"Ich war einmal ein Mofa", diese kaum noch zu fassende Botschaft trägt dieser spektakuläre Eigenbau im Stahlblech-Rahmen von Puch aus dem Jahr 1976. Und: 5 Motoren, ebenfalls auf Basis des Typs Puch Maxi S.
Uwe Oltmanns vom Mofa Drag Race Team
So krass mutiert ist dieses Mofa bei Uwe Oltmanns vom Mofa Drag Race Team in der norddeutschen Region um Oldenburg. Diese Truppe hat ihr eigenes Zweitakt-Parfum und eine Event-App entwickelt – für Moped-Treffen und Mofa-Beschleunigungsrennen.
Eigenbau mit 5 Zweitakt-Motoren und 350 Kubik
Tatsächlich: 5 Motoren hat diese ehemalige Puch Maxi S, nicht "nur" 5 Zylinder. Dabei sind die unteren 3 Motoren mit einer gemeinsamen Welle verbunden, und die oberen 2 Motoren sind jeweils per Zahnriemen eingebunden. 5 mal 50 Kubik würden 250 Kubik ergeben, doch da Uwe Oltmanns alle Zylinder aufgebohrt hat, sind es 5 mal 70 Kubik, also insgesamt 350 Kubik.
Infernale 127,5 Dezibel aus 5 Krümmern
Spektakuläre Zahlen für PS oder km/h nennt der norddeutsche Tüftler zu seinem 5-Zylinder-Mofa nicht. Dafür einen anderen, zumindest akustisch nachhaltig beeindruckenden Wert: 127,5 Dezibel. Ohrenbetäubend und eigentlich kein Wunder in Anbetracht der 5 schräg abgesägten Krümmer ohne jegliche Schalldämpfung.
Extrem lauter und extrem heißer Zweitakter
Weitere Zumutungen sind die extreme Hitzeentwicklung und die komplizierte Startprozedur dieses "Mofas": Zuerst wirft Uwe Oltmanns einen der 5 Motoren an, einfach durch ruckartiges Drehen am Hinterrad. Wenn der erste Motor stabil auf Betriebstemperatur knattert, kuppelt er die 4 anderen Motoren nacheinander ein. Stichwort: Fliehkraftkupplung. Und stoppen lässt dieser 5-Zylinder sich nur durch das Abziehen der Zündkerzenstecker.
Einarmschwinge und Magnesium-Rad
Das Mofa-typische Heck der Puch Maxi S hat Uwe Oltmanns mit einem filigranen Alu-Ausleger ersetzt. Darunter, mit absichtlich großem Abstand, dreht sich ein dreispeichiges Magnesium-Rad von PVM an einer Aluminium-Einarmschwinge. Über eine selbst konstruierte Umlenkung wirkt die Schwinge auf ein zierliches Mountainbike-Federbein.
Fahrwerk von Ralf Waldmanns Renn-Aprilia
Vorn federt und dämpft eine mit CNC-Brücken adaptierte Upside-down-Telegabel von WP Suspension. Das wäre nichts Besonderes, doch sie stammt, wie die Einarmschwinge, von einer Renn-Aprilia RS 125 R aus dem Jahr 1993. Mit der war ein gewisser Ralf Waldmann damals Rennen gefahren. Selbstverständlich sind in diesem Kontext die Scheibenbremsen, jeweils eine pro Rad.
Puch-Tuning ohne Pedale
Mit den 5 Motoren ist das "Mofa" zwar schwerer geworden, dafür aber immer noch ziemlich leicht. Eine genaue Kilo-Zahl ist nicht bekannt. Aus Leichtmetall hat Uwe Oltmanns einige weitere Teile für seine 350er gefräst, etwa den markanten kleinen Scheinwerfer mit Kühlrippen-Gehäuse. Einen Solo-Sattel hat dieses "Mofa" noch, aber keine Klingel – und auch keine Pedale mehr. Hier in Aktion – Lautsprecher einschalten:
Uwe Oltmanns' nächstes Projekt: ein Zweitakt-V10
Bei seinem nächsten Zweitakt-Projekt möchte Uwe Oltmanns nicht nur einen drauflegen, er will die Zahl der Zylinder sogar verdoppeln. Ernsthaft geplant ist ein Moped mit V10-Motor und längs liegender Kurbelwelle. Basis: wieder Puch. Zwischen 500 und 700 Kubik sind also zu erwarten.












