftsführer Sudarshan Venu.

Das neue Norton-Werk liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Produktionsanlagen des Autobauers Jaguar Land Rover, der mit Tata ebenfalls einen indischen Besitzer hat. Entsprechend gut sind bereits die Beziehungen der West Midlands nach Indien. Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Indien stärkt auch die Berufung von Ralf Speth in den Aufsichtsrat von Norton-Mutter TVS. Speth war elf Jahre Boss bei Jaguar/LandRover und sitzt dort im Aufsichtsrat. Im TVS-Aufsichtsrat wird er ab Januar 2023 Venu Srinivasan ersetzen, der eine Ehrenposten bekommt.

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Fazit

Nach dem zuletzt unrühmlichen Absturz sieht die Zukunft für Norton unter TVS jetzt wieder rosig aus. Das neue Werk steht, die Produktion soll demnächst anlaufen und die Führungsetage ist frisch besetzt. Wenn jetzt noch die Bikes stimmen und Kunden mitziehen, könnte Norton wieder eine echte Hausnummer werden.

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