Motorradfahrer brauchen Luft: Meshjacken lassen viel Luft durch und schützen dennoch

Die besten Jacken für heiße Tage
Leicht, luftig und trotzdem mit Schutz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.07.2026
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Foto: KI-generierte Illustration

An heißen Tagen tragen zu viele Motorradfahrer T-Shirt und kurze Hose. Bitte tun Sie das nicht! Im besten Falle aus Baumwolle gewebt lösen sich die Stoffe bei Asphaltkontakt und verdreckte und schlecht heilende Schürfwunden auf. Doch die Tourenkombi aus Cordura oder die Lederkombi sind bei derartigen Temperaturen ebenfalls nicht mehr unbedingt zu empfehlen. Relativ neu auf dem Markt sind die sogenannten Meshjacken. Großflächig aus einem Netzgewebe aus Polyester oder Polyamid gefertigt, versprechen sie beste Belüftung und dennoch ausreichend Schutz.

Doch hin zur leichten Meshjacke nehmen die Hersteller zahlreiche Wege. Bereits 2023 testete MOTORRAD zahlreiche Exemplare.

Sommerjacke mit und ohne Nässeschutz

Primär sollen Meshjacken luftig gebaut sein und maximalen Luftdurchsatz bieten. Sekundär vielleicht noch Schutz gegen Nässe im Falle des Regenfalles. Im Test von MOTORRAD traten unterschiedliche Ansätze an. Darunter die leichten und luftigen Modelle LS2 und Spidi, die selbst bei hochsommerlichen Temperaturen noch für viel Frischluft sorgen wollen. Jedoch zu viel Spiel an den Gelenkprotektoren zulassen und genaue Anprobe rechtfertigen.

Am anderen Ende des Spektrums sortieren sich die Jacken von Büse, Held und Modeka ein, die etwas schwerer, aber auch wesentlich tourenorientierter auftreten. Alpinestars und Berik verfolgen eine sportliche Herangehensweisel, während die FLM Ram Air mit vielen Protektoren Sicherheit bieten möchte

Die besten Meshjacken aus unserem Test (2023):

Mesh ist also nicht gleich Mesh, und Jacke ist nicht gleich Jacke. Wo die einen auf passive Sicherheit ausgerichtet sind und möglichst guten Aufprall- und Abriebschutz bieten möchten, setzen andere auf aktive Sicherheit und wollen den Fahrer mit gut belüftetem Oberkörper konzentriert zu halten.

Schutz vor Nässe und Kälte ist nicht, was man in erster Linie von einer luftigen Sommerjacke erwartet. Auf einer langen Tour doch ganz praktisch. Möglich machen es wasserabweisende oder isolierende Materialien wie bei Held oder entnehmbare Thermo- oder Membranjacken wie bei Berik, LS2 und Modeka.

Sind Löcher sicher?

Die für Motorradbekleidung gültige Norm EN 17092 erleichtert, die zu erwartenden Schutzeigenschaften einer Jacke zu erkennen. Dazu findet sich auf dem Etikett einer von drei Buchstaben, nämlich C (Aufprallschutz), B (Abriebschutz) oder A (Aufprall- und Abriebschutz). Je nachdem, wie gut oder lange die Schutzkleidung bei einem (simulierten) Sturz hält, kann sie sogar mit AA oder AAA ausgezeichnet sein. Letzteres erreichen robuste Textil- und Lederkombis sowie manche Jeans. Meshjacken hingegen sind in der Regel "nur" mit einem A zertifiziert.

Das Mindestmaß sieht so aus, dass Zone 3 (hellblau) gar nicht auf Abriebfestigkeit geprüft wird – also all jene Bereiche, die bei einer Meshjacke typischerweise aus Netzgewebe bestehen.Solche Bekleidung soll laut Norm auf möglichst geringe Ergonomie- und Gewichtsbelastungen ausgerichtet sein und darf sich dafür auf ein Mindestmaß an notwendigem Schutz konzentrieren. Konkret sieht dieses Mindestmaß so aus, dass Zone 3 (siehe Grafik, hellblau) gar nicht auf Abriebfestigkeit geprüft wird – also all jene Bereiche, die bei einer Meshjacke typischerweise aus Netzgewebe bestehen. Von daher sollten Käufer auf vertrauenswürdige Materialien achten, zum Beispiel Polyamid oder robusteres Polyester (z. B. 600D). Oder gleich zu einer Jacke entsprechend der Schutzklasse AA greifen.

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